Forschung zu Eselsmilch · Studie 51

Zucker, die man nicht schmeckt: Oligosaccharide aus Eselsmilch

Ein Forschungsteam aus China hat bestimmt, welche Milch-Oligosaccharide in Eselsmilch vorkommen, und diese Zucker anschließend an drei Darmzell-Linien im Labor getestet. Im Mittelpunkt: zwei Sialyllactosen, die auch aus Muttermilch bekannt sind.

Wichtig: Ein reiner Zellversuch mit isolierten Zuckern aus Eselsmilch. Ergebnisse aus der Zellkultur lassen sich nicht auf den Menschen übertragen und belegen keine Wirkung von Eselsmilch als Lebensmittel.
Publikation
Wang et al.
2019 · Food & Function
Studientyp
Zellversuch
+ Zucker-Analyse der Milch
Untersucht
Oligosaccharide
aus Eselsmilch
Zellmodelle
HT-29 · Caco-2
HIEC

Worum es geht

Die kleinen Zucker der Milch

Milch enthält neben Milchzucker auch Oligosaccharide: kurze Ketten aus mehreren Zuckerbausteinen. Sie werden im Dünndarm kaum verdaut und gelangen weitgehend unverändert in den Darm. In der Muttermilch gehören sie zu den am intensivsten erforschten Bestandteilen.

Über die Oligosaccharide der Eselsmilch war bisher wenig bekannt. Das Team bestimmte deshalb zuerst, welche dieser Zucker überhaupt vorkommen und in welcher Menge. Danach prüfte es im Labor, wie sich ein daraus gewonnener Oligosaccharid-Extrakt auf Darmzellen auswirkt.

Was genau wurde untersucht?

AnalyseArt und Menge der Oligosaccharide in Eselsmilch
Ergebnis8 Oligosaccharide nachgewiesen
ZellversuchExtrakt in steigenden Konzentrationen
ZellenHT-29, Caco-2 und HIEC
GemessenTeilung, Reifung und Zelltod der Zellen
Grenzenur Zellkultur, kein Tier, kein Mensch

Kurz erklärt

Begriffe aus der Studie

StoffgruppeOligosaccharide

Kurze Ketten aus drei bis zehn Zuckerbausteinen. In Milch kommen sie neben dem Milchzucker vor.

BestandteilSialyllactose

Milchzucker mit angehängter Sialinsäure. Je nach Bindungsstelle heißt sie 3′- oder 6′-Sialyllactose.

ZellbiologieDifferenzierung

Der Übergang einer Zelle in ihre ausgereifte, spezialisierte Form – hier: typische Darmzell-Merkmale.

Signalwegp38 & G2/M

p38 ist ein Signalweg, der Zellteilung mitsteuert. G2/M ist die Phase kurz vor der Teilung einer Zelle.

Schritt 01Gewinnen

Oligosaccharide aus Eselsmilch abgetrennt und angereichert.

Schritt 02Bestimmen

Zusammensetzung analysiert und die Sialyllactosen mengenmäßig erfasst.

Schritt 03Behandeln

Drei Darmzell-Linien mit unterschiedlichen Konzentrationen des Extrakts versetzt.

Schritt 04Messen

Teilung, Reifung, Zelltod und Zellzyklus der Zellen ausgewertet.

Interaktiv · Die Daten im Überblick

Vom Milchzucker zur Darmzelle

Welche Oligosaccharide gefunden wurden, wie viel Sialyllactose die Milch enthielt, an welchen Zellen getestet wurde, was sich veränderte – und welcher Signalweg dahinterstand. Schalte zwischen den Ansichten um.

013′-Sialyllactose 026′-Sialyllactose 033-Fucosyllactose 04Galactotriose 05LNnT / iso-LNnT 06Galactotetraose 07LNnP I 08LNnH
Nachgewiesene Oligosaccharide · Gold umrandet = sialyliert, die Hauptgruppe

Werte aus der Zusammenfassung und dem Zusatzmaterial der Studie. Konzentrationen und Messwerte des Zellversuchs sind nur in der kostenpflichtigen Vollfassung enthalten.

Zentrale Befunde

Was die Forschenden berichten

Zusammensetzung

Sialyllactosen sind die Hauptgruppe

8 Oligosaccharide

Unter den nachgewiesenen Oligosacchariden dominierten die sialylierten Formen. Gemessen wurden 18,3 mg/L 3′-Sialyllactose und 33,1 mg/L 6′-Sialyllactose.

Zellversuch

Reifere Zellen, weniger Teilung

3 Darmzell-Linien

Der Extrakt bremste die Zellteilung und verstärkte Differenzierung und Apoptose, und zwar umso deutlicher, je höher die Konzentration war.

Mechanismus

p38-Signalweg aktiviert

HT-29 · G2/M-Phase

In HT-29-Zellen ging der Effekt mit einer Aktivierung des p38-Signalwegs und einem Stopp in der G2/M-Phase des Zellzyklus einher.

Die Autoren schließen daraus, dass die Oligosaccharide der Eselsmilch die Reifung von Darmzellen im Labor fördern können, und sehen ihre Arbeit als Grundlage für weitere Forschung, etwa zur Säuglingsernährung.

Kritische Einordnung

Ein Baustein, kein Beweis

Was die Studie zeigt

✓
Eselsmilch enthält Oligosaccharide, vor allem die beiden Sialyllactosen.
✓
Ein daraus gewonnener Extrakt veränderte im Labor Teilung, Reifung und Zelltod von Darmzellen.
✓
In einer Zelllinie war dabei der p38-Signalweg beteiligt.

Was sie nicht zeigt

×
Keine Wirkung beim Menschen – es wurden weder Menschen noch Tiere untersucht.
×
Keine Aussage zur Wirkung von Eselsmilch als Lebensmittel; getestet wurde ein isolierter Extrakt.
×
Keine Aussage dazu, ob die Konzentrationen im Versuch beim Trinken von Milch erreicht werden.

Forschungsfrage für DON DONKEY’S®

Wie viele Oligosaccharide stecken in unserer Eselsmilch?

Die Studie liefert erste Mengenangaben für Sialyllactosen in Eselsmilch. Für uns ist spannend, wie stark diese Werte zwischen Höfen, Stuten und Laktationsphasen schwanken – und wie sie sich nach Tiefkühlung oder Trocknung zu Pulver verhalten.

01 · ANALYSEOligosaccharid-Profil der eigenen Milch bestimmen lassen.
02 · LITERATURMit Vergleichsstudien zu Esels-, Kuh- und Muttermilch abgleichen (vgl. Studie 26).
03 · VERARBEITUNGPrüfen, ob Tiefkühlung und Pulver die Gehalte verändern.
04 · AUSTAUSCHKontakt zu Laboren mit Schwerpunkt Milch-Glykobiologie suchen.

Originalpublikation

Oligosaccharide der Eselsmilch, ihr Einfluss auf das Wachstum von Darmzellen und der G2/M-Zellzyklus-Stopp über den p38-Signalweg in HT-29-Zellen

Titel sinngemäß aus dem Englischen übersetzt.

Wang J., Lei B., Yan J., Li J., Zhou X., Ren F., Guo H.
Food & Function · 2019 · Band 10, Heft 8, S. 4823–4833

DOI: 10.1039/C8FO02584C

Ein Zellversuch mit isolierten Oligosacchariden aus Eselsmilch – keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.

Zusammengefasst von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026

Ende der Studienzusammenfassung
Hinweis zu unseren Produkten

Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.

DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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