Forschung zu Eselsmilch · Studie 12
Ein Muttermilchzusatz aus Eselsmilch
Bertino et al. haben in Turin eine randomisierte Studie mit 156 Frühgeborenen durchgeführt. Ihre Muttermilch wurde entweder mit einem neu entwickelten Zusatz aus Eselsmilch oder mit einem üblichen Zusatz auf Kuhmilchbasis angereichert. Es ist die Ausgangsstudie der FortiLat-Reihe.
Worum es geht
Wie verträglich ist der neue Zusatz?
Sehr kleine Frühgeborene brauchen mehr Eiweiß und Energie, als Muttermilch allein liefert. In der Klinik wird ihre Muttermilch deshalb mit einem Fortifier angereichert. Übliche Zusätze basieren auf Kuhmilch.
Forschende der Universität Turin und des italienischen Forschungsrats CNR haben einen Zusatz aus Eselsmilch entwickelt: FortiLat. In dieser Studie wurde geprüft, ob Frühgeborene ihn besser vertragen als den Standardzusatz. Beide Gruppen erhielten eine vergleichbare Energie- und Eiweißzufuhr.
FortiLat wurde durch Membranfiltration, Wärmebehandlung und Gefriertrocknung aus Eselsmilch hergestellt und war zum Studienzeitpunkt nicht im Handel erhältlich.
Was genau wurde untersucht?
Kurz erklärt
Die Begriffe dieser Studie
Ein Zusatz, mit dem Muttermilch für Frühgeborene mit Eiweiß, Energie und Mineralstoffen angereichert wird.
Hier: eine Pause der Ernährung von mindestens 8 Stunden, etwa wegen Erbrechen oder Magenresten.
Nekrotisierende Enterokolitis – eine schwere Darmerkrankung, die vor allem sehr kleine Frühgeborene betrifft.
Der Bereich, in dem der wahre Effekt plausibel liegt. Schließt er „kein Unterschied“ ein, ist das Ergebnis nicht signifikant.
156 Frühgeborene wurden zufällig einem der beiden Zusätze zugeteilt: 77 Eselsmilch, 79 Kuhmilch.
21 Tage lang wurde die Muttermilch mit dem jeweiligen Zusatz angereichert und laufend angepasst.
Erfasst wurden Unverträglichkeit, NEC, Todesfälle, Ernährungsaufbau und Wachstum.
Folgearbeiten untersuchten später Wachstum und Entwicklung mit 18 Monaten sowie Allergien im Schulalter.
Interaktiv · Die Daten im Überblick
Vier Blicke auf 156 Frühgeborene
Wie wurde verteilt, was ergab der Hauptendpunkt, was die Nebenanalysen – und wo gab es keinen Unterschied? Schalte zwischen den Ansichten um.
Darstellung der in der Originalpublikation berichteten Werte mit 95-%-Konfidenzintervallen. Die Anordnung der Punkte ist schematisch.
Zentrale Befunde
Was die Forschenden berichten
Weniger Ereignisse – nicht signifikant
Mit Eselsmilch-Zusatz traten diese Ereignisse seltener auf. Das breite Konfidenzintervall schließt jedoch „kein Unterschied“ ein.
Weniger Erbrechen und gallige Magenreste
In der Gruppe mit Eselsmilch-Zusatz gab es pro Kind weniger solcher Episoden. Da mehrere Endpunkte getestet wurden, sind diese Befunde vorsichtig zu lesen.
Kein Unterschied
Auch das Wachstum bis zur Entlassung unterschied sich zwischen den Gruppen nicht.
Die Studie war offen angelegt (die Zuteilung war bekannt), lief in einem Zentrum, und in der Kontrollgruppe traten mit 24 % deutlich weniger Ereignisse auf als bei der Planung angenommen (45 %). Laut Publikation sind mehrere Autorinnen und Autoren Erfinder eines Patents auf den Eselsmilch-Zusatz.
Kritische Einordnung
Ein Hinweis, kein Nachweis
Was die Studie zeigt
Was sie nicht zeigt
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Was trennt einen klinischen Rohstoff von einem Lebensmittel?
FortiLat zeigt, dass aus Eselsmilch ein standardisiertes Spezialprodukt entstehen kann. Die zugrunde liegende Technologie ist von der Universität Turin und dem CNR zum Patent angemeldet (WO2015056166, EP3057450B1). Für uns ist das ein Anlass, die Qualität unserer Milch genau zu dokumentieren – und die Grenze zwischen Lebensmittel und klinischer Ernährung klar zu ziehen.
Originalpublikation
A Novel Donkey Milk–derived Human Milk Fortifier in Feeding Preterm Infants: A Randomized Controlled Trial
Bertino E., Cavallarin L., Cresi F., Tonetto P., Peila C., Ansaldi G., Raia M., Varalda A., Giribaldi M., Conti A., Antoniazzi S., Moro G. E., Spada E., Milani S., Coscia A.
Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition · 2019 · 68(1):116–123
Neonatologie der Universität Turin, CNR-ISPA, CREA, Italian Association of Human Milk Banks, Universität Mailand
DOI: 10.1097/MPG.0000000000002168
Volltext: PMC6314716
Die Publikation beschreibt eine Studie mit einem Spezialprodukt für Frühgeborene. Sie erlaubt keine Aussage über Eselsmilch oder Eselsmilchpulver als Lebensmittel und keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.

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