Forschung zu Eselsmilch · Studie 127

Fett und Fettsäuren der Eselsmilch über 210 Tage

Bei neun Martina-Franca-Eselstuten sank der Milchfettgehalt von 0,72 % (Tag 15) auf 0,42 % (Tag 210), der Energiewert von 1857,3 auf 1645,6 kJ/kg. Der Anteil gesättigter Fettsäuren fiel von 62,88 % auf 41,54 % an Tag 180.

Wichtig: Eine Laboranalyse von Milchproben. Sie beschreibt Eigenschaften der Milch und untersucht keine Wirkung von Eselsmilch beim Menschen.

Auf einen Blick · wischen oder Pfeile

Die wichtigsten Zahlen

9mehrgebärende Martina-Franca-Eselstuten, beprobt über 210 Laktationstage
0,72 %Milchfett an Tag 15; Tag 210: 0,42 %
1857,3 kJ/kgBruttoenergie an Tag 15; Tag 210: 1645,6 kJ/kg
1748,5 kJ/kgmittlerer Energiewert laut Ergebnisteil (Abstract: 1719,2 kJ/kg)
51,98 %gesättigte Fettsäuren im Mittel der Laktation
62,88 → 41,54 %gesättigte Fettsäuren von Tag 15 bis Tag 180 laut Text
28,00 %einfach ungesättigte Fettsäuren im Mittel
20,02 %mehrfach ungesättigte Fettsäuren im Mittel (n-3: 7,12 %, n-6: 12,90 %)
3,85 → 11,17 %Alpha-Linolensäure von Tag 15 bis Tag 210
17,55 → 27,57 %Ölsäure von Tag 15 bis zum Höchstwert an Tag 180
−59 %Rückgang der Laurinsäure von Tag 15 bis Tag 180 (10,82 auf 4,44 %)
0,92mittleres Verhältnis ungesättigter zu gesättigten Fettsäuren; Tag 180: 1,50

Studiendesign

So wurde untersucht

Neun gesunde, mehrgebärende Martina-Franca-Eselstuten (6–12 Jahre, 320 ± 30 kg) mit ähnlichem Abfohltermin (± 7 Tage) wurden im südöstlichen Murgia-Gebiet (Apulien, Italien) halbextensiv gehalten: 7–10 Stunden Weide auf natürlicher Buschvegetation täglich, dazu 2,0–2,5 kg Hafer pro Tier und Tag. Die Fohlen blieben bei den Stuten und wurden 3 Stunden vor dem Melken getrennt; gemolken wurde zweimal täglich maschinell. Einzelmilchproben (Morgen- und Abendgemelk gepoolt) wurden an den Tagen 15, 30, 45, 60, 90, 120, 150, 180 und 210 nach der Geburt entnommen. Fett, Protein und Laktose wurden per Infrarot-Milchanalyse bestimmt, der Bruttoenergiewert nach der Perrin-Formel berechnet und das Fettsäureprofil per Kapillar-Gaschromatographie (Anteil an den identifizierten Fettsäuren) analysiert. Die Auswertung erfolgte mit einem Modell für Messwiederholungen und t-Tests.

Laborstudie
StudientypLaborstudieLandItalienJahr2012FachzeitschriftLipids in Health and Disease

Interaktive Grafik · Werte aus der Studie

Fettgehalt der Milch im Laktationsverlauf

Mittelwerte (n = 9) aus Tabelle 1 der Studie; für Tag 45 ist kein Fettwert angegeben. Signifikant verschieden waren Tag 15 und 30 gegenüber Tag 210.

Zweite Auswertung

Ausgewählte Fettsäuren im Laktationsverlauf

Mittelwerte (n = 9) aus Tabelle 4 der Studie; Standardabweichungen sind dort nicht angegeben.

Ergebnisse

Was die Studie gemessen hat

01

Der Milchfettgehalt lag im Mittel bei 0,54 % und war an Tag 15 (0,72 %) und Tag 30 (0,71 %) am höchsten; er sank allmählich auf 0,42 % an Tag 210, signifikant erst gegenüber diesem letzten Zeitpunkt. Der berechnete Bruttoenergiewert folgte dem Fett und ging von 1857,3 auf 1645,6 kJ/kg zurück; die Autoren beziffern den Rückgang auf 10 %.

02

Im Mittel der Laktation bestand das Milchfett zu 51,98 % aus gesättigten, zu 28,00 % aus einfach und zu 20,02 % aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Häufigste Einzelfettsäuren waren Ölsäure, Palmitinsäure und Linolsäure; Caprin-, Laurin-, Myristin- und Caprylsäure lagen jeweils im Bereich mehrerer Prozent, Stearinsäure unter 2 %.

03

Der Anteil gesättigter Fettsäuren sank laut Text von 62,88 % an Tag 15 auf 41,54 % an Tag 180. Am stärksten gingen Laurinsäure (−59 %) und Myristinsäure (−54,5 %) zurück, Caprinsäure fiel von 13,46 % (Tag 30) auf 5,82 % (Tag 180). Einfach ungesättigte Fettsäuren stiegen von 23,58 % auf 34,40 % an Tag 180, getragen vor allem von Ölsäure (17,55 auf 27,57 %).

04

Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren nahmen Linolsäure (8,83 % an Tag 15, Höchstwert 17,20 % an Tag 180) und Alpha-Linolensäure (3,85 % an Tag 15, 11,17 % an Tag 210) zu. Das Verhältnis von n-6 zu n-3 lag insgesamt bei etwa 2:1 und an Tag 210 unter 1; die Autoren führen den späten Anstieg der Alpha-Linolensäure auf ein reichhaltigeres Weideangebot in der späten Laktation zurück.

05

Langkettige Fettsäuren wie EPA (0,50 %), Arachidonsäure (0,09 %) und DHA (0,02 %) kamen nur in sehr kleinen Anteilen vor und veränderten sich nicht signifikant. Die Δ9-Desaturase-Indizes für C16:1 und C18:1 stiegen im Laktationsverlauf an.

06

Die rein rechnerischen Fettsäure-Indizes nach Ulbricht und Southgate (Atherogenitätsindex im Mittel 1,16, Thrombogenitätsindex 0,70) nahmen im Laktationsverlauf ab. Diese Kennzahlen beschreiben nur das Fettsäuremuster; Wirkungen beim Menschen wurden nicht untersucht.

Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Martemucci und D’Alessandro (2012) ist Eselsmilch durch niedrige Fett- und Energiewerte, einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren mit Alpha-Linolensäure und Linolsäure sowie ein niedriges n-6/n-3-Verhältnis gekennzeichnet; Fett und Energie nehmen im Laktationsverlauf ab, ungesättigte Fettsäuren zu. Die Autoren halten Eselsmilch deshalb für die Ernährung von Kindern und Erwachsenen für interessant. Diese Einordnung beruht auf Literatur und rechnerischen Indizes, nicht auf Untersuchungen am Menschen.

Kritische Einordnung

Stärken und Grenzen

Kleine Gruppe, ein Haltungssystem

Untersucht wurden neun Stuten einer Rasse unter Weidehaltung in einer Region. Futter und Weideangebot änderten sich im Jahresverlauf, sodass Laktationsstadium und Fütterung nicht getrennt werden können.

Mittelwerte im Text weichen von Tabelle 4 ab

Nach redaktioneller Nachrechnung ergibt Tabelle 4 für Linolsäure einen Mittelwert von 12,39 %, der Text nennt 18,38 % – mehr als der höchste Einzelwert der Tabelle (17,20 %) und nicht mit 20,02 % PUFA insgesamt vereinbar. Auch die Textmittel für Capryl-, Caprin-, Laurin- und Myristinsäure liegen rund 10–15 % über den Tabellenmitteln.

Uneinheitliche Energie- und Fettangaben

Der Abstract nennt 1719,2 kJ/kg, der Ergebnisteil 1748,5 kJ/kg als mittleren Energiewert; der Rückgang laut Tabelle 1 beträgt rund 11 % statt 10 %. Der mittlere Fettgehalt wird mit 0,54 % angegeben, das Mittel der Tabellenwerte liegt bei 0,57 %. Für Tag 45 fehlt ein Fettwert, und Protein- und Laktosegehalte, die in die Energieberechnung eingingen, werden nicht berichtet.

Kleinere Unstimmigkeiten

Für Tag 180 nennt der Text 41,54 % gesättigte Fettsäuren, die Summe aus Tabelle 4 ergibt 40,56 %. Das Verhältnis ungesättigter zu gesättigter Fettsäuren wird teils in Prozent angegeben, und die genannte geografische Länge des Standorts (60° Ost) passt nicht zu Apulien.

Weitreichende Deutungen der Autoren

Die Diskussion leitet aus dem Fettsäuremuster und aus Literatur Aussagen zu Ernährung und Gesundheit von Kindern und Erwachsenen ab. Diese wurden in der Studie nicht untersucht; erhoben wurden ausschließlich Milchanalysen.

Lange Beobachtung derselben Tiere

Dieselben Stuten wurden über sieben Monate an neun Zeitpunkten beprobt, und Tabelle 4 dokumentiert 42 Einzelfettsäuren und Desaturase-Indizes je Zeitpunkt. Die paarweisen Signifikanzvergleiche zwischen allen Zeitpunkten sind tabellarisch offengelegt.

deutliche GrenzebeachtenStärke

Einordnung der Redaktion: Die Studie liefert Messwerte zu Fett, Energie und Fettsäuremuster der Rohmilch einer süditalienischen Eselrasse unter Weidehaltung. Gesundheitliche Wirkungen beim Menschen wurden nicht untersucht und lassen sich aus diesen Daten nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.

Forschungsfrage für DON DONKEY’S®

Wie stark lassen sich Fettgehalt und Fettsäuremuster der Eselsmilch über Weide- und Futterzusammensetzung steuern, wenn Laktationsstadium und Jahreszeit in einem Versuch getrennt erfasst werden?

FettsäurenLaktationsverlaufMartina-Franca-Esel

Originalpublikation

Fettgehalt, Energiewert und Fettsäureprofil von Eselsmilch im Laktationsverlauf und Bedeutung für die menschliche Ernährung

Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Fat content, energy value and fatty acid profile of donkey milk during lactation and implications for human nutrition).

Martemucci G., D’Alessandro A.G.
Lipids in Health and Disease · 2012 · 11, 113

Department of Agricultural and Environmental Science, University of Bari, Bari, Italien

10.1186/1476-511X-11-113: 10.1186/1476-511X-11-113

Transparenz: INTERREG IIIA Griechenland–Italien (Projektcode I2101030) sowie ein Zuschuss der Universität Bari Aldo Moro. Die Autorin und der Autor erklären, dass keine konkurrierenden Interessen bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.

Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026

Ende der Studienzusammenfassung
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Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.

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