Inhalt
In Esels- und Rinderkolostrum wurden 206 polare Lipide aus 11 Unterklassen erfasst; 141 unterschieden sich deutlich. Sphingomyelin stellte im Eselskolostrum 70,7 % der polaren Lipide, im Rinderkolostrum 50,9 %.
Laboranalyse – keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen. Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
Die Studie in Kürze
- Originaltitel: Lipidomics profile shows differences of polar lipids between donkey and bovine colostrum: a comparative study
- Autorinnen und Autoren: Zhang Y., Chen J., Liu Z. et al.
- Zeitschrift: Food Chemistry: X, 29, 102798 (2025)
- Land: China · Studientyp: Laborstudie
So wurde untersucht
Kolostrum von 30 Dezhou-Eselstuten (2–4 Jahre, 0–5 Tage nach der Geburt, gemeinsame Weide eines Betriebs bei Dalian) wurde mit Kolostrum von 30 Holstein-Kühen (2–4 Jahre, 1–5 Tage nach der Kalbung, Betrieb bei Shenyang) verglichen. Je Tierart wurden die 30 Proben zufällig zu 10 Gruppen mit je drei Proben zusammengefasst und analysiert. Die Lipide wurden mit Chloroform/Methanol extrahiert, die polaren Lipide per Acetonfällung abgetrennt und per UHPLC-Triple-Quadrupol-Massenspektrometrie im MRM-Modus mit isotopenmarkierten internen Standards quantifiziert.
Wichtige Zahlen
- 30 + 30 – Kolostrumproben von Eselstuten und Kühen, je Tierart in 10 Gruppen analysiert
- 206 – identifizierte polare Lipide in 11 Unterklassen
- 152 (73,79 %) – davon Glycerophospholipide
- 54 (26,21 %) – davon Sphingolipide
- 70 (33,98 %) – Phosphatidylethanolamine – artenreichste Unterklasse
- 70,7 % vs. 50,9 % – Anteil Sphingomyelin an den polaren Lipiden, Esels- vs. Rinderkolostrum
Ergebnisse
In Esels- und Rinderkolostrum zusammen wurden 206 polare Lipide aus 11 Unterklassen identifiziert: 152 Glycerophospholipide (73,79 %) und 54 Sphingolipide (26,21 %). Nach Anzahl dominierten Phosphatidylethanolamine (70), Phosphatidylcholine (33) und Sphingomyeline (22).
Mengenmäßig war Sphingomyelin in beiden Kolostren die größte Unterklasse: 70,7 % der polaren Lipide im Eselskolostrum und 50,9 % im Rinderkolostrum. Es folgten Phosphatidylethanolamin (13,6 % vs. 21,9 %) und Phosphatidylcholin (8,89 % vs. 10,8 %).
Absolut lagen alle 11 Unterklassen im Rinderkolostrum signifikant höher (p < 0,001). Nur sieben der 206 Einzellipide waren im Eselskolostrum höher, darunter vier Sphingomyeline.
Grenzen der Studie
- Zwei Betriebe, zwei Tierarten: Eselstuten und Kühe stammten aus verschiedenen Betrieben mit unterschiedlicher Fütterung und leicht abweichendem Probenzeitraum (0–5 vs. 1–5 Tage). Unterschiede lassen sich daher nicht allein der Tierart zuschreiben. Wie die drei Proben je Gruppe kombiniert wurden, wird nicht genau beschrieben.
- Fold Change uneinheitlich definiert: Laut Methodenteil ist der Fold Change Esel geteilt durch Rind. Da alle 141 Lipide im Rinderkolostrum höher lagen, müssten die Werte unter 0,5 liegen; angegeben werden jedoch 224,855 als höchster und 3,4735 als niedrigster Wert, also offenbar Rind geteilt durch Esel.
- Zählungen nicht ganz stimmig: Unter den 141 Lipiden findet sich nach Aufzählung kein Phosphatidylinositol, obwohl auch diese Unterklasse im Rinderkolostrum höher lag. Der Abstract nennt sechs, die Schlussfolgerung acht Stoffwechselwege; die multivariate Auswertung wird im Methodenteil und im Ergebnisteil unterschiedlichen Programmen zugeschrieben. Abbildung 2 gibt die Einheit als ng/mL mit dem Zusatz (w/w) an.
- Kaum Zahlen im Haupttext: Absolute Konzentrationen werden nur in Boxplots gezeigt, nicht tabelliert; Mengenanteile liegen nur für drei Unterklassen als Zahl vor. Für die Gesamtmenge polarer Lipide fehlt ein Zahlenwert.
- Deutungen nicht geprüft: Aussagen der Autoren zu Bedeutung einzelner Lipide für Entwicklung, Energiestoffwechsel oder Säuglingsnahrung stützen sich auf Literatur und wurden in der Studie nicht untersucht. Es handelt sich um eine reine Zusammensetzungsanalyse ohne Prüfung von Wirkungen beim Menschen.
Evidenzstufe: Grundlagenforschung (Labor) – beschreibt Eigenschaften der Milch, keine Aussage über Wirkungen beim Menschen.
Unsere Einordnung
Die Studie beschreibt analytisch, welche polaren Lipide in Kolostrum von Eselstuten und Kühen vorkommen und wie sich ihre Anteile unterscheiden. Sie betrifft Kolostrum der ersten Tage, nicht reife Milch; Aussagen zu Wirkungen oder zu einzelnen Handelsprodukten lassen sich daraus nicht ableiten.
Interaktive Grafiken, alle Messwerte und die vollständige kritische Einordnung: Studie 102: Polare Lipide: Esels- vs. Rinderkolostrum. Weitere Studien im Forschungsarchiv.
Quelle: Zhang Y., Chen J., Liu Z., Zhang S., Wang J., Shao J., Yue X., Li M. (2025). Lipidomics profile shows differences of polar lipids between donkey and bovine colostrum: a comparative study. Food Chemistry: X. DOI: 10.1016/j.fochx.2025.102798 · Zusammengefasst von der DON DONKEY'S Redaktion, Stand: Oktober 2026.
Ende der Studienzusammenfassung. Die Studie wurde unabhängig von DON DONKEY'S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
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