Forschung zu Eselsmilch · Studie 118
Analyse von miRNAs in der Milch von vier Nutztierarten
In Milch von 49 Eselinnen aus Latium machten miRNAs 7,74 % der zugeordneten kleinen RNAs aus, bei Büffel, Ziege und Schaf nur 0,87–1,57 %. Nur vier miRNAs kamen in allen vier Milcharten vor.
Auf einen Blick · Karten antippen
Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Einzelmilchproben aus Praxisbetrieben in der Region Latium (Italien) wurden beim routinemäßigen Maschinenmelken gesammelt: 49 Eselinnen der Rassen Amiata (n = 37) und Ragusana (n = 12) aus zwei Betrieben (1. bis 7. Laktation, 2. bis 7. Laktationsmonat) sowie Ziegen (n = 498), Schafe (n = 443) und Wasserbüffel (n = 648) aus je fünf Betrieben. Esel, Ziegen und Schafe weideten mit Zufütterung von Heu und Getreide. Die Proben wurden zu Sammelproben (Esel: 20) und daraus zu je einem Gesamtpool pro Tierart (50 ml) vereinigt. Aus 2 ml wurde RNA isoliert, kleine RNAs wurden sequenziert und auf Referenzgenome abgebildet (für den Esel das Pferdegenom). Zielgene wurden mit zwei Vorhersageprogrammen bestimmt und per GO- und KEGG-Analyse eingeordnet; ausgewählte miRNAs wurden per qPCR überprüft.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
miRNA-Anteil an der annotierten RNA je Milchart
Werte aus dem Ergebnisteil (Abbildung 1B); je Tierart ein gepoolter Sequenzierlauf ohne biologische Wiederholung.
Zweite Auswertung
Die vier gemeinsamen miRNAs im Artvergleich
Gerundete Anteile aus dem Ergebnistext zu Abbildung 3; je Tierart eine Poolprobe.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Nach Qualitätsfilterung blieben für Eselsmilch 9.385.067 Reads; mit 94,6 % ließ sich hier der höchste Anteil auf das Referenzgenom abbilden (Büffel 92 %, Ziege 89,3 %, Schaf 84,8 %).
Der miRNA-Anteil an der annotierten RNA lag in Eselsmilch bei 7,74 % und damit deutlich über Büffel (0,87 %), Ziege (1,57 %) und Schaf (1,12 %). Identifiziert wurden 130 miRNAs in Eselsmilch, 132 in Ziegen-, 83 in Büffel- und 43 in Schafmilch.
Nur vier miRNAs – miR-200a, miR-200b, miR-200c und miR-23a – kamen in allen vier Milcharten vor. miR-200a stellte in Eselsmilch 15 % aller miRNA-Reads (Schaf 11 %, Büffel 6 %, Ziege 5 %); auch miR-200b und miR-200c waren in Eselsmilch anteilig am häufigsten, miR-23a dagegen in Ziegenmilch.
Weitere miRNAs wie miR-148a, let-7c, miR-29a, miR-30d, miR-143 und miR-221 fanden sich in Esels-, Ziegen- und Büffelmilch, nicht aber in Schafmilch; miR-194 kam in Esels-, Ziegen- und Schafmilch vor. In Eselsmilch nennen die Autoren zudem miR-21, let-7c und miR-22.
Für die Esels-miRNAs wurden 135 mögliche Zielgene vorhergesagt (Büffel 121, Schaf 132, Ziege 55). Die GO- und KEGG-Analysen ordneten die Zielgene über alle Arten vor allem Stoffwechsel-, Entwicklungs- und Immunsignalwegen zu; dies sind rechnerische Vorhersagen, keine gemessenen Wirkungen.
Die qPCR-Prüfung ausgewählter miRNAs zeigte nach Angabe der Autoren dieselbe Richtung wie die Sequenzierdaten; Zahlenwerte liegen nur als Abbildung vor.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Cendron et al. (2024) enthält Milch aller vier Arten sowohl artübergreifend vorkommende als auch artspezifische miRNAs, wobei Eselsmilch den höchsten miRNA-Anteil aufwies. Die Autoren vermuten, dass die vorhergesagten Zielgene mit Entwicklung, Anpassung, Wachstum und Immunantwort der Jungtiere sowie mit Leistungsmerkmalen der Nutztiere zusammenhängen, und halten Untersuchungen an Einzeltieren unter Berücksichtigung von Laktationsstadium, Alter und Laktationszahl für nötig.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Ein Pool je Tierart
Alle Eselsproben wurden zu einem einzigen Pool vereinigt und einmal sequenziert. Es gibt daher keine biologischen Wiederholungen und keine Statistik zu Unterschieden zwischen den Arten; Einflüsse von Rasse, Laktationsstadium oder Betrieb lassen sich nicht trennen. Die Autoren empfehlen selbst Untersuchungen an Einzeltieren.
Pferdegenom als Referenz
Die Eselsreads wurden auf das Pferdegenom abgebildet, die Büffelreads auf das Rindergenom. Esel-spezifische miRNAs können dadurch übersehen oder falsch zugeordnet werden; die hohe Zuordnungsrate ist mit dieser Einschränkung zu lesen.
Widersprüchliche Gruppenzahlen
Die Kombination Ziege–Esel–Büffel wird im Ergebnisteil zweimal genannt (mit 10 und 11 miRNAs), die Diskussion spricht von 12. Zudem ist dort von „10 miRNAs in allen vier Arten“ die Rede, obwohl laut Venn-Diagramm nur vier gemeinsam sind.
Weitere Unstimmigkeiten
Laut Ergebnisteil hatte Eselsmilch die meisten miRNAs, die genannten Zahlen zeigen aber 132 für Ziege und 130 für Esel. miR-22-3p wird als in Eselsmilch fehlend beschrieben, an anderer Stelle wird das Vorkommen von miR-22 in Eselsmilch bestätigt. Die Normalisierung wird als RPKM bezeichnet, aber als Reads pro Million beschrieben.
Funktionen nur vorhergesagt
Zielgene und Signalwege beruhen auf Computervorhersagen. Aussagen der Autoren zu Bedeutung für Immunabwehr, Wachstum oder Entwicklung der Jungtiere sowie zur Aufnahme von miRNAs über die Nahrung wurden nicht experimentell geprüft; Wirkungen beim Menschen waren nicht Gegenstand der Studie.
Breite Probenbasis, offene Daten
Die Pools beruhen auf Einzelproben von über 1600 Tieren aus 17 Betrieben, für Esel auf 49 Tieren zweier Rassen. Alle vier Arten wurden mit demselben Verfahren analysiert, ausgewählte Ergebnisse per qPCR geprüft, und die Rohdaten sind öffentlich hinterlegt.
Einordnung der Redaktion: Die Studie beschreibt, welche kleinen RNA-Moleküle sich in gepoolter Rohmilch italienischer Eselinnen nachweisen lassen, im Vergleich zu drei Wiederkäuerarten. Die Funktionsangaben sind Vorhersagen; Rückschlüsse auf Wirkungen beim Menschen oder auf einzelne Handelsprodukte lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Wie stark schwanken miRNA-Anteil und miR-200-Familie in der Milch einzelner Eselinnen je nach Rasse, Laktationsmonat und Fütterung, und bleibt der hohe miRNA-Anteil erhalten, wenn ein eigenes Eselsgenom als Referenz dient?
Originalpublikation
Analyse von miRNAs in der Milch von vier Nutztierarten
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Analysis of miRNAs in milk of four livestock species).
Cendron F., Rosani U., Franzoi M., Boselli C., Maggi F., De Marchi M., Penasa M.
BMC Genomics · 2024 · 25, 859
Department of Agronomy, Food, Natural Resources, Animals and Environment (DAFNAE) und Department of Biology, University of Padova; Istituto Zooprofilattico Sperimentale del Lazio e della Toscana „M. Aleandri“, Rom; Azienda Sanitaria Locale Roma 4, Italien
10.1186/s12864-024-10783-4: 10.1186/s12864-024-10783-4
Transparenz: Open-Access-Finanzierung durch die Università degli Studi di Padova; weitere Fördermittel werden nicht genannt. Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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