Forschung zu Eselsmilch · Studie 122
Ungeradzahlige Fettsäuren: Eselsmilch im Vergleich
In acht Eselsmilchproben lagen ungeradzahlige und verzweigtkettige Fettsäuren bei 2,36 g/100 g Fettsäuren – weniger als bei Wiederkäuern (3,33–4,51), mehr als in Frauenmilch (1,34). Undecansäure (C11:0) erreichte 0,895 g/100 g.
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Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Laborvergleich von 282 Einzelproben: 8 Eselsmilchproben (Sarda-Rasse), 70 Kuh-, 61 Büffel-, 69 Ziegen- und 55 Schafmilchproben aus früheren Erhebungen auf Sardinien (Büffel aus Kampanien), 11 gespendete Frauenmilchproben sowie 8 im Handel gekaufte Säuglingsnahrungen. Alle Proben wurden bei −20 °C gelagert. Nach Fettextraktion und Veresterung wurden die Fettsäuremethylester gaschromatographisch mit Flammenionisationsdetektor bestimmt und als g/100 g Gesamt-Fettsäuremethylester angegeben. Ausgewertet wurden 11 ungeradzahlige und verzweigtkettige Fettsäuren (OBCFA) per ANOVA mit Tukey-Test sowie per Hauptkomponentenanalyse. Angaben zu Laktationsstadium und Fütterung der Eselinnen fehlen.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Summe ungeradzahliger und verzweigtkettiger Fettsäuren
Mittelwerte aus Tabelle 1 (Esel n = 8, Frauenmilch n = 11, Säuglingsnahrung n = 8, Wiederkäuer n = 55–70). Anteile am Fett, nicht an der Milch.
Zweite Auswertung
Ausgewählte Fettsäuren: Esels-, Kuh- und Frauenmilch
Mittelwerte aus Tabelle 1. anteiso-C13:0 war in Kuh- und Frauenmilch nicht nachweisbar (als 0 dargestellt).
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Der Fettgehalt lag in Eselsmilch bei 0,39 % und in Frauenmilch bei 1,08 % und damit signifikant unter dem der Wiederkäuermilch (Kuh 3,75 %, Büffel 7,58 %). Alle elf betrachteten Fettsäuren waren in Esels-, Büffel-, Ziegen- und Schafmilch nachweisbar.
Die Summe der OBCFA war bei Wiederkäuern höher als bei Esel, Mensch und Säuglingsnahrung: Schaf 4,51, Büffel 3,78, Kuh 3,38, Ziege 3,33, Esel 2,36, Frauenmilch 1,34 und Säuglingsnahrung 0,18 g/100 g Fettsäuremethylester.
Lineare ungeradzahlige Fettsäuren lagen in Eselsmilch (1,62 g/100 g) auf dem Niveau von Kuh-, Büffel- und Ziegenmilch. Undecansäure (C11:0) war in Eselsmilch mit 0,895 g/100 g höher als in allen anderen Milcharten; C15:0 (0,374) und C17:0 (0,353) entsprachen etwa den Werten der Frauenmilch.
Verzweigtkettige Fettsäuren waren in Eselsmilch mit 0,74 g/100 g deutlich niedriger als bei Wiederkäuern. Unter den iso-Fettsäuren dominierte in Esels- und Büffelmilch iso-C16:0, anteiso-C13:0 erreichte in Eselsmilch mit 0,154 g/100 g den höchsten Wert aller Milcharten.
Bezogen auf die OBCFA-Summe entfielen in Eselsmilch 68,7 % auf lineare ungeradzahlige Fettsäuren (Frauenmilch 59,0 %, Wiederkäuer 44,5–51,9 %) und 37,9 % allein auf C11:0.
In der Hauptkomponentenanalyse (erste Komponente 47 %, zweite 19 %) bildete Eselsmilch eine eigene Gruppe, die vor allem auf hohe Anteile von C11:0 und anteiso-C13:0 zurückging. Die Autoren schlugen diese beiden Fettsäuren als mögliche Marker zur Erkennung von Eselsmilch vor.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Carta et al. (2022) unterschieden sich Wiederkäuermilch, Milch von Nicht-Wiederkäuern und Säuglingsnahrung deutlich im Gehalt an ungeradzahligen und verzweigtkettigen Fettsäuren; Eselsmilch bildete dabei eine eigene Gruppe mit hohen Anteilen an C11:0 und anteiso-C13:0. Den niedrigsten Gehalt fanden die Autoren in Säuglingsnahrung. Gesundheitliche Wirkungen wurden nicht untersucht.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Für Eselsmilch lagen nur acht Proben einer Rasse aus einer bestehenden Probensammlung vor; Laktationsstadium, Fütterung und Haltung werden nicht beschrieben. Die Milcharten stammen aus unterschiedlichen Erhebungen und Regionen, sodass Unterschiede nicht allein auf die Tierart zurückgehen müssen.
Die Diskussion nennt für Eselsmilch 40 % C11:0 und 6,5 % iso-C13:0 an den OBCFA; laut Tabelle 2 sind es 37,9 % C11:0, und die 6,5 % entfallen auf anteiso-C13:0 (iso-C13:0: 1,1 %). Laut Abstract ist iso-C17:0 außer bei Esel und Büffel die häufigste iso-Fettsäure, in Säuglingsnahrung liegt laut Tabelle 1 jedoch iso-C15:0 höher.
In den Ergebnissen haben Schaf- und Büffelmilch positive Werte auf der ersten Hauptkomponente, die Diskussion nennt dagegen Schaf und Ziege als erste Gruppe. Die Tabellenfußnote gibt p < 0,001 als Signifikanzgrenze an, der Methodenteil p < 0,05.
Alle Werte beziehen sich auf den Fettsäureanteil, nicht auf die Milchmenge. Bei 0,39 % Fett in Eselsmilch entsprechen die Anteile sehr kleinen absoluten Mengen; Frauenmilch wurde nur als Einzelprobe gewonnen, ihr Fettgehalt lag unter Literaturwerten.
Einleitung und Schluss verweisen auf Literatur zu gesundheitlichen Wirkungen dieser Fettsäuren; untersucht wurde nur die Zusammensetzung. Der Markervorschlag C11:0/anteiso-C13:0 beruht auf acht Proben, eine frühere Arbeit an chinesischen Eseln fand C15:0 und C17:0 als häufigste OBCFA.
Alle Proben wurden mit derselben gaschromatographischen Methode und internen Standards gemessen. Tabelle 1 gibt Mittelwerte mit Standardabweichungen an; die Summen für Eselsmilch sind nach redaktioneller Nachrechnung stimmig.
Einordnung der Redaktion: Die Studie beschreibt das Fettsäuremuster einer kleinen Zahl von Eselsmilchproben im Artenvergleich. Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen, zur Eignung für bestimmte Personengruppen oder zu einzelnen Handelsprodukten lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Bleibt der hohe Anteil von Undecansäure (C11:0) und anteiso-C13:0 auch in Eselsmilch anderer Rassen, Fütterungen und Laktationsstadien erhalten, sodass er sich als verlässliches Herkunftsmerkmal eignet?
Originalpublikation
Vergleich ungeradzahliger und verzweigtkettiger Fettsäuren in Frauenmilch, Milch verschiedener Nutztierarten und Säuglingsnahrung
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Comparison of Milk Odd- and Branched-Chain Fatty Acids among Human, Dairy Species and Artificial Substitutes).
Carta S., Correddu F., Battacone G., Pulina G., Nudda A.
Foods · 2022 · 11(24), 4118
Dipartimento di Agraria, University of Sassari, Sassari, Italy
10.3390/foods11244118: 10.3390/foods11244118
Transparenz: FAR2020 – Fondo di Ateneo per la Ricerca 2020 der University of Sassari. Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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