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Eselsmilch ist ein Lebensmittel – kein Arzneimittel und kein Ersatz für eine Behandlung. Sie kann chronische Erkrankungen weder behandeln noch beeinflussen, und Lebensmittel behandeln generell keine Krankheiten. Wer mit einer chronischen Erkrankung lebt und seine Ernährung umstellen oder ergänzen möchte, stimmt das am besten mit Ärztin, Arzt oder einer Ernährungsfachkraft ab. Was sich sachlich über Eselsmilch sagen lässt, liest du hier.
Warum wir keine Versprechen machen
Im Internet findest du viele Aussagen, nach denen Eselsmilch bei bestimmten Erkrankungen vorteilhaft sein soll. Solche Versprechen sind nicht belegt und für Lebensmittel in der EU auch nicht erlaubt. Das hat einen guten Grund: Menschen mit einer chronischen Erkrankung sollen sich auf verlässliche Informationen stützen können und nicht auf Werbebotschaften.
Deshalb beschränken wir uns in diesem Beitrag auf das, was sich sachlich sagen lässt: was Eselsmilch als Lebensmittel ist, welche Nährwerte sie hat und worauf du achten solltest.
Was Eselsmilch als Lebensmittel ist
Eselsmilch ist die Milch von Eselinnen. Sie wird in kleinen Mengen gewonnen, denn eine Eselin gibt zusätzlich zu dem, was ihr Fohlen trinkt, nur etwa 1 bis 2 Liter am Tag. Sie ist dünnflüssig, schmeckt mild und leicht süßlich und wird pur getrunken oder in der Küche verwendet.
Je 100 ml enthält Eselsmilch etwa:
| Nährwert | Eselsmilch (etwa) | Kuhmilch, Vollmilch (etwa) |
|---|---|---|
| Energie | 35–45 kcal | 64–66 kcal |
| Fett | 0,3–1,8 g (meist unter 1 g) | 3,5 g |
| Eiweiß | 1,5–1,9 g | 3,4 g |
| Laktose (Kohlenhydrate) | 6–7 g | 4,7 g |
| Calcium | 60–90 mg | 120 mg |
Außerdem enthält Eselsmilch von Natur aus Lysozym und Lactoferrin. Das sind Inhaltsstoffe; eine Aussage über Effekte im Körper lässt sich daraus nicht ableiten.
Laktose und Kohlenhydrate: ein wichtiger Punkt
Ein häufiger Irrtum: Eselsmilch ist nicht laktosearm. Mit etwa 6 bis 7 g Laktose je 100 ml enthält sie eher mehr Milchzucker als Kuhmilch. Für Menschen, die ihre Kohlenhydrataufnahme im Blick behalten müssen, ist das eine wichtige Information. Auch bei einer Laktoseintoleranz ist Eselsmilch daher keine automatische Alternative.
Einen Überblick über den Laktosegehalt verschiedener Milchsorten findest du im Beitrag Welche Milch enthält wie viel Laktose?.
Milcheiweiß und Unverträglichkeiten
Eselsmilch enthält Milcheiweiß. Sie unterscheidet sich zwar in der Eiweißzusammensetzung von Kuhmilch, ist aber trotzdem ein Milchprodukt. Wer eine Milcheiweißallergie hat, klärt bitte vorher ärztlich, ob und in welcher Form Eselsmilch infrage kommt. Selbstversuche sind in diesem Fall keine gute Idee.
Ernährung bei chronischen Erkrankungen gehört in fachkundige Hände
Bei vielen chronischen Erkrankungen spielt die Ernährung eine Rolle. Welche Lebensmittel sinnvoll sind, hängt aber stark von der jeweiligen Erkrankung, von Medikamenten und von deiner persönlichen Situation ab. Deshalb gilt:
- Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du deine Ernährung grundlegend änderst.
- Nutze eine Ernährungsberatung, wenn du einen individuellen Plan brauchst.
- Bring Informationen mit: Die Nährwerte laut Etikett helfen bei der Einschätzung, ob und wie ein Lebensmittel in deinen Speiseplan passt.
- Setze keine Behandlung ab und ersetze keine ärztlich verordnete Maßnahme durch ein Lebensmittel.
Worauf du beim Etikett achten kannst
Wenn du gemeinsam mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft überlegst, ob Eselsmilch in deinen Speiseplan passt, helfen die Angaben auf der Verpackung. Achte vor allem auf:
- Nährwerttabelle: Energie, Fett, Kohlenhydrate (davon Zucker) und Eiweiß, meist je 100 ml oder je 100 g.
- Zutaten und Allergene: Milch ist als Allergen gekennzeichnet. Maßgeblich sind die Angaben laut Etikett.
- Hinweise zu Lagerung und Zubereitung: Bitte beachte die Hinweise auf dem Etikett.
Eselsmilch in der Forschung
Eselsmilch wird wissenschaftlich vor allem wegen ihrer Zusammensetzung untersucht – etwa wegen ihres Eiweißprofils oder ihres Gehalts an Lysozym und Lactoferrin. Diese Forschung beschreibt, was in der Milch enthalten ist. Sie ist kein Beleg für Effekte beim Menschen. Einen Überblick über die Fragestellungen findest du auf unserer Seite Eselsmilch in der Forschung.
Häufige Fragen
Welche Rolle spielt Eselsmilch bei chronischen Erkrankungen?
Eselsmilch ist ein Lebensmittel und kein Mittel zur Behandlung. Ob sie in deine Ernährung passt, besprichst du am besten mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft.
Ist Eselsmilch laktosearm?
Nein. Mit etwa 6 bis 7 g Laktose je 100 ml enthält sie eher mehr als Kuhmilch mit rund 4,7 g.
Enthält Eselsmilch Milcheiweiß?
Ja. Bei einer Milcheiweißallergie klärst du den Verzehr bitte vorher ärztlich.
Was untersucht die Forschung an Eselsmilch?
Vor allem die Zusammensetzung: Eiweiß, Fett, Laktose, Mineralstoffe sowie natürlich enthaltene Stoffe wie Lysozym und Lactoferrin.
Eselsmilch ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt.
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