Forschung zu Eselsmilch · Studie 115
Lipidprofile von zehn Milchtypen im Vergleich
In Rohmilch von acht Tierarten wurden 640 Lipide erfasst. Eselsmilch hatte mit 0,52 % den geringsten Fettgehalt; 548 der 640 Lipide lagen bei gleichem Probenvolumen niedriger als in Holstein-Milch.
Auf einen Blick · wischen oder Pfeile
Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Rohmilch von zehn Milchtypen aus acht Tierarten wurde untersucht: Kamel (zwei Molkereien in Xinjiang), Stute und Ziege (Xinjiang), Esel und Jersey-Kuh (verschiedene Molkereien in Hebei), Büffel (Guangxi), Yak (Qinghai sowie Hongyuan-Yakmilch aus Sichuan) und Holstein-Kuh (Innere Mongolei), jeweils sechs Replikate. Der Gesamtfettgehalt wurde gravimetrisch nach Lösungsmittelextraktion bestimmt. Für die Lipidomik wurden je 80 µL Milch mit internem Standard extrahiert und per Ultrahochleistungs-Flüssigchromatographie mit hochauflösender Massenspektrometrie in positivem und negativem Ionenmodus gemessen; die Zuordnung erfolgte über eine Lipid-Datenbank. Die Auswertung umfasste Hauptkomponenten- und PLS-DA-Analyse, Clusteranalyse, Korrelationen und Vulkan-Diagramme (VIP > 1, p < 0,01, Fold-Change > 2), überwiegend mit Holstein-Milch als Bezug.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Gesamtfettgehalt der Rohmilch
Werte aus Abschnitt 3.2 und 4.1 (Abbildung 1); Yak (3,59–3,91 %) ohne eindeutige Zuordnung und Stute ohne Zahlenwert im Text nicht dargestellt; die Zuordnung der beiden Kamelwerte zu den Herkünften ist im Text nicht eindeutig.
Zweite Auswertung
Signifikant unterschiedliche Lipide in Paarvergleichen mit Eselsmilch
Abschnitt 3.4, Abbildungen 6d, 7c und 7d. Für Holstein vs. Esel nennt der Text nur die 548 in Eselsmilch niedrigeren Lipide. Gleiches Probenvolumen, daher stark vom Fettgehalt geprägt.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Der Gesamtfettgehalt reichte von 8,01 % in Büffelmilch über 4,91 bzw. 5,03 % in Kamelmilch, 4,30 % (Jersey) und 3,86 % (Holstein) bis 3,75 % (Ziege) und 3,59–3,91 % (Yak). Stuten- und Eselsmilch lagen deutlich niedriger; für Eselsmilch nennt die Diskussion 0,52 %.
Über alle Proben wurden 640 Lipidspezies identifiziert, darunter Triglyceride, Phospholipide, Sphingolipide, Ceramide und Wachsester; Triglyceride waren in allen Milchtypen die häufigste Klasse. Für Eselsmilch beschreiben die Autoren relativ hohe Signale von Cholesterinestern, LBPA und primären Fettsäureamiden, während Ceramide und Monoglyceride in einigen Proben kaum nachweisbar waren.
In der Hauptkomponentenanalyse (PC1 59,8 %, PC2 20,3 %) lagen Esels- und Stutenmilch nah beieinander, Kamelmilch bildete eine eigene Gruppe, Büffelmilch lag am weitesten entfernt. In der Clusteranalyse der 50 stärksten Unterschiede gruppierten sich Esels- und Stutenmilch dagegen nicht zusammen, was die Autoren mit dem geringen Fettgehalt der Eselsmilch erklären.
Gegenüber Holstein-Milch lagen in Eselsmilch 548 von 640 Lipiden signifikant niedriger; nur wenige Triglyceride mit mehrfach ungesättigten Fettsäureresten lagen höher. Im Vergleich mit Stutenmilch unterschieden sich 463 Lipide (460 in Stutenmilch höher), mit Ziegenmilch 551 (530 in Ziegenmilch höher).
Zwischen den beiden Kamelmilchen (164 Lipide) und den beiden Yakmilchen (262 Lipide) waren die Unterschiede geringer als zwischen den Arten; für Hongyuan-Yakmilch nennen die Autoren LPC (O-16:0) als möglichen Herkunftsmarker.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Wei et al. (2025) unterscheiden sich die Lipidprofile der untersuchten Milchtypen deutlich zwischen den Arten und nur mäßig innerhalb einer Art. Eselsmilch beschreiben sie als sehr fettarm mit geringer Lipidvielfalt. Die Autoren sehen Lipidmarker wie LPC (O-16:0) als Ansatz zur Herkunftsprüfung, etwa für Hongyuan-Yakmilch; gesundheitliche Wirkungen wurden nicht untersucht.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Vergleich bei gleichem Volumen
Alle Proben wurden mit gleichem Milchvolumen (80 µL) extrahiert, fehlende Werte mit dem halben Nachweisgrenzwert ersetzt. Die vielen „niedrigeren“ Lipide in Eselsmilch spiegeln daher vor allem den geringen Fettgehalt wider und kaum die Zusammensetzung des Milchfetts.
Herkunft der Eselsmilch kaum beschrieben
Für die Eselsmilch werden nur „Molkereien in Hebei“ genannt. Rasse, Tierzahl, Laktationsstadium und Fütterung fehlen; ob die sechs Replikate Einzeltiere, Tankmilch oder Wiederholmessungen sind, bleibt offen.
Abstract und Ergebnisse widersprechen sich
Das Abstract beschreibt Eselsmilch als reich an Cholesterinestern und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die Ergebnisse zeigen 548 von 640 Lipiden niedriger als in Holstein-Milch, und Fettsäuren wurden nicht eigens gemessen; Aussagen zu Fettsäureverhältnissen stammen aus der Literatur.
Zahlen und Angaben uneinheitlich
Der Methodenteil spricht von zehn Tierarten, Abstract und Fazit von acht. Im Vergleich Stute–Esel nennt der Text drei niedrigere Lipide, zählt dann aber vier auf. Der Fettgehalt der Eselsmilch (0,52 %) erscheint nur in der Diskussion, der der Stutenmilch gar nicht als Zahl.
Anwendungsaussagen nicht untersucht
Empfehlungen der Autoren zur Eignung einzelner Milcharten für bestimmte Ernährungsformen oder Produkte beruhen auf Literatur und wurden in der Studie nicht geprüft.
Breiter Vergleich mit Herkunftsvarianten
Zehn Milchtypen wurden mit derselben Methode gemessen, inklusive je zweier Herkünfte von Kamel- und Yakmilch. Die Peakflächen aller 640 Lipide sind als Zusatzmaterial veröffentlicht.
Einordnung der Redaktion: Die Studie liefert einen breiten, aber für Eselsmilch nur grob beschriebenen Lipidvergleich. Da die Proben nach Volumen und nicht nach Fettmenge verglichen wurden, zeigen die Ergebnisse vor allem den niedrigen Fettgehalt der Eselsmilch. Aussagen zu Wirkungen oder zu einzelnen Handelsprodukten lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Wie unterscheidet sich das Lipidprofil von Eselsmilch von dem anderer Milcharten, wenn die Proben auf gleiche Fettmenge statt auf gleiches Milchvolumen normiert werden?
Originalpublikation
Nicht-zielgerichtete Lipidomik besonderer Milcharten mittels hochauflösender Massenspektrometrie
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Non-Targeted Lipidomics Analysis of Characteristic Milk Using High-Resolution Mass Spectrometry (UHPLC-HRMS)).
Wei T., Zhou T., Zhang S., Quan Z., Liu Y.
Foods · 2025 · 14(12), 2068
Key Laboratory of Milk and Dairy Products Detection and Monitoring Technology, State Administration for Market Regulation, Shanghai Institute of Quality Inspection and Technical Research, Shanghai, China; Fudan Microbiome Center, School of Life Sciences, Fudan University, Shanghai, China
10.3390/foods14122068: 10.3390/foods14122068
Transparenz: Science and Technology Project of the Shanghai Institute of Quality Inspection and Technical Research (KY-2024-2-SP). Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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