Inhalt
Mit 0,3 mg Selen je kg Futter-Trockenmasse stieg die hochgerechnete Milchmenge von 3,26 auf 3,84 kg/d; die Milchgehalte an Fett, Protein und Laktose blieben gleich. Der Anteil gesättigter Fettsäuren sank von 56,74 % auf 54,06 % (0,5 mg: 50,90 %).
Studie an Tieren und ihrer Milch – keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen. Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
Die Studie in Kürze
- Originaltitel: Rectal Microbiome Reveals the Improved Effect of Dietary Selenium Levels on Lactation Performance and Milk Fatty Acid Profiles in Lactating Donkeys
- Autorinnen und Autoren: Meng F., Zhao Y., Guo Y. et al.
- Zeitschrift: Animals, 15(22), 3309 (2025)
- Land: China · Studientyp: Tierstudie
So wurde untersucht
Fütterungsversuch mit 24 laktierenden Dezhou-Eselinnen (im Mittel 40 Laktationstage, 247 ± 26 kg, 2,8 Geburten) in einem Betrieb in der Inneren Mongolei, China. Die Tiere wurden zufällig vier Gruppen (je n = 6) zugeteilt: Grundration ohne Zusatz (0,04 mg Se/kg TM) sowie Zulagen von 0,15, 0,3 und 0,5 mg Selen je kg Trockenmasse in Form von Selenhefe (≥ 98 % organisches Selen, überwiegend Selenomethionin). Nach 2 Wochen Eingewöhnung folgten 8 Wochen Datenerhebung mit Einzelhaltung.
Wichtige Zahlen
- 24 – Dezhou-Eselinnen in vier Gruppen (je 6 Tiere)
- 0 / 0,15 / 0,3 / 0,5 mg/kg – Selenzulage je kg Trockenmasse (Grundration: 0,04 mg/kg)
- 3,84 vs. 3,26 kg/d – hochgerechnete Tagesmilchmenge bei 0,3 mg Se vs. Kontrolle
- 0,39–0,41 % – Fettgehalt der Milch in allen Gruppen (kein signifikanter Unterschied)
- 7,11–7,12 % – Laktosegehalt der Milch in allen Gruppen (kein signifikanter Unterschied)
- 270,77 vs. 227,58 g/d – Laktosemenge je Tag bei 0,3 mg Se vs. Kontrolle
Ergebnisse
Die Selenkonzentration im Plasma stieg mit der Zulage von 107,37 µg/L (Kontrolle) auf 157,20, 169,20 und 186,10 µg/L. Die Futteraufnahme (7,62–8,14 kg TM/d) unterschied sich nicht.
Mit 0,3 mg Se/kg TM waren hochgerechnete Milchmenge (3,84 vs. 3,26 kg/d), Milchleistung je kg Futter sowie die Tagesmengen an Laktose, fettfreier Trockenmasse und Trockenmasse höher als in der Kontrolle. Die Milchfettmenge lag in allen Selengruppen höher (13,94–15,54 vs. 11,98 g/d). Die prozentualen Gehalte an Fett, Protein, Laktose und Trockenmasse blieben unverändert.
Im Milchfett sank der Anteil gesättigter Fettsäuren mit allen Zulagen (56,74 % auf 54,84 %, 54,06 % und 50,90 %); ungesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren sowie Ölsäure stiegen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Linolsäure und das P/S-Verhältnis lagen bei 0,3 und 0,5 mg höher; α-Linolensäure und n-3-Fettsäuren insgesamt nur bei 0,5 mg (4,28 % bzw. 4,41 %).
Grenzen der Studie
- Kleine Gruppen, Selen in Milch nicht gemessen: Je Gruppe wurden sechs Tiere einer Rasse aus einem Betrieb untersucht, was die Autoren selbst als Einschränkung nennen. Der Selengehalt der Milch wurde nicht bestimmt, nur der im Plasma.
- Schlussfolgerung geht über Tabelle hinaus: Abstract und Fazit schreiben der Dosis 0,3 mg einen Anstieg von α-Linolensäure und n-3-Fettsäuren zu; laut Tabelle 5 unterscheiden sich diese bei 0,3 mg nicht von der Kontrolle (3,62 vs. 3,38 % bzw. 3,75 vs. 3,50 %), sondern nur bei 0,5 mg. Die Diskussion spricht zudem von einem höheren Anteil gesättigter Fettsäuren bei 0,3 mg, die Tabelle zeigt einen Rückgang (56,74 auf 54,06 %).
- Unplausible Fettsäuremengen: In Tabelle 6 (Fettsäuremengen je Tag) ergeben gesättigte und ungesättigte Fettsäuren zusammen rund 318 g/d, während die Milchfettmenge in Tabelle 2 bei 12 bis 16 g/d liegt. Die Einheiten dieser Tabelle sind daher nicht nachvollziehbar; zudem sind die Verhältnis- und Indexwerte mit Tabelle 5 identisch.
- Methodische Unstimmigkeiten: Der Methodenteil nennt Spearman-Korrelationen, die Abbildungslegenden Pearson. Die Milchleistungseffizienz ist als SCM/Futteraufnahme × 100 definiert, angegeben sind aber Werte von 0,22 bis 0,28. Im Abschnitt zu Kot-Fettsäuren ist von einer nicht definierten „AOE“-Gruppe die Rede.
- Indizes und Deutungen: AI, TI und DFA sind rechnerische Kennzahlen aus dem Fettsäuremuster, keine gemessenen Wirkungen. Aussagen der Autoren zum Nährwert für Menschen und zur Rolle einzelner Gattungen des Darmmikrobioms beruhen auf Korrelationen und wurden nicht geprüft.
Evidenzstufe: Tierstudie – beschreibt Messwerte bei den untersuchten Tieren und ihrer Milch, keine Aussage über Wirkungen beim Menschen.
Unsere Einordnung
Die Studie beschreibt, wie eine Selenzulage im Futter Milchmenge und Fettsäuremuster der Milch von Dezhou-Eselinnen verändert; die prozentualen Hauptbestandteile blieben gleich. Rückschlüsse auf gesundheitliche Wirkungen beim Menschen oder auf Handelsprodukte lassen sich daraus nicht ableiten.
Interaktive Grafiken, alle Messwerte und die vollständige kritische Einordnung: Studie 105: Selen im Futter: Milchmenge und Milchfettsäuren. Weitere Studien im Forschungsarchiv.
Quelle: Meng F., Zhao Y., Guo Y., Guo X., Zhang Q., Wang Z., Li L., Hui F., Tong M., Yan S. (2025). Rectal Microbiome Reveals the Improved Effect of Dietary Selenium Levels on Lactation Performance and Milk Fatty Acid Profiles in Lactating Donkeys. Animals. DOI: 10.3390/ani15223309 · Zusammengefasst von der DON DONKEY'S Redaktion, Stand: Oktober 2026.
Ende der Studienzusammenfassung. Die Studie wurde unabhängig von DON DONKEY'S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
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