Forschung zu Eselsmilch · Studie 43

Eselsmilch, fermentiert mit eigenem Stamm

Ein spanisches Forschungsteam hat 2026 in roher Eselsmilch nach Milchsäurebakterien gesucht, einen geeigneten Stamm ausgewählt und damit Eselsmilch fermentiert. Danach wurde im Reagenzglas gemessen, wie stark die Proben das Enzym ACE hemmen und wie antioxidativ sie sind.

Wichtig: Eine Laborstudie mit Mikrobiologie und Reagenzglas-Tests. Blutdruck oder andere Werte am Menschen wurden nicht gemessen – sie zeigt keine Wirkung von Eselsmilch im Körper.
Publikation
García-Martín et al.
2026 · Int. J. Food Microbiol.
Studientyp
Laborstudie
Mikrobiologie & In-vitro-Tests
Milch
Zamorano-Leonés-Esel
Spanien
ACE-Test (IC50)
7,23 → 3,17 g/L
pasteurisiert → fermentiert

Worum es geht

Die Starterkultur kommt aus der Milch selbst

Für Joghurt oder Käse nutzt man meist bewährte Starterkulturen. Dieses Team ging einen anderen Weg: Es ließ rohe Milch der spanischen Eselrasse Zamorano-Leonés spontan säuern und suchte darin nach Bakterien, die sich für eine gezielte Fermentation eignen.

Am Ende stand ein einzelner Stamm: Lactococcus lactis subsp. lactis CECT 31096. Mit ihm wurde pasteurisierte Eselsmilch fermentiert und im Labor mit unfermentierter Milch verglichen.

Was genau wurde untersucht?

Schritt 1Spontanfermentation roher Eselsmilch bei 37 °C bis pH 4,6
Schritt 2Bakterien bestimmen, isolieren und prüfen
Schritt 3Pasteurisierte Eselsmilch mit dem gewählten Stamm fermentieren
MessungACE-Hemmung & antioxidative Kapazität im Reagenzglas
Vergleichfermentiert vs. pasteurisiert, auch nach Labor-Verdauung
Grenzekeine Messung an Menschen oder Tieren

Kurz erklärt

Vier Begriffe, die du hier brauchst

VerfahrenSpontanfermentation

Milch säuert ohne zugesetzte Kultur – nur durch die Bakterien, die schon darin sind.

MethodeMetataxonomik

Bestimmt per Erbgut-Analyse, welche Bakteriengruppen in einer Probe vorkommen.

EnzymACE

Ein Enzym, das im Körper an der Blutdruckregulation beteiligt ist. Hier nur im Reagenzglas getestet.

MesswertIC50

Die Menge einer Probe, die die Enzymaktivität im Test halbiert. Kleiner heißt: stärkere Hemmung im Test.

Schritt 01Säuern lassen

Rohe Eselsmilch fermentierte spontan bei 37 °C, bis sie pH 4,6 erreichte.

Schritt 02Bakterien finden

Aus der Milch wurden 34 Isolate gewonnen, zehn davon mögliche Milchsäurebakterien.

Schritt 03Stamm prüfen

Fünf L.-lactis-Isolate wurden getestet, einer per Genomsequenzierung genau untersucht.

Schritt 04Fermentieren & messen

Pasteurisierte Eselsmilch wurde mit dem Stamm fermentiert und im Labor untersucht.

Interaktiv · Die Daten im Überblick

Von 34 Isolaten zu einem Stamm

Wie die Forschenden ihren Stamm gefunden haben, was der ACE-Test ergab, wie sich die antioxidativen Werte änderten – und wie der Stamm auf Sicherheit geprüft wurde. Schalte zwischen den Ansichten um.

Rohe Milch säuert spontan37 °C bis pH 4,6 – zu Beginn dominieren Umweltbakterien
Bakteriengemeinschaft kipptam Ende überwiegen Milchsäurebakterien
Isolieren & auswählenKultivierung, Tests, Genomsequenzierung
Gezielt fermentierenpasteurisierte Eselsmilch mit Lactococcus lactis CECT 31096

Zahlen aus der Zusammenfassung der Originalpublikation. Weitere Detailwerte (z. B. zu den antioxidativen Tests) geben wir hier nicht wieder.

Zentrale Befunde

Was die Forschenden berichten

Mikrobiologie

Beim Säuern übernehmen Milchsäurebakterien

Umweltbakterien → Milchsäurebakterien

In der rohen Milch dominierten zunächst Bakterien aus der Umgebung. Bis zum Ende der Spontanfermentation setzten sich Milchsäurebakterien durch.

ACE-Test

Stärkere Enzymhemmung im Reagenzglas

IC50 7,23 → 3,17 g/L

Von der fermentierten Milch war weniger als die Hälfte der Menge nötig, um ACE im Test zu halbieren. Nach Labor-Verdauung sank der Wert auf 1,25 g/L.

Zusammensetzung

Mehr Phenole und Peptide

antioxidative Laborwerte höher

Durch die Fermentation stiegen lösliche freie Phenole und Peptide. Damit nahmen im Test auch Reduktionskraft und antioxidative Kapazität zu.

Die Autoren berichten außerdem ein verbessertes physikalisch-chemisches und ernährungsphysiologisches Profil der fermentierten Milch und sehen den Stamm als möglichen Kandidaten für fermentierte Eselsmilch-Produkte.

Kritische Einordnung

Ein Enzymtest ist kein Blutdruckwert

Was die Studie zeigt

✓
Aus roher Eselsmilch lässt sich ein Milchsäurebakterium gewinnen, mit dem Eselsmilch fermentiert werden kann.
✓
Im Genom des Stamms fanden sich keine Resistenz- oder Virulenzgene.
✓
Fermentierte Eselsmilch hemmte ACE im Reagenzglas stärker als unfermentierte.

Was sie nicht zeigt

×
Keine Wirkung auf den Blutdruck – gemessen wurde nur ein Enzym im Reagenzglas.
×
Keine Aussage über den Körper – antioxidative Laborwerte lassen sich nicht übertragen.
×
Keine Aussage zu unfermentierter Rohmilch – verglichen wurde fermentierte mit pasteurisierter Milch.

Forschungsfrage für DON DONKEY’S®

Welche Bakterien leben in Eselsmilch?

Spannend an dieser Studie ist der Ansatz: Die Kultur stammt aus der Eselsmilch selbst. Für uns ist das eine Frage der Lebensmittelkunde – welche Bakterien kommen in roher Eselsmilch natürlich vor, und wie verändert sich die Milch, wenn sie säuert?

01 · VERGLEICHENMit anderen Fermentationsstudien abgleichen (vgl. Studie 42).
02 · VERTIEFENStudien zu Milchsäurebakterien aus Eselsmilch auswerten (vgl. Studie 47).
03 · HYGIENEMikrobiologische Qualität unserer Rohmilch weiter dokumentieren.
04 · AUSTAUSCHKontakt zu Lebensmittelmikrobiologie-Instituten suchen.

Originalpublikation

Development of donkey milk fermented with Lactococcus lactis subsp. lactis CECT 31096 and characterization of the antioxidant and antihypertensive activity

García-Martín E., Martín-Diana A. B., Jiménez-Pulido I. J., Rico D., de la Cruz-Sánchez R., Monte E., Quijada N. M., Requena T., Olmo R.
International Journal of Food Microbiology · 2026 · Band 456, Artikel 111779 · Open Access

DOI: 10.1016/j.ijfoodmicro.2026.111779

Eine Laborstudie mit fermentierter Eselsmilch – keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.

Ende der Studienzusammenfassung
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Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.

DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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