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Unterscheidet sich Eselsmilch je nach Eselrasse? Ein Team aus Tunesien und Italien hat dazu 28 Eselinnen zweier tunesischer Populationen – Masri und Nordafrikanisch – über eine ganze Laktation begleitet. Die Nordafrikanischen Eselinnen gaben mehr Milch mit mehr Eiweiß, die Milch der Masri-Eselinnen enthielt mehr Fett.
Milchanalyse an Eselinnen eines einzigen Betriebs – keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen. Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
Die Studie im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Originaltitel | Preserving Mediterranean Donkeys: A Study on Milk Production and Nutritional Benefits |
| Autorinnen und Autoren | Aroua M., Fatica A., Ben Said S., Mahouachi M., Salimei E. |
| Zeitschrift | Animals, 14(24): 3713 |
| Jahr | 2024 |
| Land | Tunesien |
| Studientyp | Milchanalyse über eine Laktation, Rassenvergleich |
| Stichprobe | 28 Eselinnen (14 Masri, 14 Nordafrikanisch), ein Milchesel-Betrieb in El Kef |
| DOI | 10.3390/ani14243713 |
Welche Frage stellten die Forschenden?
In Tunesien leben vor allem drei Esel-Ökotypen. Der Nordafrikanische Esel ist der häufigste, der Masri-Esel ist kleiner und hell gefärbt. Die meisten Daten zu Eselsmilch stammen bisher von europäischen Rassen. Die Forschenden wollten wissen: Wie verläuft die Laktation – also die Phase, in der eine Eselin Milch gibt – bei diesen beiden Populationen, und wie unterscheidet sich ihre Milch?
So wurde untersucht
- Tiere: 28 Eselinnen, die schon mehrfach gefohlt hatten, im Schnitt 8 Jahre alt und 192 kg schwer. Haltung auf Buschland-Weide mit Kraftfutter als Ergänzung.
- Melken: Von Hand um 10 und 15 Uhr. Einmal pro Woche wurde die Milchmenge jeder Eselin notiert und eine Probe genommen – von der zweiten Woche bis zum Ende der Laktation nach 205 ± 12,5 Tagen.
- Labor: Grundzusammensetzung nach Standardmethoden, Molkenproteine per Flüssigchromatografie (HPLC), Aminosäuren nach Säureaufschluss, Fettsäuren per Gaschromatografie.
- Kurvenmodell: Den Verlauf der Milchmenge beschrieben die Forschenden mit dem Wood-Modell, einer gängigen Formel für Laktationskurven.
Die Ergebnisse
Beide Populationen zeigten den typischen Verlauf: Die Milchmenge stieg nach dem Abfohlen an, erreichte nach knapp zwei Monaten ihren Gipfel und sank dann langsam. Laut Modell lag der Gipfel bei den Nordafrikanischen Eselinnen an Tag 57 bei 1,212 kg pro Tag, bei den Masri-Eselinnen an Tag 59 bei 0,991 kg pro Tag. Über die ganze Laktation ergab das Modell 188,66 kg gegenüber 163,42 kg.
| Messgröße (Mittel über die Laktation) | Nordafrikanisch | Masri |
|---|---|---|
| Gemolkene Milch, kg/Tag * | 0,97 ± 0,20 | 0,89 ± 0,15 |
| Gesamtprotein, g/100 g * | 1,45 ± 0,03 | 1,32 ± 0,05 |
| Fett, g/100 g * | 0,90 ± 0,02 | 1,16 ± 0,05 |
| Laktose, g/100 g | 6,54 ± 0,13 | 6,52 ± 0,09 |
| β-Lactoglobulin, mg/mL * | 4,75 ± 0,06 | 3,60 ± 0,03 |
| α-Lactalbumin, mg/mL * | 1,62 ± 0,06 | 1,78 ± 0,08 |
| Lysozym, mg/mL * | 1,50 ± 0,03 | 1,20 ± 0,01 |
| Palmitinsäure, g/100 g Fettsäuren * | 20,1 | 16,5 |
| Ölsäure, g/100 g Fettsäuren * | 20,2 | 21,4 |
* = laut Studie statistisch signifikant. Laktose, Asche (Mineralstoffe insgesamt), Kasein und pH-Wert unterschieden sich nicht. Bei den 17 gemessenen Aminosäuren – den Bausteinen der Eiweiße – waren nur Glutamat, Aspartat und die Summe verschieden. Die häufigsten Fettsäuren waren in beiden Milchen Ölsäure und Palmitinsäure. Der Anteil ungesättigter Fettsäuren lag bei den Masri-Eselinnen leicht höher (45,0 gegenüber 44,1 g/100 g Fettsäuren).
Auf demselben Betrieb gaben die Nordafrikanischen Eselinnen mehr Milch mit etwas mehr Eiweiß, die Masri-Eselinnen Milch mit mehr Fett und einem etwas anderen Fettsäuremuster.
Kritische Einordnung
- Kleine Stichprobe: 14 Tiere pro Gruppe, ein Betrieb, eine Saison. Ob die Unterschiede an der Rasse oder an Einzeltieren liegen, lässt sich so nicht sicher trennen.
- Streuung: Laut Methodenteil stammen die Standardabweichungen aus drei Labor-Wiederholungen. Sie beschreiben also die Messgenauigkeit, nicht die Unterschiede zwischen den Tieren. Die Signifikanzangaben sind deshalb vorsichtig zu lesen.
- Unstimmigkeiten: In der Kurzfassung tragen die Gesamtmengen „± 7,19“ und „± 7,21 kg“ – das sind exakt die Persistenz-Kennzahlen aus Tabelle 1. Das Verhältnis ungesättigt zu gesättigt gibt die Studie für die Masri-Milch mit 0,69 an; aus 45,0 und 55,0 ergibt sich rechnerisch etwa 0,82.
- Molkenproteine: Die drei einzeln gemessenen Molkenproteine ergeben zusammen mehr als das gemessene Gesamt-Molkenprotein. Die Methoden unterscheiden sich, eine Erklärung fehlt.
- Modellwerte: Gipfel und Gesamtmenge stammen aus dem Wood-Modell, nicht aus direkter Messung.
Förderung, Interessenkonflikte und Evidenzstufe
Laut Paper gab es keine externe Förderung. Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Sie arbeiten an der Universität Jendouba (Tunesien) und der Universität Molise (Italien).
Evidenzstufe: Grundlagenforschung (Milchanalyse) – beschreibt Menge und Zusammensetzung, keine Aussage über Wirkungen.
Was bedeutet das für Eselsmilch als Lebensmittel?
Die Studie zeigt, dass Eselsmilch keine einheitliche Größe ist: Selbst auf demselben Betrieb unterschieden sich zwei Populationen in Fett, Eiweiß und Fettsäuremuster. Dazu kommen Laktationsstadium, Futter und Haltung. Die Autoren sehen in der Milch einen möglichen Baustein für „funktionelle Lebensmittel“ und für die Ernährung von Säuglingen. Das wurde nicht untersucht. Eselsmilch ist kein Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsnahrung.
Unsere Forschungsfrage: Wie viel der Unterschiede geht auf die Rasse zurück und wie viel auf Futter und Laktationsstadium – und wie machen wir die Herkunft unserer Milch dazu transparent?
Häufige Fragen
Welche Eselrassen wurden untersucht?
Zwei tunesische Populationen: der Nordafrikanische Esel, der dort am häufigsten ist, und der kleinere, hell gefärbte Masri-Esel.
Wie viel Milch gab eine Eselin?
Im Mittel wurden 0,97 kg (Nordafrikanisch) und 0,89 kg (Masri) pro Tag gemolken. Das Modell ergab für die ganze Laktation 188,66 kg und 163,42 kg.
Lassen sich die Ergebnisse auf andere Eselsmilch übertragen?
Nur eingeschränkt. Die Studie umfasst zwei Populationen auf einem einzigen Betrieb in Tunesien. Andere Rassen, Futter und Haltung können zu anderen Werten führen.
Alle Messwerte, interaktive Grafiken und die vollständige kritische Einordnung findest du auf unserer Forschungsseite: Studie 70: Zwei Eselrassen aus Tunesien. Weitere Studien im Forschungsarchiv.
Aroua M., Fatica A., Ben Said S., Mahouachi M., Salimei E. (2024). Preserving Mediterranean Donkeys: A Study on Milk Production and Nutritional Benefits. Animals, 14(24), 3713. DOI: 10.3390/ani14243713
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY'S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026. Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Originalarbeit.
Ende der Studienzusammenfassung. Die Studie wurde unabhängig von DON DONKEY'S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
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