Forschung zu Eselsmilch · Studie 16

Eselsmilch & die Abwehrzellen des Dünndarms

Yvon et al. untersuchten im Mausmodell, was sich bei einer künstlich ausgelösten Dünndarmentzündung an Gewebe, Entzündungsmarkern, den Abwehrstoffen der Paneth-Zellen und ausgewählten Darmbakterien verändert – mit Eselsmilch und mit erhitzter Eselsmilch.

Wichtig: Dies ist präklinische Tierforschung. Die Studie belegt keine Wirkung gegen Morbus Crohn oder andere Darmerkrankungen beim Menschen.
Publikation
Yvon et al.
2016 / 2018
Modell
Mäuse · Indometacin-
Ileitis
Untersucht
Eselsmilch &
erhitzte Eselsmilch
Fokus
Paneth-Zellen, Entzündungs-
marker & Darmflora

Warum diese Studie interessant ist

Ganze Milch statt einzelner Stoff

Viele Studien zu Eselsmilch testen einzelne, isolierte Bestandteile. Diese Arbeit aus Toulouse ging anders vor: Die Mäuse erhielten Eselsmilch als Ganzes – und zum Vergleich erhitzte Eselsmilch.

Im Mittelpunkt standen die Paneth-Zellen. Sie sitzen am Grund der Dünndarm-Krypten und bilden körpereigene Abwehrstoffe. Die Forschenden wollten wissen, ob sich diese Abwehr im Entzündungsmodell verändert – und was mit ihr geschieht, wenn die Tiere Eselsmilch erhalten.

Das Modell bildet einzelne Merkmale einer Dünndarmentzündung nach. Es ist nicht dieselbe Erkrankung wie beim Menschen.

Was genau wurde getestet?

In der StudieEselsmilch und erhitzte Eselsmilch, sieben Tage oral
Nicht getestetMenschen oder eine bestimmte Handelsmilch
ModellDünndarmentzündung durch Indometacin bei Mäusen
Nicht getestetMorbus Crohn oder natürliche Erkrankungen
GezeigtRichtung mehrerer Messwerte
OffenWelcher Inhaltsstoff verantwortlich ist

Kurz erklärt

Die Begriffe dieser Studie

ZelltypPaneth-Zellen

Spezialisierte Zellen am Grund der Dünndarm-Krypten. Sie speichern Abwehrstoffe in Körnchen und geben sie in den Darm ab.

Abwehrstoffα-Defensine

Kleine, körpereigene antimikrobielle Peptide, die Paneth-Zellen bilden. Gemessen wurde ihre Genaktivität (mRNA).

EnzymLysozym

Ein Enzym, das bakterielle Zellwände spalten kann. Gemessen in den Paneth-Zellen und als Aktivität im Kot.

MarkerLipocalin-2

Kurz LCN-2. Ein Eiweiß, das bei Entzündungsprozessen im Darm ansteigt und als Entzündungsmarker gilt.

Schritt 01Gruppen

Mäuse wurden in Kontroll-, Entzündungs- und Milchgruppen eingeteilt.

Schritt 02Auslösen

Indometacin, ein Schmerzmittel, löste über fünf Tage eine Dünndarmentzündung aus.

Schritt 03Milch geben

Über sieben Tage erhielten die Tiere Eselsmilch oder erhitzte Eselsmilch.

Schritt 04Messen

Gewebe, Darmlänge, LCN-2, α-Defensine, Lysozym und ausgewählte Bakteriengruppen.

Interaktiv · Blick in den Dünndarm

Vier Gruppen, fünf Messpunkte

Schalte zwischen den Versuchsgruppen um. Achte auf die Zotten, die Körnchen der Paneth-Zellen und die freigesetzten Abwehrstoffe. Die Nummern zeigen, was jeweils gemessen wurde.

DARMINNERES DARMGEWEBE

Gemessen & berichtet

Schematische Darstellung, kein Mikroskopiebild der Studie. Gezeigt wird die Richtung der berichteten Veränderungen, nicht ihre Größe.

Zentrale Befunde

Was die Forschenden berichten

Messbereich
Im Entzündungsmodell
Unter Eselsmilch
DarmgewebeSchadensbewertung, Darmlänge
Im Entzündungsmodell↑Schäden erhöht, Darm verkürzt
Unter Eselsmilch↓Viele Schäden geringer
Lipocalin-2Entzündungsmarker
Im Entzündungsmodell↑Erhöht
Unter Eselsmilch↘Näher am Kontrollwert
α-DefensineGenaktivität in Paneth-Zellen
Im Entzündungsmodell↓Vermindert
Unter Eselsmilch↗Teilweise normalisiert
LysozymIn Paneth-Zellen und Aktivität im Kot
Im Entzündungsmodell↓Vermindert
Unter Eselsmilch↗Tendenz zur Erholung
DarmfloraAusgewählte Bakteriengruppen
Im Entzündungsmodell⇄Anteile verschoben
Unter Eselsmilch⇆Teilweise gegenläufig

Die frei zugängliche Zusammenfassung belegt Richtung und Signifikanz mehrerer Veränderungen, nennt aber nicht für alle Messgrößen absolute Werte. Wir zeigen deshalb keine Prozentzahlen. Die Darmflora wurde nur für ausgewählte Bakteriengruppen untersucht.

Der Vergleich mit erhitzter Milch

Was dieser Vergleich bedeutet – und was nicht

In diesem Modell zeigte die erhitzte Eselsmilch keinen vergleichbaren Effekt. Das ist wissenschaftlich interessant, weil Erhitzen empfindliche Eiweiße und Enzyme wie Lysozym verändern kann.

Der Vergleich beweist aber weder, dass Lysozym allein verantwortlich war, noch dass jede übliche Erhitzung oder Pasteurisierung dieselben Effekte hätte. Dafür müssten die genauen Temperaturen, Zeiten und Enzymaktivitäten verglichen werden.

EselsmilchIm Modell mehrere Messwerte in Richtung Kontrolle
Erhitzte EselsmilchIn diesem Modell kein vergleichbarer Effekt

Aus dieser Tierstudie folgt keine Empfehlung, Rohmilch zu gesundheitlichen Zwecken zu trinken.

Kritische Einordnung

Interessant – aber nicht überinterpretieren

Was die Studie zeigt

✓
Eselsmilch wurde als Ganzes in einem Ileitis-Mausmodell oral gegeben und untersucht.
✓
Gewebe-, Entzündungs- und Abwehrmarker veränderten sich in einer zusammenpassenden Richtung.
✓
Die Abwehrstoffe der Paneth-Zellen wurden als möglicher Angriffspunkt beschrieben.
✓
Erhitzte Eselsmilch zeigte in diesem Modell keinen vergleichbaren Effekt.

Was sie nicht zeigt

×
Keine Aussage über Menschen oder über Morbus Crohn und andere Darmerkrankungen.
×
Kein Nachweis, welcher Milchbestandteil die Veränderungen bewirkt hat.
×
Kurze Behandlungsdauer und nur ausgewählte Bakteriengruppen untersucht.
×
Keine Übertragbarkeit auf ein bestimmtes Handelsprodukt ohne eigene Analytik.

Forschungsfrage für DON DONKEY’S®

Was verändert Verarbeitung an den Eiweißen der Milch?

Die Studie macht eine Frage greifbar, die wir für unsere eigenen Produkte klären möchten: Wie stark verändern Einfrieren, Lagern und Erhitzen empfindliche Bestandteile wie Lysozym und Lactoferrin – gemessen unter klar definierten Bedingungen?

01 · AUSGANGSWERTLysozymaktivität und Lactoferrin direkt nach dem Melken bestimmen.
02 · TIEFKÜHLUNGDieselben Werte nach Einfrieren, Lagerung und Auftauen messen.
03 · ERHITZENDefinierte Zeit-Temperatur-Stufen vergleichen und dokumentieren.
04 · SICHERHEITMikrobiologische Qualität jeder Stufe parallel prüfen.

Originalpublikation

Donkey milk consumption exerts anti-inflammatory properties by normalizing antimicrobial peptides levels in Paneth’s cells in a model of ileitis in mice

Yvon S., Olier M., Lévêque M., Jard G., Tormo H., Haimoud-Lekhal D. A., Peter M., Eutamène H.
European Journal of Nutrition · online 2016, Heft 2018 · 57(1):155–166
UMR 1331 ToxAlim und École d’Ingénieurs de PURPAN, Toulouse

DOI: 10.1007/s00394-016-1304-z
PubMed: PMID 27581119

Die Publikation beschreibt präklinische Forschung im Mausmodell. Der Originaltitel verwendet den Begriff „anti-inflammatory“; er bezieht sich ausschließlich auf dieses Tiermodell. Die Ergebnisse erlauben keine Wirksamkeitsaussage für Menschen und keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®. Bei Beschwerden des Darms wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

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Transparenz: DON DONKEY’S® Eselsmilch wurde in der Studie von Yvon et al. nicht untersucht. Die Studie erlaubt keine Aussage über gesundheitliche Wirkungen unserer Milch. Unsere Eselsmilch ist ein Lebensmittel und nicht dazu bestimmt, Krankheiten vorzubeugen, sie zu behandeln oder zu heilen.
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