Forschung zu Eselsmilch · Studie 41
Muttermilch im Verdauungssimulator
Giribaldi et al. haben 2024 im Labor nachgestellt, wie ein Frühgeborenes angereicherte Muttermilch verdaut. Die Frage: Verändert sich, welche Eiweißbruchstücke – sogenannte Peptide – entstehen, wenn der Zusatz aus Eselsmilch statt aus Kuhmilch stammt?
Worum es geht
Was beim Verdauen aus Eiweiß wird
Sehr kleine Frühgeborene erhalten Muttermilch oft mit einem Fortifier – einem Zusatz, der zusätzliches Eiweiß und Nährstoffe liefert. Üblich sind Zusätze aus Kuhmilch-Molke, deren Eiweiß bereits vorverdaut ist. In der italienischen FortiLat-Reihe (Studien 12 bis 15 und 40) wurde ein Zusatz auf Eselsmilch-Basis mit intakten Eiweißen erprobt.
Diese Arbeit schaut eine Ebene tiefer: Beim Verdauen zerfällt Eiweiß in Peptide. Einigen solcher Bruchstücke werden in der Fachliteratur bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Die Forschenden wollten wissen, ob sich das Peptidmuster je nach Zusatz verändert.
Was genau wurde untersucht?
Kurz erklärt
Die Begriffe dieser Studie
Zusatz, der Muttermilch für sehr kleine Frühgeborene mit Eiweiß und Nährstoffen anreichert.
Kurzes Eiweißbruchstück, das beim Verdauen entsteht – hier 6 bis 50 Aminosäuren lang.
Die Erfassung möglichst aller Peptide einer Probe auf einmal – per Massenspektrometrie.
Ein Gerät simuliert Magen und Darm mit Enzymen und Säure – ohne Kind oder Tier.
Muttermilch wurde mit je einem Zusatz auf gleichen Eiweiß- und Energiegehalt angereichert.
Das Modell simulierte Magen und Dünndarm eines vier Wochen alten Frühgeborenen.
Zu sieben Zeitpunkten wurden Proben entnommen – drei im Magen, vier im Darm.
Jedes Peptid wurde bestimmt, seinem Ursprungseiweiß zugeordnet und mit Datenbanken abgeglichen.
Interaktiv · Die Daten im Überblick
2.214 Bruchstücke, wenige Unterschiede
Wie lief der Versuch ab, woher stammen die Peptide, wann tauchen sie auf – und was zeigt der Abgleich mit Datenbanken? Schalte zwischen den Ansichten um.
Start
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Zahlen aus der Originalpublikation, gerundet. Als Unterschied galt eine Abweichung über ±10 % bei p < 0,05.
Zentrale Befunde
Was die Forschenden berichten
Muttermilch-Peptide kaum verändert
1.254 Peptide aus MuttermilchMenge und Art der Peptide aus der Muttermilch waren mit beiden Zusätzen sehr ähnlich. Nur rund jedes zehnte gemeinsame Peptid unterschied sich in seiner Häufigkeit – vor allem im simulierten Darm.
Lactoferrin-Bruchstücke blieben länger
Lactoferrin · α-LactalbuminMit dem Eselsmilch-Zusatz waren Bruchstücke des Muttermilch-Eiweißes Lactoferrin häufiger bis zum Ende der Darmphase nachweisbar. Bestimmte α-Lactalbumin-Peptide tauchten dagegen etwas später auf als mit dem Kuhmilch-Zusatz.
914 zusätzliche Bruchstücke
5 Treffer im Datenbank-AbgleichAus dem Eselsmilch-Zusatz stammten 914 eigene Peptide. Fünf davon stimmen mit Sequenzen überein, denen in der Literatur antioxidative oder ACE-hemmende Eigenschaften zugeschrieben werden – geprüft wurde das hier nicht.
Die Autoren sehen im Eselsmilch-Zusatz eine mögliche Alternative zum Kuhmilch-Zusatz und formulieren dies als Hypothese für die klinische Ernährung von Frühgeborenen. Eine Co-Autorin ist Miterfinderin eines Patents auf den untersuchten Eselsmilch-Fortifier; die übrigen Autoren geben keine Interessenkonflikte an.
Kritische Einordnung
Grundlagenforschung im Reagenzglas
Was die Studie zeigt
Was sie nicht zeigt
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Was passiert mit Eselsmilch-Eiweiß beim Verdauen?
Die Studie zeigt, wie genau sich verfolgen lässt, welche Eiweißbruchstücke beim Verdauen entstehen. Für uns ein Anstoß, mehr über die Eiweißstruktur unserer Milch zu erfahren – ohne Wirkversprechen.
Originalpublikation
Peptidomic profile of human milk as influenced by fortification with different protein sources: An in vitro dynamic digestion simulation
Giribaldi M., Nebbia S., Briard-Bion V., Jardin J., Ménard O., Dupont D., Coscia A., Cresi F., Lamberti C., Cavallarin L., Deglaire A.
Food Chemistry · online 2024 · Band 462 (2025), Artikel 140886
DOI: 10.1016/j.foodchem.2024.140886
Volltext: CNR (IRIS), frei zugänglich
Ein Laborversuch mit einem experimentellen Spezialprodukt für Frühgeborene – keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind keine Säuglingsnahrung und kein Ersatz für Muttermilch, nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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