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Wenn es um Eselsmilch und Entzündungen geht, fallen fast immer zwei Begriffe: Lysozym und Lactoferrin. Beide Proteine kommen von Natur aus in Eselsmilch vor. Daraus folgt aber nicht, dass Eselsmilch entzündungshemmend ist – eine solche Angabe ist für Eselsmilch weder zugelassen noch am Menschen belegt. Hier erklären wir dir sachlich, was hinter den beiden Begriffen steckt und wie du Aussagen dazu einordnen kannst.
Lysozym: ein Enzym, das in vielen Quellen vorkommt
Lysozym ist ein Enzym, also ein Eiweiß, das bestimmte chemische Reaktionen ermöglicht. Es ist kein seltener Stoff: Lysozym findet sich in der Natur an vielen Stellen, zum Beispiel im Hühnereiweiß und in verschiedenen Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier. Auch Milch enthält Lysozym – in unterschiedlichen Mengen je nach Tierart.
Eselsmilch wird in der Literatur häufig im Zusammenhang mit Lysozym genannt, weil es ein typischer Bestandteil ihres Eiweißprofils ist. Für dich bedeutet das: Lysozym ist eine Beschreibung dessen, was in der Milch steckt. Eine Aussage darüber, was ein Glas Eselsmilch im Körper tut, lässt sich daraus nicht ableiten.
Lactoferrin: ein Protein, das Eisen bindet
Lactoferrin ist ein Protein, das in der Milch verschiedener Säugetiere vorkommt. Sein Name verrät eine Eigenschaft: „Lacto“ steht für Milch, „ferrin“ für Eisen. Lactoferrin kann Eisen binden. Das ist eine chemische Eigenschaft des Moleküls und wird in der Forschung entsprechend beschrieben.
Auch hier gilt: Dass Lactoferrin in Eselsmilch enthalten ist, beschreibt die Zusammensetzung. Ob und in welchem Umfang ein Inhaltsstoff aus einem Lebensmittel im Körper eine bestimmte Rolle spielt, ist eine ganz andere Frage – und für Eselsmilch nicht im Sinne einer zugelassenen Angabe geklärt.
Vom Inhaltsstoff zur Werbeaussage: Wo die Grenze liegt
Viele Texte machen einen gedanklichen Sprung: Ein Stoff wird im Labor untersucht, eine Eigenschaft wird beschrieben – und schon heißt es, das Lebensmittel habe diese Eigenschaft auch im Menschen. Dieser Sprung ist nicht zulässig, und zwar aus mehreren Gründen:
- Menge: Ein Glas Milch enthält einen Inhaltsstoff in einer bestimmten, oft kleinen Menge. Laborversuche arbeiten häufig mit isolierten Stoffen.
- Verdauung: Proteine werden bei der Verdauung zerlegt. Was im Reagenzglas passiert, lässt sich nicht einfach auf den Körper übertragen.
- Recht: Gesundheitsbezogene Angaben zu Lebensmitteln sind in der EU nur erlaubt, wenn sie geprüft und zugelassen sind. Für Eselsmilch gibt es keine Angabe zu Entzündungen.
Deshalb nennen wir Lysozym und Lactoferrin bei DON DONKEY'S nur als Bestandteile der Milch – nicht als Wirkstoffe.
Die übrigen Bestandteile im Überblick
Lysozym und Lactoferrin sind nur ein kleiner Teil der Milch. Den größten Teil machen Wasser, Milchzucker, Eiweiß und etwas Fett aus.
| Bestandteil je 100 ml | Eselsmilch, etwa |
|---|---|
| Energie | 35–45 kcal |
| Fett | 0,3–1,8 g (meist unter 1 g) |
| Eiweiß | 1,5–1,9 g |
| Laktose | 6–7 g |
| Calcium | 60–90 mg |
Wichtig für alle mit Unverträglichkeiten: Eselsmilch enthält mit etwa 6–7 g je 100 ml eher mehr Laktose als Kuhmilch (rund 4,7 g) und enthält Milcheiweiß. Bei einer Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie klärst du den Verzehr bitte vorher ärztlich.
Was bei Tiefkühlung und Pulver gilt
Häufig wird gefragt, ob Lysozym und Lactoferrin beim Einfrieren oder Gefriertrocknen erhalten bleiben. Dazu machen wir bewusst keine Angaben, denn sie wären ohnehin nur eine Beschreibung der Zusammensetzung und kein Grund für eine Kaufentscheidung mit Blick auf deinen Körper. Für den Genuss wichtig ist: Tiefgekühlte Eselsmilch lagerst du bei −18 °C und taust sie langsam im Kühlschrank bei 2–7 °C auf. Bitte beachte die Hinweise auf dem Etikett.
So erkennst du seriöse Informationen
Wenn du dich über Eselsmilch informierst, erleichtern dir ein paar einfache Fragen die Einordnung:
- Beschreibt der Text die Zusammensetzung oder verspricht er eine Folge für deinen Körper?
- Werden Laborergebnisse direkt auf Menschen übertragen?
- Stützt sich der Text auf einzelne Erfahrungsberichte statt auf geprüfte Angaben?
- Rät der Text bei Beschwerden zu ärztlichem Rat – oder ersetzt er ihn?
Einen sachlichen Überblick über Forschungsthemen rund um die Zusammensetzung findest du auf unserer Seite Eselsmilch in der Forschung.
Häufige Fragen
Darf Eselsmilch als entzündungshemmend bezeichnet werden?
Nein. Für Eselsmilch gibt es keine zugelassene Angabe dazu. Sie ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel.
Warum wird Lysozym so oft im Zusammenhang mit Eselsmilch genannt?
Weil es ein typischer Bestandteil ihres Eiweißprofils ist. Das ist eine Beschreibung der Zusammensetzung, keine Aussage über Folgen im Körper.
Ist Lactoferrin nur in Eselsmilch enthalten?
Nein. Lactoferrin kommt in der Milch verschiedener Säugetiere vor, auch in Kuhmilch.
Was tue ich bei entzündlichen Beschwerden?
Wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt. Lebensmittel behandeln keine Krankheiten.
Eselsmilch ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt.
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