Forschung zu Eselsmilch · Studie 121
Milchdrüse der Eselin: miRNA und mRNA im Vergleich
Im Milchdrüsengewebe von Liaoxi-Eselinnen unterschieden sich zwischen Laktation (Tag 60) und Trockenphase 3144 mRNAs und 293 miRNAs. Gene für Caseine waren in der Laktation rund 17- bis 18-fach stärker aktiv.
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Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Sechs Liaoxi-Eselinnen eines Zuchtbetriebs in Fuxin (Provinz Liaoning, China; 6,3 ± 1,2 Jahre, 280,3 ± 20,1 kg, 2,1 ± 0,4 Geburten) wurden unter gleichen Bedingungen gehalten. Je drei Tieren wurde in der Laktation (60 Tage nach der Geburt) bzw. in der Trockenphase (nicht laktierend, nicht trächtig) unter Allgemeinanästhesie eine Gewebeprobe von etwa 100 mg aus der rechten Milchdrüse entnommen. Das Gewebe wurde histologisch untersucht; aus der RNA wurden mRNA- und Small-RNA-Bibliotheken sequenziert. Unterschiedlich exprimierte mRNAs wurden ab zweifacher Änderung und FDR < 0,05, miRNAs ab zweifacher Änderung und p < 0,05 gewertet. Zielgene der miRNAs wurden mit zwei Vorhersageverfahren bestimmt, negativ korrelierte miRNA-mRNA-Paare (r < −0,7) zu Netzwerken verknüpft und je neun mRNAs und miRNAs per qRT-PCR überprüft.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Unterschiedlich exprimierte Transkripte in der Milchdrüse
Laktation (Tag 60) vs. Trockenphase, je n = 3 (Abschnitte 3.2 und 3.3). mRNA: mindestens zweifache Änderung und FDR < 0,05; miRNA: mindestens zweifache Änderung und p < 0,05.
Zweite Auswertung
Gene für Milchbestandteile: Aktivität in der Laktation
Fold-Change-Werte aus dem Diskussionsteil (Sequenzierdaten, je n = 3). β-Lactoglobulin II (LGB2, 152,15-fach) wegen abweichender Größenordnung nicht dargestellt.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Histologisch zeigte das laktierende Gewebe große, erweiterte Alveolen mit Milchsekret und wenig Bindegewebe. In der Trockenphase waren die Alveolen klein mit engem Lumen, Binde- und Fettgewebe nahmen zu, die Alveolarwände waren dicker.
In den mRNA-Daten (98,49–98,89 % verwertbare Reads, rund 90 % dem Eselgenom zugeordnet) unterschieden sich 3144 mRNAs zwischen den Gruppen: 987 lagen in der Laktation höher, 2157 niedriger. Zusätzlich wurden 536 neue mRNAs beschrieben. Die Gene verteilten sich auf 340 KEGG-Wege, darunter ECM-Rezeptor-Interaktion, PI3K-Akt-Signalweg, Proteinverdauung und -aufnahme sowie Arachidonsäure-Stoffwechsel.
Bei den miRNAs waren 293 unterschiedlich exprimiert (231 höher, 62 niedriger; 227 bekannte, 66 neue). 35 davon fanden sich nur in der Laktations-, 4 nur in der Trockengruppe. Ihre vorhergesagten Zielgene (2979) waren unter anderem RNA-Polymerase, Glykosphingolipid-Biosynthese und Glycerophospholipid-Stoffwechsel zugeordnet.
Die Kombination beider Datensätze ergab 850 mRNAs mit gegenläufigem Muster zu den miRNAs. Ein Netzwerk zu Milchfett, Milchprotein, Vitaminen und Immunfunktion umfasste 35 mRNAs und 20 miRNAs; als zentrale miRNAs nennen die Autoren novel-m0032-3p, miR-195, miR-26-5p, miR-23-3p, miR-674-3p und miR-874-3p.
In der Laktation stärker aktiv waren unter anderem Casein-Gene (CSN1S1 18,13-fach, CSN1S2 16,85-fach), Cathepsine (CTSB 4,28-, CTSD 3,98-fach), Gene der Milchfettbildung (CIDEA 26,16-, SREBF1 2,36-, TWF1 2,05-, XDH 2,02-fach) und Gene des Vitamintransports (TCN2 2,30-, CD320 3,51-fach). Auch β-Lactoglobulin II (152,15-fach) sowie Immunglobulin-bezogene Gene (IGHM 8,24-, PIGR 7,32-fach) waren erhöht.
Die qRT-PCR-Prüfung von je neun zufällig ausgewählten mRNAs und miRNAs ergab signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen in derselben Richtung wie die Sequenzierung.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Fei et al. (2022) regulieren unterschiedlich exprimierte miRNAs in der Milchdrüse von Eselinnen Zielgene, die mit Milchfett-, Milchprotein- und Vitaminstoffwechsel sowie mit Immunfunktionen verbunden sind; als zentrale miRNAs nennen sie unter anderem novel-m0032-3p, miR-195 und miR-874-3p. Die Autoren sehen darin eine Grundlage, um die Milchleistung von Eselinnen künftig zu verbessern; die Zusammensetzung der Milch wurde nicht gemessen.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Sehr kleine Gruppen
Je Zustand wurden nur drei Tiere einer Rasse aus einem Betrieb untersucht, und Laktations- und Trockengruppe bestanden aus verschiedenen Tieren. Unterschiede zwischen Einzeltieren lassen sich so nicht vom Laktationszustand trennen.
Unterschiedlich strenge Schwellen
Für mRNAs wurde eine Korrektur für multiples Testen (FDR) angewandt, für miRNAs nur ein unkorrigierter p-Wert. Unter den 293 miRNAs sind daher falsch-positive Treffer wahrscheinlicher.
Bezeichnungen uneinheitlich
Die nicht laktierende Gruppe heißt im Methodenteil „D“, in Ergebnissen und Abbildungen „N“. CSN1S2 wird im Text als „αs1-Casein-Isoform X3“ bezeichnet, obwohl das Gen im selben Absatz dem αs2-Casein zugeordnet wird.
Keine unabhängige Bestätigung
Die qRT-PCR-Prüfung erfolgte an denselben sechs Gewebeproben. Die miRNA-Zielgene sind rechnerisch vorhergesagt und wurden nicht funktionell geprüft; die Fold-Change-Werte einzelner Gene stehen nur im Diskussionsteil.
Milch selbst nicht untersucht
Analysiert wurde Gewebe der Milchdrüse, nicht die Milch. Weitergehende Aussagen der Autoren zu Eigenschaften der Milch stützen sich auf Literatur; Wirkungen beim Menschen waren nicht Gegenstand der Studie.
Erste kombinierte Analyse
Nach Angabe der Autoren ist dies die erste gemeinsame miRNA-mRNA-Analyse der Eselmilchdrüse. Sequenzierqualität und Zuordnungsraten sind je Probe tabellarisch dokumentiert, die vollständigen Genlisten liegen als Zusatzmaterial vor.
Einordnung der Redaktion: Die Studie beschreibt Grundlagen der Genregulation im Eutergewebe und liefert keine Messwerte zur Milch selbst. Rückschlüsse auf Inhaltsstoffe, Wirkungen beim Menschen oder einzelne Handelsprodukte lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Spiegeln sich die in der Milchdrüse gefundenen Unterschiede der Genaktivität in messbaren Gehalten an Caseinen, Fett und Vitaminen der Milch wider, und wie verändert sich das miRNA-Muster über die gesamte Laktation?
Originalpublikation
Integrierte Analyse laktationsbezogener miRNA- und mRNA-Expressionsprofile in der Milchdrüse von Eselinnen
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: An Integrated Analysis of Lactation-Related miRNA and mRNA Expression Profiles in Donkey Mammary Glands).
Fei Y., Gai Y., Liao Q., Zhang L., Li Z., Li B., Bai M., Li N., Deng L.
Genes · 2022 · 13(9), 1637
Department of Animal Genetics, Breeding and Reproduction sowie Department of Basic Veterinary Medicine, College of Animal Science and Veterinary Medicine, Shenyang Agricultural University, Shenyang, China
10.3390/genes13091637: 10.3390/genes13091637
Transparenz: Foundation from the Department of Education of Liaoning Province, China (LSNFW201904). Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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