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Warum gibt eine Eselin überhaupt Milch – und für wen? Die Antwort ist einfach: Die Milch ist zuerst für ihr Fohlen da. Nur wenn eine Eselstute ein Fohlen hat, bildet sie Milch, und das Fohlen trinkt immer zuerst. Gemolken wird nur ein Teil. In diesem Beitrag erklären wir dir, wie Trächtigkeit, Geburt und die ersten Lebensmonate eines Fohlens mit der Gewinnung von Eselsmilch zusammenhängen.
Ohne Fohlen keine Milch
Viele stellen sich Milchgewinnung so vor wie bei Kühen in großen Betrieben. Bei Eseln ist das grundlegend anders. Eine Eselin gibt nur dann Milch, wenn sie ein Fohlen zur Welt gebracht hat. Die Milchbildung ist von der Natur für das Jungtier vorgesehen.
Das bedeutet auch: Jede Flasche Eselsmilch steht in direktem Zusammenhang mit einem Fohlen. Ohne Nachwuchs in der Herde gibt es keine Milch. Das ist einer der Hauptgründe, warum Eselsmilch so selten ist.
Trächtigkeit und Geburt
Eselstuten tragen ihr Fohlen etwa zwölf Monate, manchmal etwas länger. Das ist deutlich länger als bei vielen anderen Nutztieren. Meist kommt ein einzelnes Fohlen zur Welt. Zwillinge sind bei Eseln selten.
Kurz nach der Geburt steht das Fohlen auf und sucht das Euter. In den ersten Tagen bildet die Eselin die sogenannte Biestmilch, auch Kolostrum genannt. Diese erste Milch gehört vollständig dem Fohlen. In dieser Zeit wird nicht gemolken.
Die ersten Lebenswochen: Mutter und Fohlen gehören zusammen
In den ersten Wochen sind Fohlen und Mutter unzertrennlich. Das Fohlen trinkt häufig und in kleinen Mengen. Es lernt in dieser Zeit die Herde kennen und beginnt, an Heu und Gras zu knabbern.
Gemolken wird in der Regel erst, wenn sich das Fohlen gut entwickelt hat und regelmäßig trinkt. Auch dann bleibt es bei seiner Mutter. Auf vielen Höfen werden Fohlen und Mütter vor dem Melken für einige Zeit in Sicht- und Hörweite getrennt gehalten, damit sich etwas Milch sammeln kann. Danach sind sie wieder zusammen.
Warum nur ein Teil gemolken wird
Das Fohlen braucht die Milch für seine Entwicklung. Deshalb wird von Hand bzw. in kleinen Mengen nur ein Teil entnommen. Pro Eselin sind das etwa 1–2 Liter am Tag zusätzlich zu dem, was ihr Fohlen trinkt. Die Menge ist von Tier zu Tier unterschiedlich und verändert sich im Verlauf der Laktation.
Wie viel Milch ein Esel genau gibt und warum die Menge im Vergleich zur Kuh so gering ist, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Wie viel Milch gibt ein Esel?.
Wenn das Fohlen größer wird
Mit jedem Monat frisst das Fohlen mehr Heu und Gras. Die Milch wird nach und nach weniger wichtig. Irgendwann wird das Fohlen abgesetzt, also von der Muttermilch entwöhnt. Ab diesem Zeitpunkt geht auch die Milchbildung der Eselin zurück und endet schließlich.
Viele Fohlen bleiben danach in der Herde. Junge Stuten können später selbst Mütter werden. So schließt sich der Kreis, und es wird verständlich, warum die Zahl der Milchesel nur langsam wächst.
Was das für dich bedeutet
Weil die Milch zuerst dem Fohlen gehört, ist Eselsmilch immer nur in kleinen Mengen verfügbar. Tiefgekühlt bei −18 °C kannst du dir einen Vorrat anlegen. Taue die Milch langsam im Kühlschrank bei 2–7 °C auf. Wer flexibel bleiben möchte, greift zu gefriergetrocknetem Eselsmilchpulver: 10 g Pulver und 90 ml Wasser ergeben etwa 100 ml.
Häufige Fragen
Wie lange ist eine Eselin trächtig?
Etwa zwölf Monate, manchmal etwas länger. Meist kommt ein einzelnes Fohlen zur Welt.
Wird die erste Milch nach der Geburt gemolken?
Nein. Die erste Milch, das Kolostrum, gehört vollständig dem Fohlen.
Bekommt das Fohlen genug Milch?
Das Fohlen bleibt bei seiner Mutter und trinkt zuerst. Gemolken wird nur ein Teil der Milch.
Warum ist Eselsmilch so selten?
Weil Eselinnen nur mit Fohlen Milch geben, lange trächtig sind und nur etwa 1–2 Liter pro Tag zusätzlich zur Milch fürs Fohlen abgeben.
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