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Ja, Esel dürfen Äpfel fressen – aber nur selten und wenig. Ein kleines Stück Apfel, in schmale Spalten geschnitten, ist als gelegentliche Belohnung in Ordnung. Täglich oder in größeren Mengen gehören Äpfel nicht in den Futtertrog, denn sie enthalten viel Fruchtzucker.
Warum Äpfel für Esel nur eine Ausnahme sind
Esel stammen aus kargen, trockenen Regionen. Ihr Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, aus faserreichem, energie- und zuckerarmem Futter möglichst viel herauszuholen. Esel sind deshalb keine kleinen Pferde: Was ein Pferd noch gut wegsteckt, ist für einen Esel oft schon zu reichhaltig.
Äpfel schmecken süß, weil sie Fruchtzucker enthalten. Ein kleines Stück fällt bei einem ansonsten karg gefütterten Esel kaum ins Gewicht. Werden Äpfel aber zur Gewohnheit, summiert sich der Zucker. Zu viel Zucker und Stärke sowie zu üppiges Futter fördern Übergewicht und gelten als Hauptrisiko für Hufrehe beim Esel. Auch Koliken können durch Fehlfütterung begünstigt werden.
Die Grundregel lautet daher: Der Apfel ist eine Belohnung, kein Futterbestandteil. Was Esel sonst fressen dürfen und was nicht, findest du in unserer Übersicht Was Esel fressen dürfen: die komplette Futterliste.
So bereitest du den Apfel richtig zu
Esel kauen gründlich, schlucken aber manchmal hastig, wenn sie etwas Leckeres bekommen. Runde Stücke oder ganze Früchte können dann im Schlund stecken bleiben. Deshalb gilt:
- Den Apfel waschen und nur frische, einwandfreie Früchte verwenden – nichts Fauliges, Schimmeliges oder Vergorenes.
- Das Kerngehäuse entfernen.
- Den Apfel in schmale Spalten schneiden. Keine runden Stücke, keine Würfel in Schluckgröße, keine ganzen Äpfel.
- Nur ein kleines Stück anbieten, zum Beispiel ein bis zwei schmale Spalten.
- Aus der flachen Hand füttern oder in den Futtertrog legen, nicht über den Zaun werfen.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wie oft? | Nicht täglich, nur gelegentlich als Belohnung. |
| Wie viel? | Ein kleines Stück, in schmale Spalten geschnitten. |
| Ganzer Apfel? | Nein – Verschluckgefahr und zu viel Zucker auf einmal. |
| Kerngehäuse? | Vorher entfernen. |
| Fallobst? | Nicht in Mengen und nie gärend. |
| Übergewicht oder Hufrehe-Vorgeschichte? | Lieber ganz verzichten. |
Fallobst und Apfelbäume auf der Weide
Das größere Problem ist oft nicht der Apfel aus der Hand, sondern der Apfelbaum auf oder neben der Weide. Im Spätsommer und Herbst fällt dort viel Obst herunter. Esel fressen davon unkontrolliert, und am Boden liegende Äpfel beginnen schnell zu gären.
- Fallobst regelmäßig absammeln, solange der Baum trägt.
- Den Bereich unter Obstbäumen in dieser Zeit auszäunen.
- Keine Apfelreste, Schalenberge oder Trester aus der Saftpresse über den Zaun geben.
Wie du die Weide insgesamt so gestaltest, dass Esel sich viel bewegen und nicht zu üppig fressen, liest du im Beitrag Esel-Haltung: Sand statt Wiese.
Bessere Alternativen zum Apfel
Die Basis der Eselfütterung ist Raufutter: Stroh als Grundlage, ergänzt durch strukturreiches Heu, dazu eine begrenzte, magere Weide und jederzeit frisches Wasser. Mehr dazu erfährst du unter Esel-Futter: Heu, Stroh und Grundfutter.
Als Belohnung brauchst du gar nicht unbedingt etwas Essbares. Viele Esel genießen es, gekrault oder gebürstet zu werden. Auch gemeinsame Spaziergänge oder kleine Aufgaben beim Training sind eine Form von Zuwendung.
Wenn es doch einmal ein Leckerli sein soll, gelten für andere Sorten ähnliche Regeln: Karotten und Birnen ebenfalls nur selten und wenig. Bananen sind sehr zuckerreich und eher nicht geeignet.
Was tun, wenn der Esel viele Äpfel gefressen hat?
Es passiert schnell: Der Esel war unbeobachtet unter dem Apfelbaum, oder Besucher haben ihm einen ganzen Eimer Äpfel gegeben. Entferne zuerst alle restlichen Äpfel aus seiner Reichweite. Beobachte deinen Esel danach aufmerksam: Frisst er normal, setzt er Kot ab, bewegt er sich wie gewohnt?
Wenn dir etwas auffällt, etwa Unruhe, Fressunlust, häufiges Hinlegen, ein steifer Gang oder andere Anzeichen einer Kolik, rufe deine Tierärztin oder deinen Tierarzt an. Versuche nicht, selbst etwas zu behandeln.
Häufige Fragen
Dürfen Esel Apfelschalen fressen?
Die Schale kann am Apfelstück bleiben, wenn der Apfel gut gewaschen ist. Größere Mengen Schalen, etwa Reste vom Apfelmuskochen, gehören dagegen nicht in den Futtertrog.
Dürfen Esel Apfelkerne fressen?
Apfelkerne enthalten Stoffe, aus denen Blausäure entstehen kann. Entferne das Kerngehäuse deshalb, bevor du den Apfel in Spalten schneidest.
Dürfen Esel getrocknete Äpfel fressen?
Lieber nicht. Beim Trocknen wird der Zucker konzentriert, ein kleines Stück Trockenapfel ist deutlich süßer als ein frisches Stück. Gezuckerte Apfelchips sind ganz ungeeignet.
Wie oft darf ein Esel einen Apfel bekommen?
Nicht täglich. Ein kleines Stück ab und zu als Belohnung reicht. Ist dein Esel übergewichtig oder hatte er schon einmal Hufrehe, verzichte lieber ganz darauf und sprich die Fütterung mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ab.
Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung zur Fütterung von Eseln. Bei Fragen zu deinem Tier, bei Vorerkrankungen oder Auffälligkeiten wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.
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