Inhalt
Der Geschichtsschreiber Cassius Dio berichtet im frühen 3. Jh., Poppaea habe täglich 500 Eselinnen melken lassen, um in ihrer Milch zu baden – als Beispiel für ihren Luxus.
Wir geben wieder, was die Quelle berichtet, und ordnen es kritisch ein. Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
Die Quelle in Kürze
- Urheber: Cassius Dio (Lucius Cassius Dio)
- Werk: Römische Geschichte (Rhomaika)
- Stelle: Buch 62, Kap. 28, § 1 (erhalten in der Epitome des Xiphilinos)
- Zeit und Raum: frühes 3. Jh. n. Chr. · Römisches Reich
- Quellenart: Römische Geschichtsschrift
Im Wortlaut
She had gilded girths put upon the mules that carried her and caused five hundred asses that had recently foaled to be milked each day that she might bathe in their milk.
Sie ließ den Maultieren, die sie trugen, vergoldete Gurte anlegen und täglich fünfhundert Eselinnen, die kurz zuvor geworfen hatten, melken, um in ihrer Milch zu baden.
Englisch, Dio 62,28,1 (engl. Übers. Foster 1905)
Deutsche Wiedergabe: eigene, sinngemäße Übersetzung der DON DONKEY'S Redaktion.
Hintergrund
Cassius Dio (um 163 – nach 229 n. Chr.) stammte aus Nikaia in Bithynien, war römischer Senator und Konsul und schrieb auf Griechisch eine Römische Geschichte in 80 Büchern von den Anfängen bis 229 n. Chr.
Die Bücher über Kaiser Nero sind nicht im Original erhalten, sondern nur in einer Kurzfassung, die der byzantinische Mönch Johannes Xiphilinos im 11. Jahrhundert anfertigte. Wortlaut und Auswahl gehen daher teilweise auf den Bearbeiter zurück.
Was die Quelle berichtet
Dio erwähnt Poppaea Sabina im Zusammenhang mit ihrem Tod 65 n. Chr. und kündigt an, ihren übermäßigen Luxus „in aller Kürze“ zu schildern. Als Beispiele nennt er vergoldete Gurte für ihre Maultiere und fünfhundert Eselinnen, die kurz zuvor geworfen hatten und täglich für ihr Bad gemolken wurden.
Er fügt hinzu, Poppaea habe großen Wert darauf gelegt, jugendlich und strahlend zu wirken; als ihr eines Tages ihr Spiegelbild missfiel, habe sie sich gewünscht, zu sterben, bevor sie verblühe.
Eine medizinische oder kosmetische Wirkung der Milch behauptet Dio nicht. Das Milchbad dient ihm als Beleg für Verschwendung am Hof Neros.
Zahlen und Fakten
- 500 – Eselinnen, die laut Dio täglich gemolken wurden
- 65 n. Chr. – Tod Poppaeas, Anlass der Erwähnung
- ≈ 150 Jahre – Abstand zwischen Ereignis und Niederschrift
- 80 – Bücher der Römischen Geschichte
- 11. Jh. – Kurzfassung des Xiphilinos, in der die Stelle erhalten ist
Kritische Einordnung
- Späte Quelle: Dio schrieb rund anderthalb Jahrhunderte nach Poppaeas Tod. Dass er wie Plinius die Zahl 500 nennt, spricht eher für eine gemeinsame literarische Tradition als für eine unabhängige Bestätigung.
- Überlieferung über eine Kurzfassung: Die Stelle ist nur in der Epitome des Xiphilinos erhalten. Einzelheiten des Wortlauts können daher vom ursprünglichen Text abweichen.
- Moralische Absicht: Dio nutzt das Milchbad als Beispiel für Luxus und Eitelkeit. Die Anekdote ist Teil einer kritischen Darstellung Neros und seines Hofes.
- Heutige Einordnung: Die Stelle ist ein Zeugnis für die antike Poppaea-Tradition. Über Wirkungen von Eselsmilch sagt sie nichts aus.
Unsere Einordnung
Dio liefert die heute oft zitierte Zahl der täglich gemolkenen Eselinnen – allerdings mit großem zeitlichem Abstand und in moralisierender Absicht. Für uns ist das ein Stück Kulturgeschichte, keine Werbebotschaft.
Originalzitate, alle Fakten und die vollständige Einordnung: Cassius Dio: Poppaea und 500 Eselinnen. Weitere Quellen und Studien im Forschungsarchiv.
Nachweis: Englische Übersetzung H. B. Foster, „Dio’s Rome“, Bd. 5, 1905 (Project Gutenberg) · Zusammengefasst von der DON DONKEY'S Redaktion, Stand: November 2026.
Ende der Quellenzusammenfassung. Die Quelle bezieht sich nicht auf DON DONKEY'S® oder unsere Produkte. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel.
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