Esel & Haltung

Was fressen Esel? Futterliste: Was Esel dürfen und was nicht

Was fressen Esel? Stroh und Heu bilden die Basis, Leckerlis gibt es nur selten. Unsere Futterliste zeigt auf einen Blick, was Esel dürfen und was nicht.

7 Min. LesezeitVon DON DONKEY'S

Eselhuf von unten gezeigt um den Aufbau zu erklären
Inhalt
  1. Futterliste: Was Esel dürfen und was nicht
  2. Warum Esel keine kleinen Pferde sind
  3. Grundfutter: Stroh, Heu, Weide und Wasser
  4. Leckerlis: wenn, dann selten und richtig geschnitten
  5. Warum Esel kein Brot bekommen sollten
  6. Hufrehe: das wichtigste Fütterungsrisiko
  7. Bewegung und Weidemanagement
  8. Wenn Besucher deinen Esel füttern wollen
  9. Häufige Fragen

Esel fressen vor allem Stroh und Heu. Gerstenstroh oder Haferstroh bildet die Basis, ergänzt durch spät geschnittenes, strukturreiches Heu. Dazu kommen eine begrenzte, magere Weide und jederzeit frisches Wasser. Leckerlis wie Apfel oder Karotte gibt es nur selten und in kleinen Stücken. Brot, Süßes und viele Küchenreste sind für Esel ungeeignet. In der Futterliste unten siehst du auf einen Blick, was Esel dürfen und was nicht.

KurzantwortStroh und Heu als Basis, magere Weide, frisches Wasser.
LeckerlisNur selten, klein und richtig geschnitten – nie als Futterbestandteil.
AchtungKein Brot, nichts Süßes, kein Rasenschnitt. Fremde Esel nie ohne Erlaubnis füttern.

Futterliste: Was Esel dürfen und was nicht

Die Tabelle fasst die wichtigsten Futtermittel und typischen Leckerli-Fragen zusammen. Zu vielen Einträgen gibt es eine eigene Seite mit Details zu Menge, Zubereitung und häufigen Fragen.

Futtermittel Geeignet? Hinweis
Stroh und Heu (Grundfutter) Ja, als Basis Gerstenstroh oder Haferstroh als Grundlage, ergänzend spät geschnittenes, strukturreiches Heu
Äpfel Selten und wenig Ein kleines Stück, in Spalten geschnitten, nicht täglich
Karotten / Möhren Selten und wenig Längs in schmale Streifen schneiden, nicht täglich
Birnen Selten und wenig Wie Äpfel; reif, nicht vergoren, kein Fallobst in Mengen
Gurken Selten und wenig Wasserreich und zuckerarm, kleine Stücke; kein Ersatz für Raufutter
Fenchel / Sellerie Selten und wenig Kleine, längs geschnittene Stücke als gelegentliche Ausnahme
Wassermelone Selten und wenig Ein kleines Stück ohne Schale, nicht regelmäßig
Salat Nur wenig, besser nicht Kaum Nutzen; nie mit Dressing, nie welk oder faul, keine Küchenabfälle
Bananen Eher nicht Sehr zuckerreich; wenn überhaupt, ausnahmsweise eine kleine Scheibe
Paprika Nicht empfehlenswert Nachtschattengewächs ohne Nutzen; Pflanze und Stiele nie
Brot Nein Auch kein trockenes Brot: Stärke, Zucker, Klumpen- und Kolikrisiko, Schimmel
Tomaten Nein Nachtschattengewächs; grüne Teile und unreife Früchte enthalten Solanin
Weintrauben Nein Sehr zuckerreich; keine Rebenreste, keine vergorenen Trauben
Pflaumen Nein Zuckerreich, Steine, gärendes Fallobst; Weide unter Pflaumenbäumen meiden
Kastanien Nein Rosskastanien gelten als giftig, Esskastanien sind stärkereich; Weide im Herbst absammeln
Mais Nein Sehr stärkereich; Kolben und Stängel können stecken bleiben; keine Maissilage
Rasenschnitt Nein Gärt schnell, wird hastig gefressen; Gartenabfälle können Giftpflanzen enthalten
Kartoffeln Nein Nachtschattengewächs, roh ungeeignet, gekocht sehr stärkereich
Zwiebeln, Lauch, Knoblauch Nein Gelten für Equiden als unverträglich
Kohl Nein Kann zu Blähungen führen
Avocado Nein Gilt für Pferde und Esel als giftig
Süßigkeiten, Kekse, Kuchen Nein Zucker und Stärke ohne jeden Nutzen für den Esel

Für alle Leckerlis gilt: Obst und Gemüse in Spalten oder längs in Streifen schneiden, keine runden Stücke und keine ganzen Früchte. Übergewichtige Esel und Esel mit Hufrehe-Vorgeschichte bekommen lieber gar keine Leckerlis.

Warum Esel keine kleinen Pferde sind

Um die Fütterung von Eseln zu verstehen, hilft ein Blick auf ihre Herkunft. Esel stammen aus trockenen, kargen Regionen. Dort finden sie vor allem harte Gräser, Kräuter und Sträucher und müssen weite Strecken laufen, um satt zu werden.

Darauf ist ihr Verdauungssystem ausgelegt: Es holt aus faserreichem, energie- und zuckerarmem Futter sehr viel heraus. Was in kargen Gegenden ein Vorteil ist, wird bei reichhaltigem Futter zum Nachteil. Ein Esel bekommt dann schnell mehr Energie, als er braucht. Pferdefutter, das für ein Pferd angemessen ist, ist für einen Esel deshalb meist zu gehaltvoll.

Zu viel Zucker und Stärke sowie zu üppiges Futter fördern Übergewicht und gelten als Hauptrisiko für Hufrehe. Fehlfütterung kann außerdem Koliken begünstigen. Die gute Nachricht: Die richtige Fütterung ist einfach. Sie besteht vor allem aus Raufutter und Zurückhaltung.

Grundfutter: Stroh, Heu, Weide und Wasser

Die Basis der Eselfütterung ist Stroh. Gerstenstroh oder Haferstroh ist faserreich und energiearm und beschäftigt den Esel über viele Stunden. Das entspricht seinem natürlichen Fressverhalten mit vielen kleinen Portionen über den Tag.

Ergänzend kommt spät geschnittenes, strukturreiches Heu dazu. Junges, sehr blattreiches Heu ist für viele Esel zu gehaltvoll. Wie du Stroh und Heu kombinierst, erklären wir ausführlich unter Esel-Futter: Heu, Stroh und Grundfutter.

  • Weide: begrenzt und mager. Üppiges, junges Gras, vor allem im Frühjahr und Herbst, ist für Esel oft zu reichhaltig.
  • Wasser: jederzeit frisch und sauber, auch im Winter nicht gefroren.
  • Salz und Mineralfutter: nach Bedarf, in Absprache mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.
  • Kraftfutter: braucht ein Esel in der Regel nicht. Getreide, Müsli-Mischungen oder Pferdefutter mit Melasse nur nach tierärztlicher Empfehlung.

Leckerlis: wenn, dann selten und richtig geschnitten

Viele Menschen möchten Eseln mit einem Leckerli eine Freude machen. Das ist verständlich. Für Esel gilt aber: Leckerlis sind eine seltene Belohnung, kein Bestandteil der Fütterung. Ein kleines Stück Apfel oder Karotte ab und zu ist für einen normalgewichtigen Esel in Ordnung. Täglich sollte es das nicht geben.

  • Nur kleine Stücke, zum Beispiel eine Handvoll schmaler Streifen aus einer kleinen Möhre.
  • Immer in Spalten oder längs in Streifen schneiden. Runde Stücke und ganze Früchte können im Schlund stecken bleiben.
  • Nur frische, einwandfreie Ware – nichts Fauliges, Schimmeliges oder Vergorenes.
  • Keine Küchenreste, nichts Gekochtes, Gewürztes oder Gesüßtes.
  • Bei Übergewicht oder Hufrehe-Vorgeschichte ganz auf Leckerlis verzichten.

Sehr süße Früchte wie Bananen oder Weintrauben sind für Esel eher nicht beziehungsweise gar nicht geeignet. Und oft ist eine schöne Belohnung gar nichts Essbares: Viele Esel genießen es, gekrault oder gebürstet zu werden.

Warum Esel kein Brot bekommen sollten

Brot ist wohl das häufigste Futter, das Esel von Spaziergängern bekommen – dabei ist es für Esel ungeeignet. Brot besteht überwiegend aus Stärke, enthält oft Zucker und Salz und kann im Verdauungstrakt zu einem zähen Klumpen aufquellen. Das kann Schlundverstopfungen und Koliken begünstigen. Dazu kommt, dass gelagertes Brot schnell schimmelt.

Das gilt auch für trockenes oder hartes Brot, für Brötchen, Zwieback, Kekse und Kuchen. Esel, die regelmäßig Brot bekommen, beginnen außerdem zu betteln und werden am Zaun aufdringlich. Alle Hintergründe findest du unter Dürfen Esel Brot fressen?

Hufrehe: das wichtigste Fütterungsrisiko

Hufrehe ist eine Erkrankung der Huflederhaut, bei der die Verbindung zwischen Hufwand und Hufbein geschädigt wird. Sie ist sehr schmerzhaft und kann dauerhafte Schäden hinterlassen. Als Hauptrisiko gelten zu viel Zucker und Stärke, zu üppiges Futter und Übergewicht. Weil Esel Schmerzen oft lange verbergen, wird Hufrehe manchmal erst spät bemerkt.

Typische Hinweise sind ein vorsichtiger, steifer Gang, häufiges Liegen oder eine Haltung, bei der der Esel die Vorderbeine nach vorn stellt, um die Hufe zu entlasten. Bei solchen Auffälligkeiten rufe deine Tierärztin oder deinen Tierarzt an. Mehr dazu liest du unter Hufrehe beim Esel.

Bewegung und Weidemanagement

Mindestens so wichtig wie das richtige Futter ist Bewegung. In ihrer ursprünglichen Umgebung laufen Esel viel, um ihr Futter zu finden. Auf einer kleinen, üppigen Weide fällt das weg: Der Esel frisst mehr und bewegt sich weniger.

  • Die Weide in Zonen einteilen und die Weidezeit auf üppigen Flächen begrenzen.
  • Wasser, Raufutter und Liegeplätze möglichst weit auseinander anordnen, damit die Esel laufen.
  • Befestigte, trockene Flächen einplanen, auf denen kein Gras wächst.
  • Regelmäßige Spaziergänge und Beschäftigung anbieten.

Wie eine magere, bewegungsfreundliche Haltung im Alltag aussehen kann, erklären wir im Beitrag Esel-Haltung: Sand statt Wiese. Achte außerdem darauf, dass Fallobst, Kastanien und Gartenabfälle nicht auf die Weide gelangen.

Wenn Besucher deinen Esel füttern wollen

Nachbarn, Spaziergänger oder Kinder wollen Eseln oft „nur mal schnell“ etwas geben. Die meisten meinen es gut und wissen einfach nicht, was Eseln schadet. Diese Maßnahmen helfen:

  • Schild am Zaun: freundlich und gut sichtbar, etwa „Bitte nicht füttern – auch kein Brot und kein Obst. Danke!“
  • Ruhig erklären: Ein, zwei Sätze zu Zucker, Brot und Hufrehe reichen meist.
  • Alternative anbieten: anschauen, fotografieren und – wenn du einverstanden bist und der Esel es mag – kraulen.
  • Abstand schaffen: Grenzt die Weide an einen öffentlichen Weg, kann ein zweiter Zaun mit etwas Abstand helfen.

Und umgekehrt gilt: Fremde Esel auf Weiden oder Höfen nie ohne Erlaubnis der Halter füttern.

Häufige Fragen

Was ist die Hauptnahrung eines Esels?

Stroh, ergänzt durch spät geschnittenes, strukturreiches Heu. Dazu kommen eine begrenzte, magere Weide und jederzeit frisches Wasser.

Dürfen Esel Karotten oder Äpfel fressen?

Ja, aber nur selten und wenig: ein kleines Stück, Äpfel in Spalten und Karotten längs in Streifen geschnitten, nicht täglich.

Warum darf man Eseln kein Brot geben?

Brot enthält viel Stärke und oft Zucker, kann im Verdauungstrakt verklumpen und schimmelt schnell. Das gilt auch für trockenes Brot.

Kann ich meinem Esel Pferdefutter geben?

In der Regel nicht. Pferdemüsli und Kraftfutter enthalten oft Getreide, Melasse und Zucker. Die meisten Esel kommen mit Stroh, Heu und magerer Weide aus. Ob dein Esel zusätzlich etwas braucht, klärst du mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.

Warum ist üppige Weide für Esel ungünstig?

Junges, saftiges Gras ist energie- und zuckerreich, besonders im Frühjahr und Herbst. Für Esel, die auf karges Futter ausgelegt sind, ist das oft zu viel. Deshalb Weidezeiten begrenzen und Flächen mager halten.

Dürfen Esel Rasenschnitt fressen?

Nein. Rasenschnitt gärt schnell und wird hastig gefressen. Gartenabfälle können außerdem Giftpflanzen enthalten.

Dieser Beitrag gibt allgemeine Orientierung zur Fütterung von Eseln. Bei Fragen zu deinem Tier, bei Vorerkrankungen oder Auffälligkeiten wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Du möchtest Eseln etwas Gutes tun, ohne selbst einen zu halten? Mit einer Eselpatenschaft unterstützt du Eselhöfe in Deutschland. Und wer neugierig auf das Lebensmittel ist, für das wir als DON DONKEY'S® stehen, findet hier unsere Eselsmilch.

Kurze Einblicke rund um Esel findest du auch auf unserem Instagram-Kanal.

Über DON DONKEY'S

Wir bieten Eselsmilch, Eselsmilchpulver, Eselskäse und Pflegeprodukte mit Eselsmilch. Die frische Eselsmilch wird von Hand gemolken, direkt tiefgefroren und gekühlt zu dir geliefert. Zum Sortiment