Forschung zu Eselsmilch · Studie 109
Ultraschall der Zitzen: Referenzwerte bei Eselinnen
Bei 28 laktierenden Milcheselinnen wurden die Zitzen per Ultraschall vermessen: Der Strichkanal war im Mittel 1,85 cm lang und 0,41–0,46 cm weit. Die Weite des Strichkanals nahm mit dem Laktationsmonat zu (r = 0,32 bzw. 0,54).
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Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Beobachtende Querschnitts-Pilotstudie an 28 klinisch unauffälligen, laktierenden Milcheselinnen gemischter Rassen (im Mittel 7,4 ± 3,1 Jahre, 2–13 Jahre; 233,1 ± 58,7 kg) eines halbintensiv wirtschaftenden Betriebs in Italien. Die Tiere wurden zweimal täglich maschinell gemolken; die Fohlen wurden zwei Stunden vor dem Melken abgesetzt und blieben sonst bei den Müttern. Die Untersuchung erfolgte am Nachmittag nach dem zweiten Melken, im 1. bis 8. Laktationsmonat. Mit einem 13-MHz-Linearschallkopf wurden Drüsengewebe und Zitzen (im warmen Wasserbad) in Längs- und Querschnitten dargestellt. Gemessen wurden an beiden Zitzen Strichkanallänge (TCL), Strichkanaldurchmesser (TCD) sowie kraniale und kaudale Zitzenwanddicke (CrTWT, CaTWT), jeweils als Mittel aus drei Bildern derselben untersuchenden Person. Ausgewertet wurden deskriptive Statistik und Pearson-Korrelationen mit Alter, Körpergewicht und Laktationsmonat.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Zitzenmaße rechts und links im Vergleich
Mittelwerte (n = 28) aus Tabelle 1 der Studie; der Fließtext nennt für den rechten Strichkanaldurchmesser abweichend 0,38 cm.
Zweite Auswertung
Untersuchte Eselinnen je Laktationsmonat
Verteilung laut Abschnitt 2.1 (Material und Methoden); Monate 2 und 4 waren nicht vertreten.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Das Drüsengewebe war bei allen Tieren gut darstellbar und zeigte ein gleichmäßig feinkörniges, echoarmes Bild. Jeder Euterkomplex bestand aus zwei getrennten Drüseneinheiten mit eigener Zisterne; Milchgänge ließen sich per Farbdoppler von Blutgefäßen unterscheiden.
Die Zitzen erschienen im Längsschnitt kegelförmig und dreischichtig (Haut, Muskelschicht, Schleimhaut). In allen rechten und linken Zitzen wurden zwei getrennte Gangsysteme nachgewiesen.
Laut Tabelle 1 betrug die mittlere Strichkanallänge auf beiden Seiten 1,85 cm, der Strichkanaldurchmesser 0,41 cm (rechts) bzw. 0,46 cm (links), die kraniale Wanddicke 0,73 bzw. 0,58 cm und die kaudale Wanddicke 0,82 bzw. 0,75 cm.
Nach Angaben der Autoren unterschieden sich rechte und linke Zitze nicht signifikant; die Messungen waren laut Bland-Altman-Auswertung wiederholbar.
Der Strichkanaldurchmesser korrelierte positiv mit dem Laktationsmonat (rechts r = 0,317, p = 0,040; links r = 0,535, p = 0,009; beide Seiten zusammen p = 0,023). Mit Alter und Körpergewicht fanden sich keine signifikanten Zusammenhänge.
Die Untersuchung war unter Praxisbedingungen ohne Sedierung oder Zwangsmaßnahmen in 15–20 Minuten je Tier durchführbar.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Accorroni et al. (2025) ist die Ultraschalluntersuchung der Zitzen bei laktierenden Eselinnen im Stall schnell und ohne Ruhigstellung möglich; die erhobenen Maße seien seitengleich und könnten als vorläufige Referenzwerte für die tierärztliche Euterkontrolle dienen. Die Zunahme des Strichkanaldurchmessers im Laktationsverlauf deuten die Autoren als Anpassung an die Laktation. Sie betonen selbst, dass größere, mehrzentrische Studien zur Bestätigung nötig sind.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Untersucht wurden 28 Tiere eines Betriebs mit ungleich verteilten Laktationsmonaten (nur ein Tier im 1., elf im 8. Monat) und Altersklassen. Alle Messungen stammen von einer einzigen, nicht verblindeten Person; die Autoren benennen dies selbst als mögliche Verzerrung.
Der Fließtext nennt für den rechten Strichkanaldurchmesser 0,38 cm, Tabelle 1 dagegen 0,41 cm. Auch die Standardabweichungen differieren (z. B. kraniale Wanddicke rechts 0,9 vs. 0,12 cm). Die Standardabweichung von 0,73 cm für die linke kaudale Wanddicke passt nicht zur Spanne von 0,39–0,91 cm.
Bei der rechten Zitze liegen die Mittelwerte der Wanddicken (0,73 und 0,82 cm) über dem jeweiligen 90. Perzentil (0,70 und 0,72 cm). Die angegebenen 95-%-Intervalle sind sehr eng (z. B. 1,84–1,86 cm bei SD 0,26 cm); nach eigener Nachrechnung wären bei n = 28 etwa ± 0,10 cm zu erwarten.
Die p-Werte der Korrelationen lassen sich aus r und n = 28 nicht einheitlich nachvollziehen (für r = 0,317 ergibt sich zweiseitig p ≈ 0,10, für r = 0,535 p ≈ 0,003). Tabelle 2 nennt Millimeter, Tabelle 1 Zentimeter. Der im Text genannte Unterschied von etwa 6 mm zwischen 1. und 8. Laktationsmonat ergibt sich aus Minimum und Maximum aller Tiere, nicht aus einem Monatsvergleich.
Jedes Tier wurde nur einmal untersucht. Der Zusammenhang mit dem Laktationsmonat beruht auf einem Vergleich verschiedener Tiere und ist kein Nachweis einer Veränderung beim einzelnen Tier. Milchmenge und -zusammensetzung wurden nicht erfasst.
Die Autoren beschreiben die Messpunkte für Länge, Durchmesser und Wanddicke genau, mitteln drei Bilder je Messung und decken den 1. bis 8. Laktationsmonat ab. Das erleichtert künftige Vergleiche zwischen Studien.
Einordnung der Redaktion: Die Studie liefert anatomische Messwerte zu den Zitzen von Milcheselinnen und betrifft die tierärztliche Untersuchung, nicht die Milch selbst. Aussagen zur Milchzusammensetzung oder zu Eigenschaften von Handelsprodukten lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Verändern sich Strichkanaldurchmesser und Zitzenwanddicke beim einzelnen Tier tatsächlich im Verlauf der Laktation, und hängen diese Maße mit Melkverfahren, Melkintervall oder Milchfluss zusammen?
Originalpublikation
Ultraschalluntersuchung der Zitzenstrukturen gesunder laktierender Eselinnen: Pilotstudie zu Referenzwerten für die klinische Anwendung
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Ultrasonographic Assessment of Teat Structures in Healthy Lactating Jennies: A Pilot Study Establishing Reference Values for Clinical Application).
Accorroni L., Marchegiani A., Bazzano M., Spaterna A., Laus F.
Veterinary Sciences · 2025 · 12(12), 1123
School of Biosciences and Veterinary Medicine, University of Camerino, Matelica, Italien
10.3390/vetsci12121123: 10.3390/vetsci12121123
Transparenz: Keine externe Förderung. Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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