Forschung zu Eselsmilch · Studie 110
Genetische Marker für die Milchmenge bei Eseln
Bei 112 Xinjiang-Eselstuten wurden 236 Genvarianten gefunden, die statistisch mit Milchmenge, Fett-, Protein- oder Laktosegehalt zusammenhingen. In einer Prüfgruppe von 82 Tieren war bei acht Varianten die Tagesmilchmenge je nach Genotyp verschieden (z. B. 2,67 vs. 1,57 kg).
Auf einen Blick · Karten antippen
Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
112 Xinjiang-Eselstuten (Geburtsjahrgänge 2013 und 2014, 5. oder 6. Laktation) aus zwei Betrieben im Kreis Yopurga (Region Kashgar, China) wurden phänotypisiert; aus 4704 Probemelkdaten wurden mittlere Monatsmilchmenge (AY = Tagesmenge × 30), Fett-, Protein- und Laktosegehalt abgeleitet. Aus Blutproben wurde das Erbgut vollständig mit rund 10-facher Abdeckung sequenziert. Nach Qualitätsfilterung gingen rund 12 Mio. Einzelbasen-Varianten (SNPs) in eine genomweite Assoziationsanalyse mit gemischten linearen Modellen ein, gerechnet mit zwei Auswerteprogrammen; als Signifikanzschwelle galt p < 1 × 10⁻⁶. Anschließend wurden 16 SNPs in 10 Kandidatengenen bei 82 Eselinnen per allelspezifischer PCR genotypisiert und per einfaktorieller ANOVA mit Tagesmilchmenge und Gesamtmilchmenge verknüpft.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Tagesmilchmenge je Genotyp ausgewählter Varianten
Mittelwerte ± SE aus Tabelle 4 der Studie (Prüfgruppe, Gruppengrößen 9–41 Tiere je Genotyp). DRG2 C>A = Position 4912631, DRG2 C>T = 4939345; PLK1 T>C = 23585377, PLK1 G>C = 23587802.
Zweite Auswertung
Signifikante SNPs je Merkmal und Auswerteprogramm
Angaben aus Abschnitt 2.4 und Abbildung 4 der Studie; Schwelle p < 1 × 10⁻⁶. Programm 1 = Mischmodell-Programm mit 222, Programm 2 mit 228 SNPs insgesamt.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Die 112 Eselstuten erreichten im Mittel 38,51 kg Milch pro Monat bei 1,02 % Fett, 1,44 % Protein und 6,46 % Laktose; Fettgehalt (SD 0,93) und Monatsmenge (SD 14,87) streuten stark zwischen den Tieren.
Nach Qualitätskontrolle lagen 12.039.909 SNPs vor, überwiegend in Bereichen zwischen Genen (43,20 %) und in Introns (39,36 %). Die Hauptkomponentenanalyse zeigte keine deutliche Unterstruktur zwischen den beiden Betrieben (PC1 7,48 %, PC2 6,21 %).
Die beiden Auswerteprogramme fanden 222 bzw. 228 signifikante SNPs; insgesamt 236 SNPs hingen mit je einem der vier Merkmale zusammen, davon übereinstimmend 11 für die Milchmenge, 95 für Fett, 5 für Protein und 103 für Laktose. Kein Gen war mit drei oder vier Merkmalen zugleich verknüpft.
Als mögliche Schlüsselgene nennen die Autoren GPIHBP1, FLII, TOP1MT und TNK1 für die Milchmenge, NOTCH1, DRG2, MIEF2 und PLK1 für den Fettgehalt, ACTC1 und GJD2 für den Proteingehalt sowie PADI1/3, CHP2, GFPT2 und DYRK2 für den Laktosegehalt. Ein großer Teil der annotierten Gene (64,51–71,48 %) war funktionell unbekannt.
Alle 16 geprüften SNPs waren in der Prüfgruppe polymorph; zwei (DRG2 g.4912631, TNK1 g.14416183) wichen vom Hardy-Weinberg-Gleichgewicht ab, was die Autoren mit züchterischer Selektion erklären.
Bei acht SNPs unterschieden sich Tages- und Gesamtmilchmenge je nach Genotyp, z. B. NOTCH1 TT 2,67 kg/Tag vs. CC 1,57 kg/Tag, GPIHBP1 CT 2,75 vs. CC 1,88 kg/Tag und FLII CT 2,67 vs. CC 1,66 kg/Tag.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Fang et al. (2025) ist dies die erste genomweite Assoziationsstudie zu Milchmerkmalen bei Xinjiang-Eseln; die gefundenen Varianten und Kandidatengene wie TOP1MT, GPIHBP1, FLII, DRG2 und PLK1 könnten als Ansatzpunkte für die Zucht auf Milchleistung dienen. Die Autoren betonen, dass größere Studien nötig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen und ursächliche Varianten zu identifizieren.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Kleine Stichprobe für eine GWASDeutliche Grenze
112 Tiere aus zwei Betrieben und einer Rasse sind für eine genomweite Analyse wenig; die Autoren fordern selbst größere Bestätigungsstudien. Statistische Zusammenhänge belegen keine ursächlichen Genvarianten, und die Funktionsdeutungen der Kandidatengene beruhen auf Literatur zu anderen Arten.
Widersprüche bei den MarkernBeachten
Der Abstract nennt fünf signifikante Marker und ordnet die Position g.9133371 dem Gen TOP1MT zu; laut Tabelle 2 liegt sie in NOTCH1, TOP1MT liegt an Position 38323301. Der Ergebnisteil nennt dagegen acht signifikante SNPs.
Auffällige Werte in Tabelle 4Beachten
Für die beiden PLK1-Varianten sind die Werte von TC (21 Tiere) und GC (21 Tiere) sowie von TT (40) und CC (40) identisch. Die Genotyp-Zahlen ergeben je SNP nur 70–80 statt 82 Tiere, ohne dass fehlende Werte erläutert werden.
Milchmengen schwer vergleichbarBeachten
Die mittlere Monatsmenge von 38,51 kg entspricht rechnerisch etwa 1,28 kg pro Tag, die Genotypgruppen der Prüfgruppe liegen dagegen bei 1,57–2,75 kg pro Tag. Wie Tages- und Gesamtmilchmenge in der Prüfgruppe erhoben wurden, wird nicht beschrieben. Die Diskussion nennt zudem 38,52 statt 38,51 kg.
Methodische UnklarheitenBeachten
Laut Methodenteil wurden keine individuellen additiven Zufallseffekte einbezogen, das angegebene Modell enthält aber einen polygenen Zufallseffekt. Die Schwelle 1 × 10⁻⁶ wird als Bonferroni-korrigiert und zugleich als „suggestiv“ bezeichnet; die Zahl der Gene je Merkmal wird uneinheitlich angegeben (z. B. 18 bzw. 50 für die Milchmenge).
Zwei Programme und PrüfgruppeStärke
Die Ergebnisse wurden mit zwei Auswerteprogrammen abgeglichen, auf Populationsstruktur kontrolliert und ausgewählte Varianten in einer zweiten Tiergruppe per Genotypisierung geprüft. Phänotypen und Primersequenzen sind tabellarisch dokumentiert.
Einordnung der Redaktion: Die Studie betrifft die Genetik der Milchleistung bei Eselstuten in China und liefert Hinweise für die Tierzucht. Aussagen zur Qualität der Milch für den Menschen oder zu Handelsprodukten lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Lassen sich die gefundenen Genvarianten in größeren, unabhängigen Eselpopulationen anderer Rassen bestätigen, und welche davon beeinflussen die Milchbildung tatsächlich ursächlich?
Originalpublikation
Genetische Marker für die Milchleistung von Xinjiang-Eseln: genomweite Assoziationsstudie und Validierung per allelspezifischer PCR
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Unveiling Genetic Markers for Milk Yield in Xinjiang Donkeys: A Genome-Wide Association Study and Kompetitive Allele-Specific PCR-Based Approach).
Fang C., Farnir F., Liu L., Xiao H.
International Journal of Molecular Sciences · 2025 · 26(7), 2961
College of Animal Science, Xinjiang Agricultural University, Urumqi, China; Faculté de Médecine Vétérinaire, Université de Liège, Belgien; Xinjiang Academy of Animal Sciences, Urumqi, China
10.3390/ijms26072961: 10.3390/ijms26072961
Transparenz: Major Special Projects of Xinjiang Uygur Autonomous Region (2024A02005-1-2), Tianshan Talent Training Program (2022TSYCLJ0015) sowie Innovative projects for university students (dxscx2023191). Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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