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Nein. Mais gehört nicht in den Futtertrog von Eseln – weder als Körner noch als Kolben, Stängel oder Maissilage. Mais ist sehr stärkereich und passt damit nicht zu einem Verdauungssystem, das auf karges, faserreiches Futter ausgelegt ist. Dazu kommen Kolben und Stängel als Verschluck- und Verstopfungsrisiko.
Warum Mais für Esel ungeeignet ist
Esel kommen ursprünglich aus kargen, trockenen Regionen. Ihr Körper ist darauf eingestellt, aus wenig nahrhaftem, faserreichem Futter viel herauszuholen. Esel sind keine kleinen Pferde: Was für ein Pferd im Training noch passt, ist für einen Esel oft schon zu viel.
Mais ist das Gegenteil von karg:
- Viel Stärke: Maiskörner enthalten sehr viel Stärke. Zu viel Stärke und Zucker fördern Übergewicht und gelten als Hauptrisiko für Hufrehe beim Esel.
- Verdauung: Größere Mengen leicht verdaulicher Stärke können die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Fehlfütterung dieser Art kann Koliken begünstigen.
- Kolben und Stängel: Harte Kolbenstücke können sich beim hastigen Fressen querstellen. Zähe Stängel und Blätter werden oft schlecht zerkaut. Beides ist ein Verschluck- und Verstopfungsrisiko.
- Kein Nutzen: Ein Esel, der ausreichend Stroh und strukturreiches Heu bekommt, braucht keine zusätzliche Energie aus Getreide.
Wo Mais unbemerkt im Futter landet
Kaum jemand schüttet einem Esel bewusst einen Eimer Maiskörner hin. Häufiger landet Mais über Umwege im Futter. Darauf solltest du achten:
| Quelle | Warum es problematisch ist |
|---|---|
| Futtermischungen und Müsli | enthalten oft gequetschten oder gepufften Mais; Stärke und Energie liegen deutlich über dem Bedarf eines Esels |
| Gekaufte Leckerlis | basieren häufig auf Getreide und enthalten oft zusätzlich Zucker oder Melasse |
| Kolben vom Feld | werden auf Spaziergängen gern als „Naturleckerli“ mitgebracht; harte Stücke, viel Stärke |
| Maissilage | vergorenes, energiereiches Futter für Rinder; für Esel ungeeignet |
| Popcorn, Maischips, Cornflakes | gesalzen, gesüßt oder gewürzt – Essensreste gehören nie zum Tier |
Lies deshalb die Zutatenliste, bevor du ein Futtermittel kaufst. Und stell dir vorher die wichtigere Frage: Braucht mein Esel überhaupt Kraftfutter? In den meisten Fällen lautet die Antwort nein. Ob es in deinem Einzelfall einen Grund dafür gibt, klärst du mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.
Maisfeld neben der Weide: worauf du achten solltest
Grenzt deine Weide an ein Maisfeld, lohnt sich ein genauer Blick. Esel sind neugierig und strecken sich weiter über oder durch den Zaun, als man denkt.
- Setze den Zaun so, dass Maispflanzen nicht erreichbar sind.
- Sammle nach der Ernte Reste wie Kolben und Stängelstücke am Weiderand ab.
- Nutze keine Maisstängel als Einstreu oder Beschäftigungsmaterial.
- Weise Spaziergänger freundlich darauf hin, keine Kolben über den Zaun zu reichen. Ein gut sichtbares Schild „Bitte nicht füttern“ hilft.
Und umgekehrt gilt: Fremde Esel fütterst du nie ohne Erlaubnis der Halter, auch nicht mit dem frischen Kolben vom Feld. Wie du die Fläche deiner Esel insgesamt sinnvoll gestaltest, liest du in Esel-Haltung: Sand statt Wiese.
Was tun, wenn dein Esel Mais gefressen hat?
Ein paar Körner sind kein Grund zur Panik. Anders sieht es aus, wenn ein Esel an einen Sack Futter, an Silage oder an größere Mengen Kolben gekommen ist. Entferne alles Erreichbare und schätze grob ab, was und wie viel gefressen wurde. Beobachte deinen Esel: Frisst er normal, setzt er Kot ab, steht und läuft er wie gewohnt?
Bei größeren Mengen oder wenn dir etwas ungewöhnlich vorkommt, ruf deine Tierärztin oder deinen Tierarzt an. Gib keine Hausmittel und keine Medikamente auf eigene Faust.
Was stattdessen in den Trog gehört
Die Basis ist Grundfutter: Stroh, ergänzend spät geschnittenes, strukturreiches Heu, jederzeit frisches Wasser und eine begrenzte, magere Weide. Ausführlich erklärt in Esel Futter: Heu oder Stroh?. Wer ab und zu belohnen will, nimmt selten ein paar längs geschnittene Möhrenstreifen – mehr in Dürfen Esel Karotten fressen?. Warum auch Brot keine Alternative ist, erfährst du in Dürfen Esel Brot fressen?. Alle Futtermittel im Überblick: Was Esel fressen dürfen: die komplette Futterliste.
Häufige Fragen
Dürfen Esel Maisstroh oder Maisstängel fressen?
Nein. Maisstängel sind zäh, werden schlecht zerkaut und bringen ein Verstopfungsrisiko mit sich. Als Raufutter für Esel eignen sich Gersten- oder Haferstroh und strukturreiches Heu.
Dürfen Esel Popcorn essen?
Nein. Popcorn ist Mais, oft zusätzlich gesalzen oder gesüßt. Es gehört wie alle Snacks und Essensreste nicht zu Eseln.
Ist gequetschter oder gepuffter Mais besser geeignet?
Nein. Durch Quetschen oder Puffen wird die Stärke eher leichter verfügbar. Für Esel macht das Mais nicht passender.
Braucht mein Esel im Winter Mais als Energiequelle?
In aller Regel nicht. Im Winter helfen mehr Stroh, ergänzend Heu und ein trockener Unterstand ohne Zugluft. Verliert dein Esel Gewicht, sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, statt selbst Getreide zuzufüttern.
Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung zur Fütterung von Eseln. Bei Fragen zu deinem Tier, bei Vorerkrankungen oder Auffälligkeiten wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
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