Forschung zu Eselsmilch · Studie 53

Was Milchsäurebakterien aus Eselsmilch machen: 679 Peptide im Laborvergleich

Ein Turiner Forschungsteam hat pasteurisierte Eselsmilch mit zwei Milchsäurebakterien fermentiert und die dabei entstandenen Eiweißbruchstücke – Peptide – untersucht. Getestet wurden sie im Reagenzglas und in der Zellkultur, verglichen mit nicht fermentierter Eselsmilch.

Wichtig: Eine Laborstudie mit isolierten Peptid-Extrakten. Sie erlaubt keine Aussage über eine Wirkung von Eselsmilch beim Menschen, auch nicht zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionen.
Publikation
Cirrincione et al.
2021 · Molecules
Studientyp
Laborstudie
+ Zellkultur
Untersucht
Peptide aus fermentierter
und nicht fermentierter Eselsmilch
Herkunft
Eselhof im Piemont
Italien

Worum es geht

Fermentation als Eiweiß-Schere

Milchsäurebakterien zerlegen beim Fermentieren Milcheiweiß in kleinere Stücke, sogenannte Peptide. Manche Peptide aus Kuhmilch sind gut erforscht. Für Eselsmilch gibt es dazu bisher nur wenige Daten.

Das Team aus Turin – dieselbe Forschungsgruppe wie bei den FortiLat-Studien – prüfte fünf Bakterienstämme, wählte die zwei stärksten aus und verglich deren Peptide mit denen aus nicht fermentierter Eselsmilch.

Was genau wurde untersucht?

MilchSammelmilch eines Eselhofs, erhitzt und pasteurisiert
Fermentation24 Stunden bei 37 °C
StämmeL. rhamnosus 17D10 und L. lactis cremoris 40FEL3
Vergleichnicht fermentierte Eselsmilch
TestsRadikalfänger, Bakterien, Viren in Zellkultur
Grenzeisolierte Extrakte, nur Labor

Kurz erklärt

Begriffe aus der Studie

EiweißPeptide

Kurze Ketten aus Aminosäuren, die beim Abbau von Eiweiß entstehen.

VerfahrenFermentation

Umwandlung von Milch durch Mikroorganismen, etwa bei Joghurt oder Kefir.

LabortestPlaque-Test

Zählt in einer Zellkultur die Stellen, an denen Viren Zellen zerstört haben.

MethodikIn-silico-Abgleich

Vergleich gefundener Peptide mit einer Datenbank bekannter Peptide – eine Vorhersage, kein Nachweis.

Schritt 01Auswählen

5 Stämme in Eselsmilch getestet, 2 ausgewählt.

Schritt 02Fermentieren

24 Stunden bei 37 °C, ohne Bakterien als Vergleich.

Schritt 03Isolieren

Peptide gereinigt und per Massenspektrometrie bestimmt.

Schritt 04Testen

Radikalfänger-, Bakterien- und Virentest im Labor.

Interaktiv · Die Daten im Überblick

Von der Fermentation zum Labortest

Wie viele Peptide entstanden, woher sie stammten, was die Labortests zeigten – und wie der Virentest einzuordnen ist. Schalte zwischen den Ansichten um.

L. rhamnosus349
nicht fermentiert204
L. lactis cremoris126

0175350

Gefundene Peptid-Sequenzen je Probe · insgesamt 679

Werte aus dem Text der frei zugänglichen Originalpublikation. Einzelwerte, die nur als Grafik vorliegen, sind nicht abgebildet.

Zentrale Befunde

Was die Forschenden berichten

Peptidprofil

Jeder Stamm schneidet anders

679 Peptide

Die drei Proben teilten nur wenige Peptide. Am meisten fanden sich nach Fermentation mit L. rhamnosus. Die meisten Stücke stammten aus β-Casein. 41 Peptide ähnelten laut Datenbank bekannten bioaktiven Peptiden.

Reagenzglas

Etwas stärkere Radikalfänger

+25 % im DPPH-Test

Peptide aus fermentierter Eselsmilch fingen im Test mehr freie Radikale ab als solche aus nicht fermentierter. Das Wachstum zweier Bakterienarten wurde nur vorübergehend gebremst.

Zellkultur

Virentest ohne Vorteil der Fermentation

> 50 % in allen Proben

Alle Extrakte hemmten die Vermehrung von Herpes-simplex-Viren in der Zellkultur – auch der aus nicht fermentierter Milch. Ein Vorteil der Fermentation zeigte sich hier nicht.

Die Autoren sehen Fermentation als günstigen Weg, um Peptide aus Eselsmilch freizusetzen. Sie betonen selbst, dass die Peptid-Profile von Ansatz zu Ansatz schwankten und die Datenbank kaum Peptide aus Eselsmilch enthält.

Kritische Einordnung

Interessante Grundlagen, kein Gesundheitsbeleg

Was die Studie zeigt

✓
Fermentation verändert, welche Peptide in Eselsmilch entstehen – je nach Bakterienstamm deutlich.
✓
Im Reagenzglas zeigten die Peptid-Extrakte messbare Effekte auf Radikale und Bakterienwachstum.
✓
In der Zellkultur hemmten alle Extrakte ein Virus – fermentiert wie unfermentiert.

Was sie nicht zeigt

×
Keine Wirkung beim Menschen. Ergebnisse aus Zellkultur und Reagenzglas sind nicht auf den Körper übertragbar.
×
Keine Aussage zu Herpes oder anderen Infektionen. Getestet wurden gereinigte Extrakte, keine Milch zum Trinken.
×
Keine Mengenangabe: Unklar ist, ob und in welcher Menge die Peptide in Milch oder nach der Verdauung vorliegen.

Forschungsfrage für DON DONKEY’S®

Wie verändert Verarbeitung die Eiweiße der Eselsmilch?

Die Studie zeigt, wie stark Verarbeitung das Eiweißbild der Milch verändern kann. Uns interessiert, was Pasteurisieren, Tiefkühlen und Trocknen mit den Eiweißen unserer Eselsmilch machen.

01 · VERGLEICHENMit anderen Fermentationsstudien abgleichen (vgl. Studien 42, 43 und 52).
02 · BAKTERIENStudien zu Milchsäurebakterien aus Eselsmilch verfolgen (vgl. Studie 47).
03 · VERARBEITUNGRohmilch und Pulver im Vergleich betrachten (vgl. Studie 45).

Originalpublikation

Fermentation von Eselsmilch mit Lactococcus lactis subsp. cremoris und Lactobacillus rhamnosus verändert die antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften der Milch

Titel aus dem Englischen übersetzt.

Cirrincione S., Luganini A., Lamberti C., Manfredi M., Cavallarin L., Giuffrida M. G., Pessione E.
Molecules · 2021 · Band 26, Heft 16, Artikel 5100 · Open Access
CNR-ISPA Grugliasco · Universität Turin · Universität des Piemont-Ost (Novara)

DOI: 10.3390/molecules26165100

Transparenz: gefördert von der Fondazione CRT; laut Publikation keine Interessenkonflikte. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.

Zusammengefasst von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026

Ende der Studienzusammenfassung
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