Eselsmilch-Studie: Genetische Marker für die Milchmenge (Fang 2025)

Bei 112 Xinjiang-Eselstuten wurden 236 Genvarianten gefunden, die statistisch mit Milchmenge, Fett-, Protein- oder Laktosegehalt zusammenhingen. In einer Prüfgruppe von 82 Tieren war bei acht Varianten die Tagesmilchmenge je nach Genotyp verschieden (z. B. 2,67 vs. 1,57 kg).

3 Min. LesezeitVon DON DONKEY'S

Forschung zu Eselsmilch, Studie 110: Genetische Marker für die Milchmenge bei Eseln
Inhalt
  1. Die Studie in Kürze
  2. So wurde untersucht
  3. Wichtige Zahlen
  4. Ergebnisse
  5. Grenzen der Studie
  6. Unsere Einordnung

Bei 112 Xinjiang-Eselstuten wurden 236 Genvarianten gefunden, die statistisch mit Milchmenge, Fett-, Protein- oder Laktosegehalt zusammenhingen. In einer Prüfgruppe von 82 Tieren war bei acht Varianten die Tagesmilchmenge je nach Genotyp verschieden (z. B. 2,67 vs. 1,57 kg).

Wichtig

Studie an Tieren und ihrer Milch – keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen. Eselsmilch ist ein Lebensmittel.

Die Studie in Kürze

  • Originaltitel: Unveiling Genetic Markers for Milk Yield in Xinjiang Donkeys: A Genome-Wide Association Study and Kompetitive Allele-Specific PCR-Based Approach
  • Autorinnen und Autoren: Fang C., Farnir F., Liu L. et al.
  • Zeitschrift: International Journal of Molecular Sciences, 26(7), 2961 (2025)
  • Land: China · Studientyp: Tierstudie

So wurde untersucht

112 Xinjiang-Eselstuten (Geburtsjahrgänge 2013 und 2014, 5. oder 6. Laktation) aus zwei Betrieben im Kreis Yopurga (Region Kashgar, China) wurden phänotypisiert; aus 4704 Probemelkdaten wurden mittlere Monatsmilchmenge (AY = Tagesmenge × 30), Fett-, Protein- und Laktosegehalt abgeleitet. Aus Blutproben wurde das Erbgut vollständig mit rund 10-facher Abdeckung sequenziert. Nach Qualitätsfilterung gingen rund 12 Mio. Einzelbasen-Varianten (SNPs) in eine genomweite Assoziationsanalyse mit gemischten linearen Modellen ein, gerechnet mit zwei Auswerteprogrammen; als Signifikanzschwelle galt p < 1 × 10⁻⁶.

Wichtige Zahlen

  • 112 – Xinjiang-Eselstuten aus zwei Betrieben in der GWAS
  • 4704 – ausgewertete Probemelk-Datensätze
  • 38,51 kg – mittlere Monatsmilchmenge (SD 14,87; 13,60–72,75 kg)
  • 1,02 % – mittlerer Fettgehalt (0,12–4,52 %)
  • 1,44 % – mittlerer Proteingehalt (0,99–1,94 %)
  • 6,46 % – mittlerer Laktosegehalt (4,47–6,96 %)

Ergebnisse

Die 112 Eselstuten erreichten im Mittel 38,51 kg Milch pro Monat bei 1,02 % Fett, 1,44 % Protein und 6,46 % Laktose; Fettgehalt (SD 0,93) und Monatsmenge (SD 14,87) streuten stark zwischen den Tieren.

Nach Qualitätskontrolle lagen 12.039.909 SNPs vor, überwiegend in Bereichen zwischen Genen (43,20 %) und in Introns (39,36 %). Die Hauptkomponentenanalyse zeigte keine deutliche Unterstruktur zwischen den beiden Betrieben (PC1 7,48 %, PC2 6,21 %).

Die beiden Auswerteprogramme fanden 222 bzw. 228 signifikante SNPs; insgesamt 236 SNPs hingen mit je einem der vier Merkmale zusammen, davon übereinstimmend 11 für die Milchmenge, 95 für Fett, 5 für Protein und 103 für Laktose. Kein Gen war mit drei oder vier Merkmalen zugleich verknüpft.

Grenzen der Studie

  • Kleine Stichprobe für eine GWAS: 112 Tiere aus zwei Betrieben und einer Rasse sind für eine genomweite Analyse wenig; die Autoren fordern selbst größere Bestätigungsstudien. Statistische Zusammenhänge belegen keine ursächlichen Genvarianten, und die Funktionsdeutungen der Kandidatengene beruhen auf Literatur zu anderen Arten.
  • Widersprüche bei den Markern: Der Abstract nennt fünf signifikante Marker und ordnet die Position g.9133371 dem Gen TOP1MT zu; laut Tabelle 2 liegt sie in NOTCH1, TOP1MT liegt an Position 38323301. Der Ergebnisteil nennt dagegen acht signifikante SNPs.
  • Auffällige Werte in Tabelle 4: Für die beiden PLK1-Varianten sind die Werte von TC (21 Tiere) und GC (21 Tiere) sowie von TT (40) und CC (40) identisch. Die Genotyp-Zahlen ergeben je SNP nur 70–80 statt 82 Tiere, ohne dass fehlende Werte erläutert werden.
  • Milchmengen schwer vergleichbar: Die mittlere Monatsmenge von 38,51 kg entspricht rechnerisch etwa 1,28 kg pro Tag, die Genotypgruppen der Prüfgruppe liegen dagegen bei 1,57–2,75 kg pro Tag. Wie Tages- und Gesamtmilchmenge in der Prüfgruppe erhoben wurden, wird nicht beschrieben. Die Diskussion nennt zudem 38,52 statt 38,51 kg.
  • Methodische Unklarheiten: Laut Methodenteil wurden keine individuellen additiven Zufallseffekte einbezogen, das angegebene Modell enthält aber einen polygenen Zufallseffekt. Die Schwelle 1 × 10⁻⁶ wird als Bonferroni-korrigiert und zugleich als „suggestiv“ bezeichnet; die Zahl der Gene je Merkmal wird uneinheitlich angegeben (z. B. 18 bzw. 50 für die Milchmenge).

Evidenzstufe: Tierstudie – beschreibt Messwerte bei den untersuchten Tieren und ihrer Milch, keine Aussage über Wirkungen beim Menschen.

Unsere Einordnung

Die Studie betrifft die Genetik der Milchleistung bei Eselstuten in China und liefert Hinweise für die Tierzucht. Aussagen zur Qualität der Milch für den Menschen oder zu Handelsprodukten lassen sich daraus nicht ableiten.

Ausführliche Studienseite

Interaktive Grafiken, alle Messwerte und die vollständige kritische Einordnung: Studie 110: Genetische Marker für die Milchmenge bei Eseln. Weitere Studien im Forschungsarchiv.

Quelle: Fang C., Farnir F., Liu L., Xiao H. (2025). Unveiling Genetic Markers for Milk Yield in Xinjiang Donkeys: A Genome-Wide Association Study and Kompetitive Allele-Specific PCR-Based Approach. International Journal of Molecular Sciences. DOI: 10.3390/ijms26072961 · Zusammengefasst von der DON DONKEY'S Redaktion, Stand: Oktober 2026.


Ende der Studienzusammenfassung. Die Studie wurde unabhängig von DON DONKEY'S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel.

Über DON DONKEY'S

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