Eselsmilch in der Geschichte: Galen

Der Arzt Galen empfahl um 175 n. Chr. für ältere Menschen, Ziegen- und Eselsmilch im Wechsel zu trinken: Eselsmilch sei dünn und molkenreich, Ziegenmilch von mittlerer Konsistenz.

3 Min. LesezeitVon DON DONKEY'S

Wissensarchiv Eselsmilch: Galen: Esels- und Ziegenmilch im Wechsel
Inhalt
  1. Die Quelle in Kürze
  2. Im Wortlaut
  3. Hintergrund
  4. Was die Quelle berichtet
  5. Zahlen und Fakten
  6. Kritische Einordnung
  7. Unsere Einordnung

Der Arzt Galen empfahl um 175 n. Chr. für ältere Menschen, Ziegen- und Eselsmilch im Wechsel zu trinken: Eselsmilch sei dünn und molkenreich, Ziegenmilch von mittlerer Konsistenz.

Wichtig

Historische Darstellung: Die hier wiedergegebenen Angaben spiegeln den Wissensstand ihrer Zeit wider. Sie sind wissenschaftlich nicht belegt, keine Empfehlung und nicht auf heute übertragbar. Eselsmilch ist ein Lebensmittel, kein Heilmittel.

Die Quelle in Kürze

  • Urheber: Galenos von Pergamon (Galen)
  • Werk: De sanitate tuenda (Über die Erhaltung der Gesundheit)
  • Stelle: Buch V, Kap. 7; Ausgabe Kühn, Bd. VI, S. 346
  • Zeit und Raum: um 175 n. Chr. · Römisches Reich (Rom)
  • Quellenart: Antike Medizinschrift

Im Wortlaut

Satiusque fuerit alterum capram, alterum asinam esse, earumque lacte alternis vicibus uti; quippe asinae lac tenue serosumque est, caprae mediocris substantiae est.

Besser wäre es, wenn das eine Tier eine Ziege, das andere eine Eselin wäre und man ihre Milch im Wechsel verwendete; denn Eselsmilch ist dünn und molkenreich, Ziegenmilch von mittlerer Beschaffenheit.

Latein, Kühn VI 346 (lateinische Übersetzung der Ausgabe)

τὸ δ᾽ ὄνειον ἀσφαλέστερον πάντη.

Die Eselsmilch aber ist in jeder Hinsicht die vorsichtigere Wahl.

Altgriechisch, Kühn VI 346

Deutsche Wiedergabe: eigene, sinngemäße Übersetzung der DON DONKEY'S Redaktion.

Hintergrund

Galenos von Pergamon (129 – um 216 n. Chr.) war Leibarzt mehrerer römischer Kaiser und einer der einflussreichen Ärzte der Antike. Seine Schriften prägten die Medizin in Europa und im arabischen Raum bis in die frühe Neuzeit.

„De sanitate tuenda“ in sechs Büchern ist eine Lehre von der gesunden Lebensführung. Das fünfte Buch behandelt die Lebensweise älterer Menschen. Galen erörtert darin Nahrungsmittel nach ihrer Bekömmlichkeit, darunter ausführlich Milch.

Was die Quelle berichtet

Galen beginnt mit Beispielen: Ein Landmann habe sich bis ins hohe Alter von über hundert Jahren hauptsächlich von Milch ernährt; andere, die ihn nachahmten, hätten die Milch dagegen schlecht vertragen und über Druck im Oberbauch geklagt. Milch sei also nicht für jeden geeignet.

Wer Milch nutzen wolle, solle auf das Tier achten: Es müsse im besten Alter und gut genährt sein und dürfe kein scharfes oder herbes Futter fressen. Galen riet, eine Ziege und eine Eselin zu halten und ihre Milch im Wechsel zu trinken.

Zur Begründung vergleicht Galen beide Milcharten: Eselsmilch sei dünner und molkenreicher, Ziegenmilch von mittlerer Dicke. Ziegenmilch nähre daher mehr, Eselsmilch sei in jeder Hinsicht die vorsichtigere Wahl: Sie gehe schneller durch den Körper, bilde kaum Blähungen und gerinne nicht im Magen, besonders wenn etwas Salz und Honig zugesetzt werde.

Zahlen und Fakten

  • S. 346 – Seite der Stelle in Kühns Galen-Ausgabe, Bd. VI
  • 2 – Milcharten, die Galen verglich (Ziege, Esel)
  • 6 – Bücher von De sanitate tuenda
  • um 175 n. Chr. – ungefähre Entstehungszeit

Kritische Einordnung

  • Abwägend statt pauschal: Galen empfiehlt Milch nicht allgemein. Er nennt ausdrücklich Fälle, in denen sie schlecht vertragen wurde, und knüpft seine Ratschläge an Tier, Futter und den einzelnen Menschen.
  • Übereinstimmung mit Aristoteles: Galens Beschreibung der Eselsmilch als dünn und molkenreich stimmt mit Aristoteles überein. Heutige Analysen untersuchen die Zusammensetzung von Eselsmilch näher (vgl. Archivstudien 71 und 97).
  • Medizinischer Rahmen: Galens Urteile beruhen auf der Säftelehre und auf Erfahrungswissen. Sie sind nicht nach heutigen Maßstäben überprüft.
  • Heutige Einordnung: Aus der Stelle lassen sich keine gesundheitlichen Wirkungen von Eselsmilch ableiten. Sie belegt, wie ein führender antiker Arzt Milcharten nach ihrer Bekömmlichkeit unterschied.

Unsere Einordnung

Galen gefällt uns, weil er differenziert: Er vergleicht Ziegen- und Eselsmilch nüchtern und verschweigt nicht, dass Milch nicht jedem bekommt. Wir lesen das als Medizingeschichte, nicht als Ernährungsrat.

Ausführliche Quellenseite

Originalzitate, alle Fakten und die vollständige Einordnung: Galen: Esels- und Ziegenmilch im Wechsel. Weitere Quellen und Studien im Forschungsarchiv.

Nachweis: Griechischer Text mit lateinischer Übersetzung, Ausgabe C. G. Kühn, Bd. VI, S. 346 (Internet Archive) · Zusammengefasst von der DON DONKEY'S Redaktion, Stand: November 2026.


Ende der Quellenzusammenfassung. Die Quelle bezieht sich nicht auf DON DONKEY'S® oder unsere Produkte. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel.

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