Forschung zu Eselsmilch · Studie 19

Thermisierte Eselsmilch, Lysozym & Darmbarriere

Yvon et al. untersuchten 2019, wie unterschiedliche Wärmebehandlungen von Eselsmilch mit mikrobiologischen Parametern und der enzymatischen Lysozymaktivität zusammenhängen – und ob thermisierte Milch in einem Mausmodell stressbedingter Darmbarrierestörungen weiterhin vergleichbare Befunde zeigt.

Wichtig: Die biologischen Untersuchungen wurden an Mäusen durchgeführt. Die Studie ist keine klinische Humanstudie und beweist weder eine gesundheitliche Wirkung beim Menschen noch, dass Lysozym allein für die beobachteten Effekte verantwortlich war.
Eselsmilch
Studie 19
Publikation Yvon et al.
2019
Milchanalytik 15 französische
Betriebe
Verarbeitung Wärmebehandlung &
Lysozymaktivität
Tiermodell Water-Avoidance-Stress
bei Mäusen

Die Forschungsfrage

Kann Wärme Keime reduzieren, ohne die Lysozymaktivität weitgehend zu verlieren?

Die Forschungsgruppe analysierte Rohmilchproben von 15 französischen Eselsmilchbetrieben. Untersucht wurden mikrobiologische Kennzahlen sowie Lysozymkonzentration und enzymatische Lysozymaktivität.

Anschließend verglichen die Autoren mehrere Zeit-Temperatur-Kombinationen. Ziel war ein Kompromiss zwischen mikrobiologischer Qualität und dem Erhalt der Enzymaktivität.

Im zweiten Teil wurde geprüft, ob die ausgewählte thermisierte Milch in einem Mausmodell für stressbedingte Darmbarrierestörungen weiterhin biologische Effekte zeigte.

Die zentrale Besonderheit Die Studie betrachtet nicht nur, wie viel Lysozym analytisch in einer Probe vorhanden ist. Sie misst zusätzlich die enzymatische Aktivität. Diese beiden Größen sind nicht dasselbe.

Studiendesign

Von der Rohmilch bis zum Stressmodell

Schritt 01

15 Betriebe

Rohmilchproben verschiedener französischer Eselsmilchbetriebe wurden analysiert.

Schritt 02

Wärme

Mehrere Zeit-Temperatur-Kombinationen wurden miteinander verglichen.

Schritt 03

Lysozym

Konzentration und enzymatische Aktivität wurden getrennt betrachtet.

Schritt 04

Darmbarriere

Rohmilch und thermisierte Milch wurden anschließend in einem Stress-Mausmodell untersucht.

Verarbeitung

72 °C für 2 Minuten

Die Autoren verglichen verschiedene Wärmebehandlungen, darunter mehrere Zeitstufen bei 72 °C sowie eine stärkere Behandlung bei 80 °C.

Unter den untersuchten Bedingungen wurde 72 °C für 2 Minuten als bevorzugter Kompromiss zwischen mikrobiologischer Reduktion und Erhalt der Lysozymaktivität ausgewählt.

Das ist eine studienspezifische Verfahrenswahl. Sie ist keine allgemeine Sicherheits- oder Haltbarkeitsgarantie für beliebige Eselsmilch.

Thermisierung · schematische Darstellung Animation
72 °C 2 Minuten
LYS
LYS
LYS
LYS = Lysozym. Schematische Illustration der untersuchten Wärmebehandlung. Keine Laboraufnahme und keine Darstellung der exakten Molekülstruktur.

Zeit & Temperatur

Nicht jede Wärmebehandlung ist biologisch gleich.

Ausgangspunkt

Rohmilch

Referenz für mikrobiologische Parameter, Lysozymkonzentration und enzymatische Aktivität.

Ausgewählte Bedingung

72 °C / 2 min

Unter den geprüften Bedingungen identifizierten die Autoren diese Behandlung als geeigneten Kompromiss zwischen mikrobiologischer Reduktion und Erhalt der Lysozymaktivität.

Studienbedingung
Prozessparameter

Wärme & Zeit

Die Untersuchung zeigt, warum die konkreten Prozessbedingungen bei bioaktiven Milchproteinen präzise dokumentiert werden müssen.

Einer der wichtigsten Befunde

Lysozymmenge ist nicht dasselbe wie Lysozymaktivität.

Ein analytischer Nachweis kann zeigen, wie viel Lysozym vorhanden ist. Daraus folgt aber nicht automatisch, wie aktiv das Enzym im jeweiligen Testsystem ist.

Messgröße A

Konzentration

Die Konzentration beschreibt die analytisch bestimmte Menge des Lysozyms, beispielsweise ausgedrückt als Masse pro Volumen.

≠
Messgröße B

Enzymaktivität

Die Aktivität beschreibt, wie wirksam das vorhandene Enzym unter den Bedingungen des verwendeten Aktivitätsassays arbeitet.

Publizierter Regressionswert: R² ≈ 0,000784. In den untersuchten Betriebsproben bestand damit praktisch keine lineare Beziehung zwischen gemessener Lysozymkonzentration und enzymatischer Aktivität. Für Produktanalysen sollten beide Größen getrennt bestimmt werden.

Das Tiermodell

Water-Avoidance-
Stress

Im biologischen Teil der Arbeit wurden Mäuse wiederholt einem sogenannten Water-Avoidance-Stress ausgesetzt.

Dabei befanden sich die Tiere täglich für eine begrenzte Zeit auf einer kleinen Plattform über Wasser. Das Protokoll wurde eingesetzt, um stressbedingte Veränderungen der Darmbarriere experimentell hervorzurufen.

Die Forscher verglichen anschließend die Befunde unter unbehandelter und thermisierter Eselsmilch.

Water-Avoidance-Stress · Illustration
1 h / Tag · 9 Tage
Schematische Illustration des experimentellen Stressmodells. Keine Aufnahme aus dem Tierversuch.

Zentrale Ergebnisse

Was Studie 19 tatsächlich gezeigt hat

01 · Rohmilchproben

Mikrobiologische Analyse

Die untersuchten Rohmilchproben wiesen geringe mesophile Keimzahlen auf. Im berichteten Probensatz wurden keine Krankheitserreger nachgewiesen. Das ist keine allgemeine Sicherheitsgarantie für Rohmilch.

02 · Verarbeitung

72 °C / 2 Minuten

Unter den getesteten Bedingungen wurde diese Behandlung als geeigneter Kompromiss zur Reduktion mikrobieller Belastung und zum Erhalt der Lysozymaktivität ausgewählt.

03 · Lysozym

Konzentration ≠ Aktivität

Zwischen Lysozymkonzentration und enzymatischer Aktivität bestand in den untersuchten Betriebsproben praktisch keine lineare Korrelation.

04 · Darmbarriere

Stressbedingte Hyperpermeabilität

Sowohl unbehandelte als auch thermisierte Eselsmilch gingen im Mausmodell mit einer Abschwächung der stressbedingten erhöhten Darmdurchlässigkeit einher.

05 · Entzündung

Lipocalin-2

Fäkales Lipocalin-2 wurde als Marker niedriggradiger intestinaler Entzündungsaktivität untersucht.

06 · Interpretation

Lysozym bleibt Kandidat

Die Studie zeigt nicht, dass Lysozym allein die biologischen Befunde verursacht. Andere Milchbestandteile oder kombinierte Effekte können ebenfalls beteiligt sein.

Roh vs. thermisiert

Die thermisierte Milch behielt im Modell biologische Relevanz.

Ein wichtiger Punkt dieser Arbeit ist, dass die ausgewählte Wärmebehandlung nicht mit einem vollständigen Verlust der im Mausmodell beobachteten Befunde einherging.

Vergleichsgruppe A

Unbehandelte Eselsmilch

Die unbehandelte Milch war im Stressmodell mit günstigeren Befunden hinsichtlich stressbedingter Darmdurchlässigkeit und niedriggradiger Entzündungsaktivität verbunden.

Vergleichsgruppe B

Thermisierte Eselsmilch

Auch die ausgewählte thermisierte Milch zeigte im Mausmodell entsprechende Befunde. Die Ergebnisse waren ähnlich, ohne dass daraus eine vollständige Gleichwertigkeit in jedem Einzelparameter folgt.

Kritische Einordnung

Was Studie 19 zeigt – und was sie nicht zeigt

Was untersucht wurde

✓ Verschiedene Wärmebehandlungen wurden hinsichtlich mikrobiologischer Parameter und Lysozymaktivität verglichen.
✓ 72 °C für 2 Minuten wurde unter den getesteten Bedingungen als bevorzugter Kompromiss ausgewählt.
✓ Lysozymkonzentration und enzymatische Aktivität wurden als unterschiedliche Messgrößen betrachtet.
✓ Unbehandelte und thermisierte Milch wurden im Water-Avoidance-Stress-Mausmodell untersucht.

Was nicht bewiesen wurde

× Keine klinische Wirkung beim Menschen.
× Kein Nachweis, dass Lysozym allein für die biologischen Befunde verantwortlich ist.
× Keine direkte Aussage darüber, wie Gefriertrocknung die Lysozymaktivität beeinflusst.
× Kein Nachweis einer entsprechenden Wirkung des DON DONKEY’S® Produkts.
× 72 °C / 2 Minuten ist keine allgemeine Sicherheitsgarantie für Eselsmilch.

Forschungsfrage für DON DONKEY’S®

Was passiert mit unserem Lysozym während der Verarbeitung?

Die Studie liefert einen Ansatz für eine produktspezifische Untersuchung: Rohmilch, wärmebehandelte Milch und gefriergetrocknete Milch sollten aus derselben Ausgangscharge miteinander verglichen werden – nicht nur anhand der Lysozymmenge, sondern insbesondere anhand der enzymatischen Aktivität.

Probe A Rohmilch Referenzprobe aus einer definierten Charge. Lysozymkonzentration, enzymatische Aktivität und Mikrobiologie bestimmen.
Probe B 72 °C / 2 min Vergleich mit der in Studie 19 ausgewählten Thermisierungsbedingung bei ansonsten möglichst identischen Bedingungen.
Probe C Gefriergetrocknet Pulver aus derselben Ausgangscharge analysieren und zusätzlich nach standardisierter Rekonstitution erneut messen.
Probe D Verdauungssimulation Optional könnte untersucht werden, wie viel enzymatische Aktivität nach einem standardisierten simulierten Magen-Darm-Prozess messbar bleibt.
Eselsmilch

DON DONKEY’S®

DON DONKEY’S® Eselsmilch

100 % reine Eselsmilch

Verarbeitung ist bei der wissenschaftlichen Untersuchung von Eselsmilch ein entscheidender Faktor. Studie 19 zeigt besonders deutlich, warum bei bioaktiven Enzymen nicht nur ihre analytische Menge, sondern auch ihre tatsächliche enzymatische Aktivität betrachtet werden sollte.

Transparenz: DON DONKEY’S® wurde in Studie 19 nicht untersucht. Die Ergebnisse erlauben keine Aussage, dass unsere Eselsmilch die Darmbarriere stärkt oder Entzündungen reduziert. Produktspezifische Aussagen zu Lysozymkonzentration und -aktivität erfordern eigene standardisierte Laboranalysen.
Eselsmilch entdecken

Originalpublikation

Effects of thermized donkey milk with lysozyme activity on altered gut barrier in mice exposed to water-avoidance stress

Yvon S., Schwebel L., Belahcen L., Tormo H., Peter M., Ali Haimoud-Lekhal D., Eutamene H., Jard G.
Journal of Dairy Science · 102(9) · 7697–7706 · 2019

DOI: 10.3168/jds.2019-16642

PubMed: PMID 31326167

Die Publikation kombiniert Milchanalytik und präklinische Tierforschung. Die Ergebnisse stellen keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis beim Menschen dar und erlauben keinen kausalen Alleineffekt von Lysozym.