Forschung zu Eselsmilch · Studie 128
Proteomik-Daten von Eselsmilch
In sechs pasteurisierten Eselsmilchproben aus drei griechischen Regionen wurden 633 Proteine erfasst. Nur 19 davon wurden Esel- oder Pferdesequenzen zugeordnet; 505 beruhen auf einem einzigen eindeutigen Peptid.
Auf einen Blick · Karten antippen
Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Datenartikel ohne eigene Tiere: Sechs handelsübliche, pasteurisierte und tiefgefroren gelagerte Eselsmilchproben aus drei Regionen Griechenlands (Attika, Epirus, Makedonien; je zwei Proben) wurden im Handel gekauft. Nach dem Auftauen wurden die Proben zentrifugiert und in Fett-, Molken- und Caseinschicht getrennt; untersucht wurde die Molkenfraktion (200 µg Protein je Ansatz, Verdau mit Trypsin). Die Peptide wurden per Nano-Flüssigchromatographie mit Tandem-Massenspektrometrie (Bottom-up-Proteomik) in dreifacher Wiederholung je Probe gemessen und gegen geprüfte Proteindatenbanken für Säugetiere und für den Esel abgeglichen (Falschfundrate 1 %, Peptide mindestens 6 Aminosäuren). Die Proteine wurden nach Gene-Ontology-Kategorien (molekulare Funktion, biologischer Prozess, Zellkompartiment) eingeteilt. Mengen wurden nicht bestimmt; die Rohdaten liegen als Zusatztabellen vor.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Häufigste Milchproteine nach Zahl der Spektren-Treffer
Werte aus Zusatztabelle 1 der Studie (redaktionell ausgewählt: Esel- bzw. Pferdesequenzen). PSMs sind ein grobes Maß der Nachweishäufigkeit, keine Konzentration. Das methodenbedingt eingesetzte Verdauungsenzym Trypsin (63 PSMs) ist nicht dargestellt.
Zweite Auswertung
Zuordnung der 633 Proteine nach Datenbank-Tierart
Redaktionelle Auszählung der Artangabe (OS=) in Zusatztabelle 1. Die Tierart beschreibt die Datenbanksequenz, über die ein Protein erkannt wurde, nicht die Herkunft des Proteins; alle Proben waren Eselsmilch.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
In den sechs Proben wurden insgesamt 633 Proteine bzw. Proteingruppen identifiziert. Laut Artikel stammen 628 Zuordnungen aus der Säugetier-Datenbank und 5 aus der Esel-Datenbank.
Die fünf über die Esel-Datenbank erkannten Proteine sind β-Lactoglobulin 1 und 2 sowie β-, αS1- und αS2-Casein. Über Pferdesequenzen wurden unter anderem α-Lactalbumin A und B/C, Lactotransferrin, Serumalbumin, Lysozym C (Milch-Isoform), Clusterin und κ-Casein erfasst.
Nach Zahl der Spektren-Treffer dominierten β-Lactoglobulin 1 (346), β-Casein (219) und β-Lactoglobulin 2 (133). Nach summierter Peakfläche entfielen 22,16 % auf β-Lactoglobulin 1 und zusammen 23,36 % auf die beiden α-Lactalbumin-Einträge.
Die übrigen Proteine wurden überwiegend über Sequenzen anderer Arten erkannt (Maus 233, Mensch 141, Ratte 75, Rind 73). Viele davon sind Zell- und Membranproteine; in der Zellkompartiment-Zuordnung waren Zytoplasma (228), Membran (218) und Zellkern (197) am häufigsten, als „sezerniert“ waren 74 Proteine eingetragen.
Die Nachweistiefe ist für die meisten Einträge gering: 505 der 633 Proteine beruhen auf nur einem eindeutigen Peptid, 406 auf nur einer Spektren-Zuordnung, und die mittlere Sequenzabdeckung liegt bei 5,31 %.
Die Autoren geben eine Wiederholbarkeit von über 85 % zwischen den drei Messungen derselben Probe und von 72 % zwischen den sechs Proben an.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Proikakis et al. (2021) liefert die Analyse mit 633 identifizierten Proteinen eine detaillierte Beschreibung des Proteinbestands handelsüblicher Eselsmilch; die Daten könnten aus ihrer Sicht helfen, Eselsmilchprodukte weiterzuentwickeln. Die Aussage der Autoren, die Proteine bestätigten einen hohen Nährwert, wurde in der Studie nicht gemessen – Nährstoffgehalte oder Wirkungen waren nicht Gegenstand der Untersuchung.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Nur 19 der 633 Einträge wurden Esel- oder Pferdesequenzen zugeordnet, die übrigen über Maus, Mensch, Ratte, Rind und weitere Arten. Ob es sich jeweils um das entsprechende Eselprotein handelt, wurde nicht gesondert geprüft.
505 Proteine beruhen auf einem einzigen eindeutigen Peptid, 406 auf nur einer Spektren-Zuordnung, und 225 Einträge haben in Zusatztabelle 1 einen Score von 0. Die Gesamtzahl 633 ist daher als Obergrenze zu lesen.
Zusatztabelle 1 enthält das zur Spaltung eingesetzte Schweine-Trypsin (63 PSMs, sechsthäufigster Eintrag) sowie mehrere menschliche Haut-Keratine, die üblicherweise aus der Probenaufbereitung stammen. Sie sind in der Zahl 633 mitgezählt.
Laut Methodenteil wurde nur die Molkenfraktion analysiert, die Liste enthält aber β-, αS1-, αS2- und κ-Casein, β-Casein sogar als zweithäufigsten Eintrag. Die Trennung von Molke und Casein durch Zentrifugation war demnach unvollständig; Abstract und Datentabelle sprechen allgemein von „Proteinen der Eselsmilch“.
Untersucht wurden sechs pasteurisierte Handelsproben ohne Angaben zu Tieren, Laktationsstadium oder Erhitzungsbedingungen. Es wurden keine Konzentrationen bestimmt; PSMs und Peakflächen erlauben nur grobe relative Vergleiche.
Alle 633 Einträge sind mit Score, Abdeckung, Peptidzahlen, Molekülmasse und Gene-Ontology-Zuordnung offengelegt, dazu Einzeldaten je Probe und Wiederholung. Das macht die Liste nachprüfbar und für Vergleiche nutzbar.
Einordnung der Redaktion: Der Datenartikel listet auf, welche Proteine sich in sechs griechischen Handelsproben von Eselsmilch nachweisen ließen. Die klassischen Milchproteine sind gut belegt; für den Großteil der übrigen Einträge ist die Nachweisgrundlage schmal. Aussagen zu Mengen, Nährwert oder Wirkungen lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Welche der vielen nur über ein einzelnes Peptid und über Sequenzen anderer Tierarten zugeordneten Proteine lassen sich mit einer vollständigen Esel-Proteindatenbank und einer Mengenbestimmung in Eselsmilch tatsächlich bestätigen?
Originalpublikation
Proteomik-Daten von Eselsmilch
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Proteomic data of donkey's milk).
Proikakis S.C., Bouroutzika E.V., Anagnostopoulos A.K., Tsangaris G.Th.
Data in Brief · 2021 · 39, 107507
Proteomics Research Unit, Biomedical Research Foundation of the Academy of Athens, Athen; Veterinary Faculty, University of Thessaly, Karditsa, Griechenland
10.1016/j.dib.2021.107507: 10.1016/j.dib.2021.107507
Transparenz: Projekt „FoodOmicsGR-RI – Comprehensive Characterization of Foods“ (MIS 5029057) im Rahmen des Operationellen Programms „Competitiveness, Entrepreneurship and Innovation“ (NSRF 2014–2020), kofinanziert von Griechenland und der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung). Die Autoren erklären, dass keine konkurrierenden finanziellen Interessen oder persönlichen Beziehungen bestehen, die die Arbeit beeinflusst haben könnten. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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