Forschung zu Eselsmilch · Studie 98
Esel-Kolostrum im Artenvergleich: 72 °C für 15 s
Laborvergleich von Milch am Tag 3 nach der Geburt bei vier Tierarten: Im Esel-Kolostrum (2,29 % Protein, 1,10 % Fett) veränderten sich nach 72 °C für 15 s 303 Proteine in der löslichen Fraktion, aber keine der 38 gemessenen Fettsäuren.
Auf einen Blick · Karten antippen
Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Untersucht wurde Milch vom dritten Tag nach der Geburt (Übergangsstadium zwischen Kolostrum und reifer Milch) von je drei Yaks, Holstein-Rindern, Eselstuten und Trampeltieren aus Betrieben in der Provinz Qinghai, China. Jede Probe wurde in zwei Teilproben geteilt: eine blieb unbehandelt, die andere wurde im Labor im Wasserbad auf 72 °C erhitzt und 15 s gehalten. Die lösliche Proteinfraktion (nach Entrahmung und Zentrifugation) wurde per DIA-Proteomik analysiert, das Fettsäuremuster als Fettsäuremethylester (FAME) per gezielter GC-MS. Ausgewertet wurden Unterschiede zwischen den Tierarten, Veränderungen durch die Erhitzung innerhalb jeder Art sowie die Übereinstimmung beider Datensätze.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Durch 72 °C/15 s veränderte Proteine je Tierart
Laborversuch mit n = 3 je Tierart. Signifikant veränderte FAME: Yak 14, Holstein-Rind 6, Esel 0, Trampeltier 0.
Zweite Auswertung
Protein- und Fettgehalt der Milch am Tag 3 (unerhitzt)
Mittelwerte (n = 3) aus Tabelle 1; Protein nach Kjeldahl, Fett nach Gerber.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
In der unerhitzten Milch vom Tag 3 enthielt die Eselsmilch 2,29 % Protein und 1,10 % Fett und damit signifikant weniger als Yak (5,61 % / 4,24 %), Holstein-Rind (5,05 % / 3,97 %) und Trampeltier (6,28 % / 3,96 %). Der pH-Wert lag bei allen vier Arten zwischen 6,36 und 6,59 ohne signifikante Unterschiede.
Die Proteomik erfasste 2583 Proteingruppen. Die Proben trennten sich klar nach Tierart; erhitzte und unerhitzte Teilproben derselben Art lagen eng beieinander. Zwischen Holstein-Rind und Esel unterschieden sich vor dem Erhitzen 1220 Proteine, zwischen Esel und Trampeltier 837, zwischen Yak und Esel 1136.
Nach 72 °C für 15 s waren beim Esel 303 Proteine der löslichen Fraktion verändert, davon 65,0 % mit geringerer Abundanz. Beim Yak waren es 387, beim Trampeltier 276 und beim Holstein-Rind 146. Die Autoren betonen, dass eine geringere Abundanz in der löslichen Fraktion keinen direkten Nachweis eines Abbaus darstellt, sondern auch Aggregation oder Umverteilung widerspiegeln kann.
Die meisten hitzeresponsiven Proteine waren artspezifisch (Esel: 91). Nur sechs Proteine (ASL, C8B, FGB, FGG, RPLP2, TPP1) reagierten bei allen vier Arten. Gelsolin (GSN) nahm bei allen Arten ab, beim Esel am stärksten; CTSA zeigte beim Esel eine besonders starke Abnahme.
Im Fettsäuremuster unterschied sich die Eselsmilch deutlich von den anderen Arten, unter anderem mit relativ höheren standardisierten Anteilen an Methyllinoleat. Durch das Erhitzen veränderte sich beim Esel keiner der 38 gemessenen FAME signifikant; beim Yak waren es 14, beim Holstein-Rind 6.
Proteom- und Fettsäuredaten stimmten auf Ebene der Tierart stark überein (Mantel r = 0,943). Die Reaktion auf das Erhitzen verlief in beiden Datensätzen weniger parallel; beim Esel lag die mittlere Proteomreaktion (RMS) bei 0,966, die Fettsäurereaktion bei 0,105.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Zhao et al. (2026) prägt vor allem die tierische Herkunft die molekulare Zusammensetzung der frühen Milch; eine Erhitzung auf 72 °C für 15 s verursachte kleinere, aber herkunftsabhängige Veränderungen, vor allem in der löslichen Proteinfraktion und weniger im Fettsäuremuster. Die Autoren sehen darin eine Grundlage für weitere Untersuchungen zu bioaktiven Bestandteilen und zur Verarbeitung von Kolostrum; Wirkungen beim Menschen wurden nicht untersucht.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Sehr kleine StichprobeDeutliche Grenze
Je Tierart wurden nur drei Tiere untersucht. Die Autoren werten die Ergebnisse daher ausdrücklich als explorativ und herkunftsbezogen, nicht als allgemeingültige Arteigenschaften.
Herkunft und Haltung vermischtDeutliche Grenze
Die Tiere stammten aus verschiedenen Betrieben, Höhenlagen (2100–3473 m) und Haltungssystemen mit unterschiedlicher Fütterung. Unterschiede zwischen den Arten können daher auch auf Umwelt und Fütterung zurückgehen.
Laborfrage, keine VerzehrempfehlungBeachten
Geprüft wurde nur eine Bedingung (72 °C, 15 s) an 10-mL-Proben im Wasserbad; andere Temperaturen und Zeiten wurden nicht untersucht.
Nur lösliche ProteinfraktionBeachten
Analysiert wurde die Proteinfraktion nach Entrahmung und Zentrifugation; Aggregate, Rahm- und Membranproteine fehlen. Gehalt oder Aktivität einzelner Proteine wie Lysozym wurden nicht gesondert bestimmt.
Kleinere UnstimmigkeitenBeachten
Im Methodenteil wird die Protein-FAME-Heatmap als Pearson-Korrelation beschrieben, in der Abbildungslegende als Spearman. Die Zahl der Interaktionsproteine wird mit 48 bzw. 73 (unterschiedliche Zählebene) angegeben.
Gepaartes Design, zwei MethodenStärke
Erhitzte und unerhitzte Teilproben stammen jeweils vom selben Tier, alle Arten wurden identisch behandelt, und Proteom- und Fettsäureanalyse wurden kombiniert. Die Temperatur wurde mit kalibrierter Sonde im Probeninneren überwacht.
Einordnung der Redaktion: Es handelt sich um einen Laborvergleich zur Verarbeitung von Kolostrum mit sehr kleiner Probenzahl. Aussagen über Eselsmilch-Produkte im Handel oder Empfehlungen zum Erhitzen von Milch lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Bestimmt eher die Tierart oder die Kurzzeit-Erhitzung (72 °C, 15 s) das Protein- und Fettsäureprofil früher Milch von Yak, Holstein-Rind, Esel und Trampeltier, und reagieren die Arten unterschiedlich auf dieselbe Hitzebehandlung?
Originalpublikation
Herkunftsabhängige Reaktionen von Proteom und Fettsäuren in Kolostrum von Yak, Holstein-Rind, Esel und Trampeltier auf eine Kurzzeit-Hitzebehandlung
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Source-Dependent Proteomic and Fatty-Acid Responses of Yak, Holstein Cow, Donkey and Bactrian Camel Colostrum to Short-Time Heat Treatment).
Zhao J., Wang J., Liu Q., Zhuang J., Chen C., Zhang Y.
Foods · 2026 · 15(20), 3609
College of Agriculture and Animal Husbandry, Qinghai University, Xining, China; Department of Nutrition and Health, China Agricultural University, Peking, China
10.3390/foods15203609: 10.3390/foods15203609
Transparenz: Science and Technology Plan Project of Haixi Prefecture, Provinz Qinghai, China (Förderkennzeichen 2025-JC-Q04). Die Publikationsgebühren wurden laut Danksagung vom „Kunlun Talents · High-level Education and Teaching Talent Master Teacher Studio – Green Organic Food Li Jianrong Master Teacher Studio“ getragen. Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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