Forschung zu Eselsmilch · Studie 106
Einfluss von Methionin auf Milchleistung und Milchbestandteile laktierender Eselinnen
Mit 5 g Methionin pro Tag lag die ermolkene Milchmenge bei 1,72 kg gegenüber 1,15 kg ohne Zulage; 15 g/d zeigten keinen Mengeneffekt (1,14 kg). In der Milch wurden 568 Metaboliten erfasst, 41 unterschieden sich zwischen den Gruppen.
Auf einen Blick · Karten antippen
Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Fütterungsversuch mit 18 gesunden, mehrgebärenden Dezhou-Eselinnen (im Mittel 71 Laktationstage, 273 ± 30 kg) samt Fohlen auf einem Betrieb in Liaocheng (Shandong, China). Je sechs Stute-Fohlen-Paare erhielten 0 g (Kontrolle), 5 g (M1) oder 15 g Methionin pro Tag zusätzlich zu 6 kg Grasheu und 2,5 kg Kraftfutter je Tier. Der Versuch dauerte 5 Wochen einschließlich 1 Woche Vorfütterung. Am Versuchsende wurden die Stuten nach 4 Stunden Fohlentrennung zweimal täglich von Hand gemolken; Milchmenge, Zusammensetzung (Infrarotanalyse) sowie Milch- und Serummetabolom (ungerichtete LC-MS) wurden erfasst, außerdem die Gewichtszunahme der Fohlen. Die Auswertung erfolgte per einfaktorieller ANOVA mit Duncan-Test.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Ermolkene Milchmenge je Methioninstufe
Mittelwerte (n = 6) aus Tabelle 2; ermolkene Menge nach 4 Stunden Fohlentrennung, Zeitbezug in der Tabelle nicht angegeben (p = 0,0054).
Zweite Auswertung
Mengen an Milchbestandteilen
Mittelwerte (n = 6) aus Tabelle 3 der Studie; Mengen bezogen auf die ermolkene Milch.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Mit 5 g Methionin pro Tag lag die ermolkene Milchmenge mit 1,72 kg signifikant über Kontrolle (1,15 kg) und 15-g-Gruppe (1,14 kg). Die Fohlen nahmen in der 15-g-Gruppe mit 19,6 kg mehr zu als in der Kontrolle (15,1 kg); die 5-g-Gruppe lag dazwischen (19,4 kg).
Bei den Gehalten zeigten sich nur kleine Unterschiede: Trockenmasse (9,27 bzw. 9,32 vs. 9,04 %), Lactoferrin (0,097 vs. 0,094 g/L) und mehrfach ungesättigte Fettsäuren lagen in beiden Methioningruppen höher, der Proteingehalt nur bei 15 g (1,71 vs. 1,51 %). Fett-, Laktose- und Harnstoffgehalt unterschieden sich nicht signifikant.
Wegen der höheren Milchmenge lagen in der 5-g-Gruppe auch die Tagesmengen an Protein (25,18 vs. 16,62 g), Laktose (110,26 vs. 73,10 g), Fett, Trockenmasse und fettfreier Trockenmasse über denen der Kontrolle.
Im Milchmetabolom wurden 568 Metaboliten erfasst, überwiegend Lipide, organische Säuren und heterozyklische Verbindungen. 41 unterschieden sich zwischen den Gruppen; bei 15 g lagen u. a. Myristinsäure (Faktor 2,04) und L-Asparaginsäure (Faktor 1,68) höher, 3-Hydroxybuttersäure niedriger.
Methionin selbst war in der Milch der Zulagegruppen deutlich niedriger als in der Kontrolle (Faktor 0,06), ebenso D-Prolin; die Autoren gehen darauf nicht näher ein.
Im Serum wurden 753 Metaboliten erfasst; 17 unterschieden sich zwischen 5 g und Kontrolle, 48 zwischen 15 g und Kontrolle, darunter verschiedene Lysophospholipide. Angereichert waren nach Angaben der Autoren u. a. Inositolphosphat-, Lysin- und Ascorbatstoffwechsel.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Huang et al. (2024) steigerte die Zulage von 5 g Methionin pro Tag die ermolkene Milchmenge sowie die Mengen an Milchprotein, Lactoferrin und Milchfett und veränderte das Metabolitenprofil der Milch. Die Autoren führen dies auf Veränderungen von Serummetaboliten zurück und sehen ihre Arbeit als erste Grundlage für die Ernährung laktierender Eselinnen; gesundheitliche Wirkungen beim Menschen wurden nicht untersucht.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Je Gruppe wurden sechs Tiere über nur 5 Wochen untersucht, Milch und Blut wurden einmalig am Versuchsende ohne Ausgangswerte beprobt. Die Autoren bezeichnen die Arbeit in der Diskussion selbst als Pilotstudie.
Laut Abstract steigerten 5 g Methionin die Gehalte an Protein und Fett; nach Tabelle 3 unterscheidet sich der Proteingehalt bei 5 g nicht von der Kontrolle (1,55 vs. 1,51 %), der Fettgehalt in keiner Gruppe (p = 0,08). Abstract und Fazit nennen L-Ascorbat als erhöht, Tabelle 7 weist es bei 15 g als niedriger aus (Faktor 0,43); D-Glutamin und L-Lysin erscheinen in keiner Tabelle.
Die Lactoferrinmenge (10,35 mg bei 1,15 kg Milch und 0,094 g/L) ist rechnerisch etwa um den Faktor 10 zu niedrig, die Menge mehrfach ungesättigter Fettsäuren ist in mg statt g angegeben. Die Fettmenge der Kontrolle (1,88 g) passt nicht zu 1,15 kg × 0,40 % (rund 4,6 g); die Milchmenge hat keinen Zeitbezug.
Tabelle 1 nennt als Methioninzusatz 0,002 % bzw. 0,006 % des Kraftfutters, was bei 2,5 kg nur 0,05 bzw. 0,15 g entspräche statt 5 bzw. 15 g. Die Tierversuchsgenehmigung trägt dieselbe Nummer wie eine weitere Studie der Arbeitsgruppe (Zhou et al. 2025).
Unter den als verschieden ausgewiesenen Metaboliten finden sich mehrere synthetisch anmutende Verbindungen, deren Zuordnung für Milch bzw. Serum nicht plausibel ist; die Annotation ungerichteter LC-MS-Daten ist hier mit Vorsicht zu lesen. Deutungen der Autoren zur Eignung für Säuglingsnahrung wurden nicht untersucht; Wirkungen beim Menschen waren nicht Gegenstand der Studie.
Der Versuch vergleicht zwei Dosen mit einer Kontrollgruppe bei gleicher Grundration und kombiniert Milchleistung, Fohlenzunahme sowie Milch- und Serummetabolom. Mittelwerte sind mit Standardabweichungen tabelliert, und die Qualitätskontrollproben zeigten eine hohe Wiederholbarkeit (R² 0,992–0,996).
Einordnung der Redaktion: Die Studie zeigt vor allem einen Effekt auf die ermolkene Milchmenge bei 5 g Methionin, während sich die prozentuale Zusammensetzung der Milch nur wenig änderte. Wegen der kleinen Gruppen und mehrerer Unstimmigkeiten zwischen Text und Tabellen sind die Ergebnisse als vorläufig einzuordnen. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Warum steigerte nur die niedrigere Methionindosis die Milchmenge, und lässt sich dieser Effekt in größeren, länger laufenden Versuchen mit mehreren Dosisstufen und wiederholten Messungen bestätigen?
Originalpublikation
Einfluss von Methionin auf Milchleistung und Milchbestandteile laktierender Eselinnen
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Effects of Methionine on Milk Performance and Milk Constituents of Lactating Donkeys).
Huang F., Du X., Ma Z., Liu G., Wang C., Zhou M.
Animals · 2024 · 14(20), 3027
College of Agriculture and Biology, Liaocheng Research Institute of Donkey High-Efficiency Breeding and Ecological Feeding, Liaocheng University, Liaocheng, China
10.3390/ani14203027: 10.3390/ani14203027
Transparenz: Shandong Provincial Natural Science Foundation (ZR2023MC149), National Key R & D Program of China (2022YFD1600103), Key Technology Research and Development Program of Shandong (2021TZXD012) sowie Open Project of Liaocheng University Animal Husbandry Discipline (319312105-5). Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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