Eselsmilch-Studie: Raufutter verändert Aromastoffe (Du 2025)

27 Eselstuten erhielten sechs Wochen lang Maisstroh, Weizenspelzen oder Weizenstroh. In der Milch wurden 43 flüchtige Verbindungen nachgewiesen; 23 davon unterschieden die Futtergruppen statistisch.

5 Min. LesezeitVon DON DONKEY'S

Forschung zu Eselsmilch, Studie 93: Raufutter und Aromastoffe in Eselsmilch
Inhalt
  1. Die Studie im Steckbrief
  2. So wurde untersucht
  3. Die wichtigsten Zahlen
  4. Die Ergebnisse
  5. Kritische Einordnung
  6. Förderung, Interessenkonflikte und Evidenzstufe
  7. Unsere Einordnung

27 Eselstuten erhielten sechs Wochen lang Maisstroh, Weizenspelzen oder Weizenstroh. In der Milch wurden 43 flüchtige Verbindungen nachgewiesen; 23 davon unterschieden die Futtergruppen statistisch.

Wichtig

Studie an Tieren und ihrer Milch – keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen. Eselsmilch ist ein Lebensmittel.

2025China
27 StutenEselstuten
TierstudieStudientyp

Die Studie im Steckbrief

Merkmal Angabe
Originaltitel Characterization and discrimination of milk volatiles from donkey fed different roughages using GC-IMS
Autorinnen und Autoren Du X., Zhao Y., Ding L. et al.
Zeitschrift Frontiers in Nutrition, Band 12, Artikel 1652665
Jahr 2025
Land China
Studientyp Tierstudie
DOI 10.3389/fnut.2025.1652665

So wurde untersucht

27 gesunde Eselstuten (5 Jahre alt, 60 ± 15 Tage in Laktation, 286 ± 25 kg) wurden zufällig auf drei Gruppen zu je 9 Tieren verteilt. Die Ration bestand zu 80 % aus Raufutter – Maisstroh (G1), Weizenspelzen (G2) oder Weizenstroh (G3) –, der Rest (Mais, Soja, Vormischung, Salz) war identisch. Der Versuch dauerte 6 Wochen (2 Wochen Vorperiode, 4 Wochen Hauptperiode); am Ende wurde von jeder Stute eine Milchprobe genommen und bei −80 °C gelagert. Die flüchtigen Verbindungen (VOCs) wurden mittels Gaschromatographie-Ionenmobilitätsspektrometrie (GC-IMS) bestimmt und mit relativen Geruchsaktivitätswerten (ROAV) sowie OPLS-DA-Multivariatanalyse ausgewertet.

Die wichtigsten Zahlen

Wert Bedeutung
27 Stuten Eselstuten, aufgeteilt auf drei Futtergruppen zu je 9 Tieren
6 Wochen Versuchsdauer (2 Wochen Vorperiode, 4 Wochen Hauptperiode)
80,00 % Raufutteranteil der Ration (Maisstroh, Weizenspelzen oder Weizenstroh)
43 flüchtige Verbindungen (VOCs) in der Eselsmilch nachgewiesen
27,91 % Anteil der Ester an den nachgewiesenen VOCs (12 Verbindungen)
25,58 % Anteil der Ketone an den nachgewiesenen VOCs (11 Verbindungen)
18,60 % Anteil der Aldehyde an den nachgewiesenen VOCs (8 Verbindungen)
13 charakteristische Aromastoffe mit relativem Geruchsaktivitätswert (ROAV) über 1

Die Ergebnisse

In der Milch aller Gruppen wiesen die Autoren 43 flüchtige Verbindungen nach: 12 Ester (27,91 %), 11 Ketone (25,58 %), 8 Aldehyde (18,60 %), 7 Alkohole (16,28 %), je ein Pyrrol, Alken und eine Säure (je 2,33 %) sowie 2 nicht identifizierte Verbindungen (4,65 %). Ketone und Ester waren am häufigsten vertreten.

Milch der Maisstroh-Gruppe (G1) enthielt signifikant mehr Ester (P < 0,05) und Aldehyde (P < 0,001) als die beiden Weizengruppen; Alkohole lagen in G1 höher als in G2. Alkene (1-Phellandren) waren dagegen in der Weizenstroh-Gruppe (G3) am höchsten und in G1 am niedrigsten (P < 0,001); das Pyrrol war in G3 niedriger.

13 Verbindungen hatten einen relativen Geruchsaktivitätswert (ROAV) über 1 und gelten in der Studie als charakteristische Aromastoffe: fünf Aldehyde, vier Ester und vier Ketone. Den größten Beitrag leisteten Thiocyansäuremethylester, Essigsäureethylester und Hexanal.

Die OPLS-DA-Analyse trennte die drei Gruppen; 23 Verbindungen mit VIP > 1 dienten als mögliche Marker (9 Ester, 8 Aldehyde, je 2 Alkohole und Ketone, je 1 Alken und Pyrrol). So lag (E)-Hept-2-enal in G1 bei 278,29, in G2 bei 55,17 und in G3 bei 58,62 (standardisierte Intensität); Ethyl-2-methylpropanoat (Monomer) bei 1324,89, 382,52 und 311,02.

Einige Verbindungen waren in den Weizengruppen höher, etwa Allylisothiocyanat (G1 188,22; G2 387,98; G3 370,23) und Amylacetat-Dimer (126,06; 160,75; 202,46).

Die Autoren führen die höheren Ester- und Aldehydwerte in G1 auf den höheren Rohfettgehalt des Maisstrohs zurück (1,90 % der TM gegenüber 1,27 % und 1,02 %). Diese Erklärung wurde in der Studie nicht direkt geprüft.

Fazit der Autoren

Die Autoren schließen, dass die flüchtigen Verbindungen der Eselsmilch – insbesondere Ester und Aldehyde – vor allem von der Art des Raufutters beeinflusst werden, und sehen darin eine theoretische Grundlage, das Aromaprofil von Eselsmilch über das Raufutter zu steuern.

Kritische Einordnung

  • Grenze – Keine Verkostung: Es wurde nur instrumentell gemessen; ein Sensorikpanel gab es nicht. Die Geruchsbeschreibungen (z. B. grasig, fruchtig) stammen aus der Literatur, nicht aus eigenen Prüfungen.
  • Grenze – Nur relative Werte: Laut Methodenteil erlauben Peakflächen keine Berechnung von Mengen oder Konzentrationen. Alle Gruppenvergleiche beruhen auf normalisierten, relativen Signalstärken.
  • Beachten – Fehler in Tabelle 3: Tabelle 3 trägt den Titel „donkey meat“ statt Milch. Mehrere Werte sind offensichtlich fehlerhaft gesetzt (z. B. „723.60 3.20.54b“, „1024.40 2448.26c“), und einige Signifikanzbuchstaben widersprechen dem Fließtext (z. B. Hexanal-Monomer: höchster Wert in G1 mit „c“ markiert).
  • Beachten – Fragliche Zuordnungen: Einige Datenbankzuordnungen sind chemisch fraglich: Mindestens eine zugeordnete Verbindung erscheint in Milch nicht plausibel; 2-Propanthiol ist als Alkohol, Allylisothiocyanat als Ester eingeordnet. Die Diskussion verweist zudem auf den Pansen, obwohl Esel keine Wiederkäuer sind.
  • Beachten – Begrenzte Stichprobe: Je Gruppe 9 Tiere, eine einzige Milchprobe pro Tier am Versuchsende, ein Standort in China. Im Fazit ist von sieben Stoffklassen die Rede, im Ergebnisteil von acht.
  • Stärke – Kontrolliertes Fütterungsdesign: Randomisierte Gruppen, gleiche Haltung und Fütterungszeiten, identische Ration bis auf das Raufutter, sechswöchige Versuchsdauer und Ethikvotum; die Raufutter-Analysen sind vollständig angegeben.

Förderung, Interessenkonflikte und Evidenzstufe

Gefördert durch das National Key R&D Program of China (2022YFD1600103, 2023YFD1302004), die Shandong Provincial Natural Science Foundation (ZR2022QC130), das Innovationsteam Eselwirtschaft des Modern Agricultural Technology System der Provinz Shandong (SDAIT-27), das Support Program for Innovation and Technology in Universities of Shandong Province (2023KJ354) sowie das Livestock and Poultry Breeds Project des chinesischen Landwirtschaftsministeriums (19211162).

Die Autoren erklären, dass keine kommerziellen oder finanziellen Beziehungen bestanden, die als potenzieller Interessenkonflikt ausgelegt werden könnten.

Evidenzstufe: Tierstudie – beschreibt Messwerte bei den untersuchten Tieren und ihrer Milch, keine Aussage über Wirkungen beim Menschen.

Unsere Einordnung

Die Studie misst Aromastoffe instrumentell und relativ; ob Menschen die Unterschiede schmecken oder riechen, wurde nicht untersucht.

Offene Forschungsfrage: Nehmen Verbraucherinnen und Verbraucher die futterbedingten Unterschiede im Aromaprofil von Eselsmilch in einer Verkostung tatsächlich wahr?

Ausführliche Studienseite

Alle Messwerte, interaktive Grafiken und die vollständige kritische Einordnung findest du auf unserer Forschungsseite: Studie 93: Raufutter und Aromastoffe in Eselsmilch. Weitere Studien im Forschungsarchiv.

Originalquelle

Du X., Zhao Y., Ding L., Huang F., Ren W., Ma Z., Zhu M., Liu G., Khan M. Z., Wang C., Zhou M., Li M. (2025). Characterization and discrimination of milk volatiles from donkey fed different roughages using GC-IMS. Frontiers in Nutrition, Band 12, Artikel 1652665. DOI: 10.3389/fnut.2025.1652665

Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY'S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026. Diese Zusammenfassung ersetzt nicht die Originalarbeit.


Ende der Studienzusammenfassung. Die Studie wurde unabhängig von DON DONKEY'S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel.

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