Forschung zu Eselsmilch · Studie 105
Selen im Futter: Milchmenge und Milchfettsäuren
Mit 0,3 mg Selen je kg Futter-Trockenmasse stieg die hochgerechnete Milchmenge von 3,26 auf 3,84 kg/d; die Milchgehalte an Fett, Protein und Laktose blieben gleich. Der Anteil gesättigter Fettsäuren sank von 56,74 % auf 54,06 % (0,5 mg: 50,90 %).
Auf einen Blick · wischen oder Pfeile
Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Fütterungsversuch mit 24 laktierenden Dezhou-Eselinnen (im Mittel 40 Laktationstage, 247 ± 26 kg, 2,8 Geburten) in einem Betrieb in der Inneren Mongolei, China. Die Tiere wurden zufällig vier Gruppen (je n = 6) zugeteilt: Grundration ohne Zusatz (0,04 mg Se/kg TM) sowie Zulagen von 0,15, 0,3 und 0,5 mg Selen je kg Trockenmasse in Form von Selenhefe (≥ 98 % organisches Selen, überwiegend Selenomethionin). Nach 2 Wochen Eingewöhnung folgten 8 Wochen Datenerhebung mit Einzelhaltung. Die Fohlen wurden zweimal täglich je 3 Stunden getrennt; aus der ermolkenen Menge wurde die Tagesmilchmenge (EMY) hochgerechnet. Milchinhaltsstoffe wurden per Infrarotanalyse mit eselmilchspezifischer Kalibrierung, 37 Fettsäuren per Gaschromatographie bestimmt. Zusätzlich wurden Verdaulichkeit, Selen und Fettsäuren im Plasma, kurzkettige Fettsäuren im Kot sowie das Kotmikrobiom (16S-rRNA) analysiert.
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Fettsäuregruppen im Milchfett je Selenstufe
Mittelwerte (n = 6) aus Tabelle 5 der Studie; Gaschromatographie von 37 Fettsäuren.
Zweite Auswertung
Hochgerechnete Tagesmilchmenge je Selenstufe
Mittelwerte (n = 6) aus Tabelle 2; aus der nach zweimal 3 Stunden Fohlentrennung ermolkenen Menge auf 24 Stunden hochgerechnet. Nur 0,3 mg unterschied sich signifikant.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Die Selenkonzentration im Plasma stieg mit der Zulage von 107,37 µg/L (Kontrolle) auf 157,20, 169,20 und 186,10 µg/L. Die Futteraufnahme (7,62–8,14 kg TM/d) unterschied sich nicht.
Mit 0,3 mg Se/kg TM waren hochgerechnete Milchmenge (3,84 vs. 3,26 kg/d), Milchleistung je kg Futter sowie die Tagesmengen an Laktose, fettfreier Trockenmasse und Trockenmasse höher als in der Kontrolle. Die Milchfettmenge lag in allen Selengruppen höher (13,94–15,54 vs. 11,98 g/d). Die prozentualen Gehalte an Fett, Protein, Laktose und Trockenmasse blieben unverändert.
Im Milchfett sank der Anteil gesättigter Fettsäuren mit allen Zulagen (56,74 % auf 54,84 %, 54,06 % und 50,90 %); ungesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren sowie Ölsäure stiegen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Linolsäure und das P/S-Verhältnis lagen bei 0,3 und 0,5 mg höher; α-Linolensäure und n-3-Fettsäuren insgesamt nur bei 0,5 mg (4,28 % bzw. 4,41 %).
Die rechnerischen Fettsäure-Indizes AI und TI sanken mit steigender Zulage (AI 1,36 auf 1,09; TI 1,01 auf 0,76), Palmitinsäure ging von 22,21 % auf 19,00 % zurück. Das Verhältnis n-6/n-3 (4,98–5,42) blieb unverändert.
Die Verdaulichkeit der Faserfraktion ADF stieg bei 0,3 und 0,5 mg (38,84 % bzw. 39,57 % vs. 32,58 %); biologische Wertigkeit des Proteins und Stickstoffverwertung waren nur bei 0,3 mg höher. Im Kot der Tiere stiegen Acetat und Butyrat bei 0,3 und 0,5 mg.
Die Vielfalt des Kotmikrobioms (2921 OTUs) unterschied sich nicht zwischen den Gruppen, die Gemeinschaftsstruktur jedoch schon. Bei 0,3 mg waren u. a. Christensenellaceae R-7 group, Lachnospiraceae XPB1014 und eine Erysipelotrichaceae-Gattung häufiger; diese korrelierten positiv mit Milchmengen- und Verdauungskennwerten.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Meng et al. (2025) wirkt die Selenzulage dosisabhängig: 0,3 mg Se/kg Trockenmasse sei die günstigste Stufe, da sie Milchmenge und Proteinsyntheseeffizienz steigerte und das Fettsäuremuster der Milch zugunsten ungesättigter Fettsäuren verschob; als mögliche Ursache nennen die Autoren eine bessere Nährstoffverwertung und Veränderungen im Kotmikrobiom. 0,5 mg Se/kg brachte aus ihrer Sicht keinen Vorteil bei der Milchmenge, veränderte das Fettsäuremuster aber am stärksten.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Kleine Gruppen, Selen in Milch nicht gemessen
Je Gruppe wurden sechs Tiere einer Rasse aus einem Betrieb untersucht, was die Autoren selbst als Einschränkung nennen. Der Selengehalt der Milch wurde nicht bestimmt, nur der im Plasma.
Schlussfolgerung geht über Tabelle hinaus
Abstract und Fazit schreiben der Dosis 0,3 mg einen Anstieg von α-Linolensäure und n-3-Fettsäuren zu; laut Tabelle 5 unterscheiden sich diese bei 0,3 mg nicht von der Kontrolle (3,62 vs. 3,38 % bzw. 3,75 vs. 3,50 %), sondern nur bei 0,5 mg. Die Diskussion spricht zudem von einem höheren Anteil gesättigter Fettsäuren bei 0,3 mg, die Tabelle zeigt einen Rückgang (56,74 auf 54,06 %).
Unplausible Fettsäuremengen
In Tabelle 6 (Fettsäuremengen je Tag) ergeben gesättigte und ungesättigte Fettsäuren zusammen rund 318 g/d, während die Milchfettmenge in Tabelle 2 bei 12 bis 16 g/d liegt. Die Einheiten dieser Tabelle sind daher nicht nachvollziehbar; zudem sind die Verhältnis- und Indexwerte mit Tabelle 5 identisch.
Methodische Unstimmigkeiten
Der Methodenteil nennt Spearman-Korrelationen, die Abbildungslegenden Pearson. Die Milchleistungseffizienz ist als SCM/Futteraufnahme × 100 definiert, angegeben sind aber Werte von 0,22 bis 0,28. Im Abschnitt zu Kot-Fettsäuren ist von einer nicht definierten „AOE“-Gruppe die Rede.
Indizes und Deutungen
AI, TI und DFA sind rechnerische Kennzahlen aus dem Fettsäuremuster, keine gemessenen Wirkungen. Aussagen der Autoren zum Nährwert für Menschen und zur Rolle einzelner Gattungen des Darmmikrobioms beruhen auf Korrelationen und wurden nicht geprüft.
Abgestufte Dosen mit Kontrolle
Vier Dosisstufen inklusive Kontrolle, wiederholte Messungen über 8 Wochen mit Vorperiode als Kovariate, eine eselmilchspezifische Kalibrierung der Milchanalytik und vollständige Tabellen für 37 Fettsäuren in Plasma und Milch machen die Daten gut nachvollziehbar; die Sequenzdaten sind öffentlich hinterlegt.
Einordnung der Redaktion: Die Studie beschreibt, wie eine Selenzulage im Futter Milchmenge und Fettsäuremuster der Milch von Dezhou-Eselinnen verändert; die prozentualen Hauptbestandteile blieben gleich. Rückschlüsse auf gesundheitliche Wirkungen beim Menschen oder auf Handelsprodukte lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Wie viel des zugefütterten Selens gelangt bei Eselinnen tatsächlich in die Milch, und bleibt die Verschiebung des Fettsäuremusters auch bei anderen Rassen, Rationen und über eine ganze Laktation stabil?
Originalpublikation
Rektales Mikrobiom zeigt den Einfluss des Selengehalts im Futter auf Laktationsleistung und Milchfettsäureprofil laktierender Eselinnen
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Rectal Microbiome Reveals the Improved Effect of Dietary Selenium Levels on Lactation Performance and Milk Fatty Acid Profiles in Lactating Donkeys).
Meng F., Zhao Y., Guo Y., Guo X., Zhang Q., Wang Z., Li L., Hui F., Tong M., Yan S.
Animals · 2025 · 15(22), 3309
Inner Mongolia Key Laboratory of Animal Nutrition and Feed Science, College of Animal Science, Inner Mongolia Agricultural University, Hohhot, China
10.3390/ani15223309: 10.3390/ani15223309
Transparenz: National Natural Science Foundation of China (32160794) sowie Basic Research Fund for Universities in Inner Mongolia Autonomous Region (BR251030). Die Autorinnen und Autoren erklären, dass keine konkurrierenden Interessen bestehen. Ein Tierhaltungsunternehmen in der Inneren Mongolei stellte die Versuchsbasis zur Verfügung. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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