Eselsmilch-Studie: Milch und Herz-Mitochondrien (Trinchese et al., 2021)

Ein italienisches Team gab gesunden Ratten vier Wochen lang Kuh-, Esels- oder Frauenmilch mit gleicher Energiemenge und verglich danach Mitochondrien, Redox-Werte und Fettsäuren im Herzgewebe. Wir fassen die Messwerte und Grenzen des Tierversuchs zusammen.

4 Min. LesezeitVon DON DONKEY'S

Forschung zu Eselsmilch, Studie 82: Drei Milcharten und Herz-Mitochondrien bei Ratten
Inhalt
  1. Die Studie im Steckbrief
  2. Welche Frage stellten die Forschenden?
  3. So wurde untersucht
  4. Die Ergebnisse
  5. Kritische Einordnung
  6. Förderung, Interessenkonflikte und Evidenzstufe
  7. Was bedeutet das für Eselsmilch als Lebensmittel?
  8. Häufige Fragen

Was passiert im Herzgewebe von Ratten, wenn sie vier Wochen lang zusätzlich Kuh-, Esels- oder Frauenmilch trinken? Ein italienisches Team der Universitäten Neapel und Cagliari hat genau das untersucht und dabei die Mitochondrien, also die energieliefernden „Kraftwerke“ der Herzmuskelzellen, unter die Lupe genommen. Die drei Milchgruppen unterschieden sich in mehreren Laborwerten: Die Kuhmilch-Gruppe fiel durch mehr Körperfett und eine geringere Mitochondrien-Atmung auf, die Esels- und Frauenmilch-Gruppen durch andere Redox- und Fettsäurewerte.

Wichtig

Tierversuch an gesunden Ratten – keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen. Gemessen wurden Laborwerte im Herzgewebe und Blutserum der Tiere. Eselsmilch ist ein Lebensmittel.

2021Italien
n = 28Ratten (4 × 7)
TierversuchStudientyp

Die Studie im Steckbrief

Merkmal Angabe
Originaltitel Heart Mitochondrial Metabolic Flexibility and Redox Status Are Improved by Donkey and Human Milk Intake
Autorinnen und Autoren Trinchese G., Cimmino F., Cavaliere G. et al.
Zeitschrift Antioxidants, 10(11): 1807
Jahr 2021
Land Italien
Studientyp Fütterungsversuch an Ratten (Tiermodell)
Stichprobe 28 männliche Wistar-Ratten, 4 Gruppen à 7, Dauer 4 Wochen
DOI 10.3390/antiox10111807

Welche Frage stellten die Forschenden?

Nach früheren Versuchen zu Leber und Skelettmuskel ging es diesmal um das Herz: Unterscheiden sich Mitochondrien-Funktion, Redox-Status (das Gleichgewicht zwischen reaktiven Sauerstoffverbindungen und körpereigenen Abfangsystemen), Botenstoffe und Fettsäuren im Herzgewebe je nachdem, ob die Tiere Kuh-, Esels- oder Frauenmilch bekamen?

So wurde untersucht

  1. Gruppen: 28 männliche Wistar-Ratten (rund 60 Tage alt, im Mittel 345 g) wurden auf vier Gruppen à 7 verteilt: Kontrolle ohne Milch sowie je eine Gruppe mit roher Kuh-, Esels- oder Frauenmilch.
  2. Gleiche Energie: Jede Milchgruppe erhielt täglich 82 kJ aus Milch. Dafür tranken die Tiere 21 ml Kuhmilch, 48 ml Eselsmilch oder 22 ml Frauenmilch – zusätzlich zum Standardfutter.
  3. Vier Wochen Bilanz: Körpergewicht und Futterverbrauch wurden täglich erfasst, Kot gesammelt und am Ende die Körperzusammensetzung bestimmt.
  4. Herzgewebe: Aus den Herzen wurden Mitochondrien isoliert und ihr Sauerstoffverbrauch gemessen. Dazu kamen Enzymaktivitäten, der Marker MDA für Lipidperoxidation (oxidativ veränderte Fette), Botenstoffe, Fettsäuren, Genexpression und Gewebeschnitte.

Die Ergebnisse

Alle drei Milchgruppen nahmen ähnlich viel verwertbare Energie auf, mehr als die Kontrolle. Nur in der Kuhmilch-Gruppe lagen Gewichtszunahme und Körperfettanteil über der Kontrolle. Die Atmung isolierter Herz-Mitochondrien war in der Kuhmilch-Gruppe geringer als in Kontroll- und Eselsmilch-Gruppe. In der Eselsmilch-Gruppe war die Freisetzung von Wasserstoffperoxid (H₂O₂) aus den Mitochondrien niedriger als bei Kuh- und Frauenmilch. Der Marker MDA lag bei Kuhmilch am höchsten, bei Esels- und Frauenmilch am niedrigsten. Die Botenstoffe TNF-α und IL-1α im Serum und Herzgewebe der Ratten lagen in Esels- und Frauenmilch-Gruppe niedriger, IL-10 höher. Zahlen nennen die Tabellen zu Fettsäuren und Endocannabinoiden (körpereigenen Botenstoffen):

Messwert im Herzgewebe Kontrolle Kuhmilch Eselsmilch Frauenmilch
DHA (Omega-3), nmol/g 8.938,36 9.616,58 11.132,58 10.290,31
Myristinsäure (14:0), nmol/g 218,29 467,59 228,89 251,69
Arachidonsäure, nmol/g 13.445,11 13.201,11 13.963,23 14.381,91
Anandamid (AEA), pmol/g 55,56 45,74 21,54 27,34
DHEA, pmol/g 126,03 132,81 78,59 97,92

Mittelwerte von je 7 Tieren. DHA war in der Eselsmilch-Gruppe statistisch höher als in Kontrolle und Kuhmilch-Gruppe; Myristinsäure war in der Kuhmilch-Gruppe höher als in der Kontrolle; Arachidonsäure unterschied sich nicht. AEA und DHEA lagen in der Eselsmilch-Gruppe niedriger – die Autoren nennen das selbst „unerwartet“.

Kurz gesagt

Bei gesunden Ratten unterschieden sich nach vier Wochen Milchzulage mehrere Laborwerte im Herzgewebe je nach Milchart. Was diese Unterschiede bedeuten, lässt sich aus dem Versuch nicht ableiten – schon gar nicht für Menschen.

Kritische Einordnung

  • Kleine Gruppen: Sieben Tiere je Gruppe, die Genexpression beruht sogar nur auf drei Tieren je Gruppe.
  • Eingeschränktes Design: Nur gesunde, männliche Ratten über vier Wochen. Die Kontrollgruppe bekam kein Vergleichsgetränk mit gleicher Energie oder gleichem Volumen.
  • Ungleiche Trinkmengen: Für gleiche Energie tranken die Tiere mehr als doppelt so viel Eselsmilch wie Kuh- oder Frauenmilch. Ob die Flüssigkeitsmenge selbst eine Rolle spielte, wurde nicht geprüft.
  • Darstellung: Viele Ergebnisse stehen nur als Balkendiagramm im Paper; in den Tabellen finden sich Tippfehler (etwa „14,4424.90“). Die Gewebeschnitte wurden nur beschrieben, nicht ausgemessen.
  • Wertender Titel: „Verbessert“ ist die Lesart der Autoren. Die Fütterung folgt dem Plan früherer Arbeiten derselben Gruppe; ob dieselben Tiere ausgewertet wurden, bleibt im Text unklar.

Förderung, Interessenkonflikte und Evidenzstufe

Laut Paper erhielt die Studie keine externe Förderung; die Autorinnen und Autoren erklären keine Interessenkonflikte. Sie arbeiten an Universitäten in Neapel und Cagliari, einem Mailänder Klinikverbund und dem italienischen Forschungsrat CNR. Der Tierversuch wurde vom italienischen Gesundheitsministerium genehmigt.

Evidenzstufe: präklinisch (Tiermodell mit gesunden Ratten) – beschreibt Laborwerte im Herzgewebe, keine Aussage über Wirkungen beim Menschen.

Was bedeutet das für Eselsmilch als Lebensmittel?

Die Studie zeigt vor allem, dass sich Kuh-, Esels- und Frauenmilch in ihrer Zusammensetzung unterscheiden und dass Ratten nach mehrwöchiger Zulage unterschiedliche Messwerte aufwiesen. Die Autoren vermuten einen Zusammenhang mit den Fettsäuren der Milcharten, geprüft haben sie das nicht. Eine Empfehlung für Menschen lässt sich daraus nicht ableiten.

Unsere Forschungsfrage: Wie stabil ist das Fettsäuremuster von Eselsmilch zwischen Jahreszeiten und Höfen – und wie können wir das als Zusammensetzung transparent zeigen?

Häufige Fragen

Haben die Ratten nur Milch bekommen?

Nein. Alle Tiere hatten freien Zugang zu Standardfutter und Wasser. Die Milch kam als tägliche Zulage mit gleicher Energiemenge hinzu; die Kontrollgruppe bekam keine Milch.

Warum tranken die Tiere so viel mehr Eselsmilch?

Eselsmilch enthält weniger Fett und damit weniger Energie pro Milliliter. Um auf dieselben 82 kJ zu kommen, waren 48 ml nötig, bei Kuhmilch 21 ml und bei Frauenmilch 22 ml.

Lassen sich die Ergebnisse auf Menschen übertragen?

Nein. Es handelt sich um einen kleinen Tierversuch an gesunden Ratten. Die Messwerte beschreiben Unterschiede im Herzgewebe der Tiere, keine Wirkung beim Menschen.

Ausführliche Studienseite

Alle Messwerte, interaktive Grafiken und die vollständige kritische Einordnung findest du auf unserer Forschungsseite: Studie 82: Drei Milcharten und Herz-Mitochondrien bei Ratten. Weitere Studien im Forschungsarchiv.

Originalquelle

Trinchese G., Cimmino F., Cavaliere G. et al. (2021). Heart Mitochondrial Metabolic Flexibility and Redox Status Are Improved by Donkey and Human Milk Intake. Antioxidants, 10, 1807. DOI: 10.3390/antiox10111807

Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY'S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026. Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Originalarbeit.


Ende der Studienzusammenfassung. Die Studie wurde unabhängig von DON DONKEY'S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel.

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