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Eselsmilch ist keine Alternative zur Muttermilch. Für Säuglinge empfehlen wir sie nicht – sie ersetzt weder Muttermilch noch Säuglingsnahrung. Trotzdem taucht der Vergleich immer wieder auf. Hier erfährst du, woher er kommt, was historisch überliefert ist und warum er heute keine Grundlage für die Ernährung von Babys ist.
Woher der Vergleich mit Muttermilch kommt
Eselsmilch unterscheidet sich deutlich von Kuhmilch: Sie ist fettärmer, enthält weniger Eiweiß und eher mehr Milchzucker. Wegen dieser Unterschiede zur Kuhmilch wird Eselsmilch in Artikeln oft mit Muttermilch verglichen.
Ein solcher Vergleich greift aber zu kurz. Für die Ernährung eines Babys zählt die vollständige Zusammensetzung – nicht einzelne Werte, die zufällig in einer ähnlichen Größenordnung liegen. Deshalb verwenden wir diesen Vergleich nicht als Argument und raten auch davon ab, Eselsmilch auf dieser Grundlage für Säuglinge zu nutzen.
Eselsmilch in der Geschichte
Eselsmilch hat eine lange kulturelle Geschichte. Der Überlieferung nach soll Kleopatra in Eselsmilch gebadet haben. Auch Hippokrates wird der Überlieferung nach mit Eselsmilch in Verbindung gebracht. Und in früheren Jahrhunderten wurde Eselsmilch in Teilen Europas der Überlieferung nach auch dann verwendet, wenn eine Mutter nicht stillen konnte.
Diese Geschichten zeigen, welchen Stellenwert Eselsmilch früher hatte. Sie sind aber kein Beleg und keine Empfehlung für heute. Damals gab es weder das heutige Wissen über die Ernährung von Säuglingen noch geregelte Säuglingsnahrung. Wer Geschichte und Gegenwart vermischt, zieht leicht falsche Schlüsse.
Was heute für Säuglinge gilt
Heute ist die Lage klar: Säuglinge werden mit Muttermilch oder mit einer Säuglingsnahrung ernährt, deren Zusammensetzung in der EU eigenen, strengen Vorgaben unterliegt. Eselsmilch ist ein gewöhnliches Lebensmittel und für diesen Zweck nicht zusammengesetzt.
- Eselsmilch ist sehr fettarm – meist unter 1 g Fett je 100 ml.
- Sie enthält Milcheiweiß und etwa 6–7 g Laktose je 100 ml.
- Sie ist nicht mit den Nährstoffen angereichert, die Säuglingsnahrung vorgeschrieben enthält.
Wenn Stillen nicht möglich ist oder dein Baby etwas nicht verträgt, ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt die richtige Ansprechperson – nicht ein Online-Shop.
Was Eselsmilch tatsächlich ist
Eselsmilch ist die Milch der Eselin. Eine Eselin gibt etwa 1–2 Liter Milch pro Tag zusätzlich zur Versorgung ihres Fohlens. Gemolken wird von Hand bzw. in kleinen Mengen. Deshalb ist Eselsmilch selten und vergleichsweise teuer. Je 100 ml enthält sie etwa:
| Nährwert | Je 100 ml (etwa) |
|---|---|
| Energie | 35–45 kcal |
| Fett | 0,3–1,8 g (meist unter 1 g) |
| Eiweiß | 1,5–1,9 g |
| Laktose | 6–7 g |
| Calcium | 60–90 mg |
Daneben enthält Eselsmilch von Natur aus Lysozym und Lactoferrin. Wir nennen diese Inhaltsstoffe zur Beschreibung, nicht als Wirkversprechen. Mehr dazu im Beitrag Inhaltsstoffe und Nährwerte von Eselsmilch.
Was die Forschung untersucht
Eselsmilch wird wissenschaftlich vor allem wegen ihrer Zusammensetzung untersucht. Einen Überblick über die Themen dieser Forschung findest du auf der Seite Eselsmilch und Forschung. Diese Übersicht dient der Information. Sie ist keine Empfehlung, Eselsmilch für Säuglinge zu verwenden.
Warum wir diesen Beitrag neu geschrieben haben
Früher stand hier ein Text, der Eselsmilch als Alternative zur Muttermilch beschrieb. Das war missverständlich. Wir haben den Beitrag komplett überarbeitet, weil es bei der Ernährung von Babys keine Unklarheiten geben darf. Eselsmilch ist für Erwachsene ein besonderes Lebensmittel – für Säuglinge ist sie nicht gedacht.
Wenn du dich für Eselsmilch interessierst
Für Erwachsene ist Eselsmilch ein besonderes Lebensmittel mit mildem, leicht süßlichem Geschmack. Sie ist selten, weil eine Eselin nur kleine Mengen Milch zusätzlich zur Versorgung ihres Fohlens gibt. Wer sich für die kulturelle Geschichte interessiert, findet in Eselsmilch ein spannendes Thema – von antiken Überlieferungen bis zur heutigen Küche. Wie Eselsmilch schmeckt, liest du im Beitrag Wie schmeckt Eselsmilch?
Häufige Fragen
Ist Eselsmilch eine Alternative zur Muttermilch?
Nein. Eselsmilch ist kein Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsnahrung. Für Säuglinge empfehlen wir sie nicht.
Wurde Eselsmilch früher für Babys verwendet?
Der Überlieferung nach ja, in früheren Jahrhunderten. Das ist ein historischer Hinweis und keine Empfehlung für heute.
Was tun, wenn Stillen nicht klappt?
Sprich bitte mit deiner Hebamme, deiner Ärztin oder deinem Arzt bzw. der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Dort bekommst du Unterstützung und eine passende Empfehlung.
Ist Eselsmilch bei Kuhmilchunverträglichkeit eine Option für Babys?
Eselsmilch enthält ebenfalls Milcheiweiß und Laktose. Bei Unverträglichkeiten entscheidet die Kinderärztin oder der Kinderarzt über die Ernährung.
Eselsmilch ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt.
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