Wissensarchiv Eselsmilch · Historische Quelle

Aristoteles über Eselsmilch: Milcharten im Vergleich in der „Tierkunde“

Aristoteles ordnete im 4. Jh. v. Chr. Milcharten nach ihrer Dicke: Kamelmilch am dünnsten, dann Frauen- und Eselsmilch, Kuhmilch am dicksten. Stuten- und Eselsmilch würden in Phrygischen Käse gemischt.

Historische Darstellung: Wir geben wieder, was die Quelle berichtet, und ordnen es kritisch ein. Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
4. Jh. v. Chr.Antikes GriechenlandAntike Naturkunde
Urheber
Aristoteles
Werk
Historia animalium (Tierkunde)
Stelle
Buch III, Kap. 20–21 (Bekker 521b–522a)
Zeit & Raum
4. Jh. v. Chr. · Antikes Griechenland
Quellenart
Antike Naturkunde

Im Wortlaut

Was im Original steht

Now the camel's milk is the thinnest, and that of the human species next after it, and that of the ass next again, but cow's milk is the thickest.

Die Kamelmilch ist die dünnste, danach folgt die des Menschen, dann die des Esels; die Kuhmilch aber ist die dickste.

EnglischHist. an. III 20, 521b (engl. Übers. Thompson 1910)

Mare's milk, by the way, and milk of the she-ass are mixed in with Phrygian cheese.

Stutenmilch und die Milch der Eselin werden übrigens dem Phrygischen Käse beigemischt.

EnglischHist. an. III 21, 522a (engl. Übers. Thompson 1910)

Deutsche Wiedergabe: eigene, sinngemäße Übersetzung der DON DONKEY’S Redaktion.

Hintergrund

Wer, wann, welche Art Text

Aristoteles (384–322 v. Chr.) verfasste mit der „Historia animalium“ eine umfangreiche Sammlung von Beobachtungen über Körperbau, Fortpflanzung und Lebensweise der Tiere. Das Werk entstand vermutlich in den 340er- und 330er-Jahren v. Chr. und stützt sich auf eigene Beobachtungen ebenso wie auf Berichte von Hirten, Fischern und Jägern.

Im dritten Buch behandelt Aristoteles die „gleichartigen Teile“ des Körpers, darunter Blut, Fett und Milch. Milch beschreibt er als Gemisch aus einem wässrigen Anteil (Molke) und einem festen Anteil (Käsestoff); je dicker die Milch, desto mehr Käse lasse sich gewinnen.

Da der griechische Text in einer frei zugänglichen, stellengenauen Online-Ausgabe hier nicht prüfbar war, zitieren wir die gemeinfreie englische Übersetzung von D’Arcy Wentworth Thompson (Oxford 1910). Die Stellenangabe folgt der üblichen Bekker-Zählung.

Inhalt

Was die Quelle zu Eselsmilch berichtet

Aristoteles stellt eine Rangfolge der Milcharten nach ihrer Dicke auf: Am dünnsten sei die Kamelmilch, danach die Frauenmilch, an dritter Stelle die Eselsmilch; am dicksten sei die Kuhmilch. Damit verbindet er die Beobachtung, dass dünne Milch wenig Käsestoff enthalte.

In der Fortsetzung berichtet er über die Käseherstellung: Stutenmilch und Eselsmilch würden dem Phrygischen Käse beigemischt. Eselsmilch war also nicht nur Gegenstand der Naturbeobachtung, sondern wurde in Kleinasien auch als Zutat bei der Käsebereitung genannt.

Heilanwendungen der Eselsmilch nennt Aristoteles an diesen Stellen nicht. Seine Angaben sind beschreibend und vergleichend.

Auf einen Blick

Zahlen & Fakten aus der Quelle

4Milcharten in der Rangfolge nach Dicke
3.Platz der Eselsmilch von dünn nach dick
PhrygienRegion, deren Käse Esels- und Stutenmilch enthalten habe
521b–522aStellenangabe nach Bekker
1910Jahr der zitierten englischen Übersetzung

Kritische Einordnung

Wie verlässlich ist diese Quelle?

Beobachtung statt Rezept

Die Stelle ist eine der frühen naturkundlichen Beschreibungen von Eselsmilch ohne medizinische Absicht. Sie ordnet Milcharten nach sichtbaren Eigenschaften ein.

Widerspruch bei Plinius

Plinius der Ältere übernimmt viel aus Aristoteles, nennt aber in Naturalis historia 11,237 gerade die Eselsmilch als die dickste. Der Herausgeber Mayhoff verweist an dieser Stelle auf Aristoteles; offenbar hat Plinius seine Vorlage verändert oder missverstanden.

Abgleich mit heutigen Analysen

Moderne Milchanalysen (vgl. etwa Archivstudien 71 und 97) stützen eher Aristoteles’ Einordnung als „dünne“ Milch als die Angabe von Plinius.

Grenzen der Quelle

Aristoteles’ Kategorien wie „dünn“ und „dick“ sind keine Messwerte. Der Vergleich mit heutigen Daten ist nur eine grobe Plausibilitätsprüfung.

Unsere Einordnung

Uns gefällt an dieser Stelle die Nüchternheit: Aristoteles vergleicht, ohne zu werben. Die Notiz zum Phrygischen Käse zeigt zudem, dass Eselsmilch schon in der Antike als Lebensmittel verarbeitet wurde.

Nachweise

Quellen zum Nachprüfen

Weitere Quellen und Studien im Forschungsarchiv. Zusammengefasst von der DON DONKEY’S Redaktion, Stand: November 2026.

Ende der Quellenzusammenfassung
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Die oben zusammengefasste Quelle stammt nicht von DON DONKEY’S® und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über das Wissen zu Eselsmilch.

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