Forschung zu Eselsmilch · Studie 104
Futterenergie, Milchmenge und Milchprofil bei Eselinnen
Bei 24 Dezhou-Eselinnen lieferte die mittlere Energiestufe (12,4 MJ/kg) mit 0,93 kg/d die höchste ermolkene Milchmenge (hoch: 0,86, niedrig: 0,75 kg/d). Zwischen niedriger und mittlerer Stufe unterschieden sich 176 Milchmetaboliten und 87 Molkenproteine.
Auf einen Blick · Karten antippen
Die wichtigsten Zahlen
Studiendesign
So wurde untersucht
Fütterungsversuch mit 24 laktierenden Dezhou-Eselinnen (im Mittel 29 Laktationstage, 4,2 Geburten, 256 ± 34 kg) samt Fohlen in einem Betrieb in der Inneren Mongolei, China. Die Tiere wurden zufällig drei Totalmischrationen mit 13,1 (hoch, HED), 12,4 (mittel, MED) und 11,7 MJ/kg verdaulicher Energie (niedrig, LED) zugeteilt (je n = 8); der Rohproteingehalt lag einheitlich bei rund 14 %. Nach 2 Wochen Eingewöhnung folgten 8 Wochen Datenerhebung. Die Fohlen wurden zweimal täglich je 3 Stunden getrennt, danach wurde maschinell gemolken; aus der ermolkenen Menge wurde eine Tagesmilchmenge (EMY) hochgerechnet. Milchinhaltsstoffe wurden per Infrarotspektroskopie bestimmt. Zusätzlich wurden Verdaulichkeit, Blutwerte, Hormone und antioxidative Enzyme im Serum, das Kotmikrobiom (16S-rRNA) sowie für den Vergleich niedrig vs. mittel das Serum- und Milchmetabolom (LC-MS) und das Molkenproteom erfasst. Die Auswertung erfolgte mit gemischten Modellen und orthogonalen Kontrasten (linear, quadratisch).
Interaktive Grafik · Werte aus der Studie
Milchmenge je Energiestufe
Mittelwerte (n = 8) aus Tabelle 2; ermolkene Menge nach zweimal 3 Stunden Fohlentrennung, EMY daraus auf 24 Stunden hochgerechnet.
Zweite Auswertung
Tägliche Menge an Milchbestandteilen
Mittelwerte (n = 8) aus Tabelle 2 der Studie; quadratischer Effekt jeweils p < 0,05.
Ergebnisse
Was die Studie gemessen hat
Ermolkene Milchmenge, hochgerechnete Tagesmenge, energie- und trockenmassekorrigierte Milch sowie die Milchleistung je kg Futteraufnahme waren in der mittleren Energiestufe am höchsten (z. B. EMY 3,71 vs. 3,43 bzw. 2,99 kg/d). Eine Wechselwirkung zwischen Energiestufe und Laktationswoche trat nicht auf.
Die Milchzusammensetzung änderte sich nur geringfügig: Protein 1,66–1,74 %, Laktose 6,50–6,57 %, Trockenmasse 9,11–9,18 %; Fett (0,28–0,32 %) und fettfreie Trockenmasse unterschieden sich nicht signifikant. Deutlicher fielen die Mengen je Tag aus, etwa 12,20 g Fett und 65,86 g Protein bei mittlerer Energie.
Mit steigender Energie nahm die Trockenmasseaufnahme von 6,80 auf 8,02 kg/d zu, ebenso die Verdaulichkeit von Trockenmasse, Fett und Faser (NDF). β-Hydroxybutyrat und freie Fettsäuren im Serum sanken, was die Autoren als geringere Fettmobilisierung deuten.
Die Serumaktivitäten von Glutathionperoxidase und Superoxiddismutase sowie die gesamte antioxidative Kapazität waren in der mittleren Stufe am höchsten; Malondialdehyd stieg mit der Energie an (1,58 auf 1,93 nmol/mL). Prolaktin und Insulin lagen ebenfalls in der mittleren Stufe am höchsten.
Im Kotmikrobiom der Tiere waren Artenreichtum und Shannon-Index bei hoher Energie niedriger als in den beiden anderen Gruppen; der Anteil der Firmicutes lag bei 68,02 % (mittel 54,92 %, niedrig 49,93 %).
Für den Vergleich niedrig vs. mittel fanden sich 93 unterschiedliche Serum- und 176 unterschiedliche Milchmetaboliten (144 davon bei niedriger Energie geringer, u. a. L-Tryptophan, L-Histidin, Biotin, Pantothensäure, Glutathion) sowie 87 unterschiedliche Molkenproteine. Gemeinsam angereichert waren nach Angaben der Autoren u. a. die Stoffwechselwege Schilddrüsenhormonsynthese, Tyrosin- und Glutathionstoffwechsel.
Fazit der Autoren: Nach Einschätzung von Zhao et al. (2026) reagierten Milchleistung, Nährstoffverdauung und antioxidative Kennwerte im Blut der Eselinnen quadratisch auf den Energiegehalt des Futters, mit den höchsten Werten bei 12,4 MJ/kg verdaulicher Energie; 13,1 MJ/kg könne die Milchleistung mindern. Die Autoren sehen Veränderungen im Kotmikrobiom, in Metaboliten und Proteinen – insbesondere in Schilddrüsenhormonsynthese, Tyrosin- und Glutathionstoffwechsel – als mögliche Erklärung und empfehlen 12,4 MJ/kg als Orientierungswert für die Fütterung.
Kritische Einordnung
Stärken und Grenzen
Omics nur für zwei GruppenDeutliche Grenze
Metabolom und Proteom wurden nur für niedrige vs. mittlere Energie ausgewertet; warum die hohe Stufe weniger Milch lieferte, bleibt offen, wie die Autoren selbst einräumen. Für das Proteom nennt eine Abbildungslegende n = 4, die Gruppengröße der Metabolomanalysen wird nicht ausdrücklich angegeben.
Text und Tabelle weichen abBeachten
Der Ergebnistext beschreibt für die Futteraufnahme einen Anstieg mit anschließendem Abfall, Tabelle 2 zeigt jedoch einen stetigen Anstieg (6,80 – 7,20 – 8,02 kg/d). Laktose war entgegen dem Text in der hohen Stufe am höchsten (6,57 %), und der Fettgehalt unterschied sich nicht signifikant (p = 0,102 bzw. 0,108), obwohl Abstract und Text eine Zunahme der Milchbestandteile nennen.
Rationen nicht nur in der Energie verschiedenBeachten
Laut Methodenteil betrug das Verhältnis Grundfutter zu Kraftfutter 30:70; nach Tabelle 1 bestehen die Rationen jedoch zu rund 70 % aus Hirsestroh, Luzerne und Maissilage. Zudem variieren Luzerne (30,0 vs. 4,5 %), Hirsestroh (26,9 vs. 54,8 %) und Rohfett (4,46 vs. 2,82–2,96 %) stark, sodass Energieeffekte nicht von Effekten der Futterkomponenten zu trennen sind.
Auffällige Einheiten und ZahlenBeachten
Freie Fettsäuren im Serum sind mit 191–403 mmol/L angegeben, was um etwa den Faktor 1000 zu hoch erscheint (vermutlich µmol/L). Die Werte für AST (4,2–5,0 U/L) und ALT (315–378 U/L) wirken ungewöhnlich. Für das OTU-Clustering nennt der Methodenteil 97 %, der Ergebnisteil 82,35 % Ähnlichkeit, und die Zahl gemeinsam angereicherter Stoffwechselwege wird einmal mit 75, einmal mit 73 angegeben.
Ermolkene Menge und DeutungenDeutliche Grenze
Erfasst wurde die nach 6 Stunden Fohlentrennung ermolkene Menge; die Tagesmenge ist hochgerechnet. Die Verknüpfung von Stoffwechselwegen mit der Milchleistung beruht auf Korrelationen und Anreicherungsanalysen und wurde nicht experimentell geprüft. Wirkungen beim Menschen waren nicht Gegenstand der Studie.
Randomisierter Versuch über 8 WochenStärke
Drei abgestufte Energiestufen, zufällige Zuteilung, wöchentliche Messung mit Vorperiode als Kovariate und orthogonale Kontraste erlauben eine systematische Dosis-Wirkungs-Betrachtung. Tabellen enthalten Mittelwerte, SEM und p-Werte; die Sequenzdaten sind öffentlich hinterlegt.
Einordnung der Redaktion: Die Studie liefert Daten zur Fütterung laktierender Eselinnen und zeigt, dass sich vor allem die tägliche Milchmenge und weniger die prozentuale Zusammensetzung mit der Futterenergie verändert. Sie ergänzt die bereits archivierte Studie von Hui et al. (2024) derselben Arbeitsgruppe, die die Futterenergie in der späten Trächtigkeit und Mineralstoffe im Kolostrum untersuchte. Aussagen zu Wirkungen beim Menschen oder zu Handelsprodukten lassen sich daraus nicht ableiten. Zum Forschungsarchiv.
Forschungsfrage für DON DONKEY’S®
Welche Prozesse führen dazu, dass eine sehr energiereiche Ration bei Eselinnen weniger Milch liefert als eine mittlere – und bleibt das Optimum bei 12,4 MJ/kg auch bestehen, wenn die Rationen bei gleicher Futterzusammensetzung nur im Energiegehalt variieren?
Originalpublikation
Integrierte Metabolom- und Proteomprofile zeigen, wie der Energiegehalt des Futters Milchleistung und antioxidative Kapazität laktierender Eselinnen beeinflusst
Titel aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: Integrating Metabolomic and Proteomic Profiles Reveals the Mechanism of Dietary Energy Levels Regulating Milk Performance and Antioxidative Capabilities of Lactating Donkeys).
Zhao Y., Yue Y., Zhao Z., Chen Y., Yan S., Shi B., Akonyani Z.P.
Antioxidants · 2026 · 15(5), 528
Key Laboratory of Animal Nutrition and Feed Science of Inner Mongolia Autonomous Region, College of Animal Science, Inner Mongolia Agricultural University, Hohhot, China
10.3390/antiox15050528: 10.3390/antiox15050528
Transparenz: Natural Science Foundation of Inner Mongolia Autonomous Region (2024MS03014), Science and Technology Major Project of Inner Mongolia Autonomous Region (zdzx2018001) sowie Basic Research Fund for Universities in Inner Mongolia Autonomous Region (BR251030). Im Abschnitt zu Interessenkonflikten wird angegeben, dass ein Tierhaltungsunternehmen im Kreis Helinger (Innere Mongolei, China) die Versuchsbasis für den Fütterungsversuch bereitgestellt hat; weitere Konflikte werden nicht genannt. Keine produktbezogene Aussage für DON DONKEY’S®.
Zusammengefasst und geprüft von der DON DONKEY’S Redaktion anhand der Originalpublikation · Stand: Oktober 2026
Die oben zusammengefasste Studie wurde unabhängig von DON DONKEY’S® durchgeführt und bezieht sich nicht auf unsere Produkte. Sie dient ausschließlich der Information über den Stand der Forschung.
DON DONKEY’S® Eselsmilch und Eselsmilchpulver sind Lebensmittel. Sie sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu verhüten, zu behandeln oder zu heilen, und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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