Wissensarchiv Eselsmilch · Historische Quelle

Buffons Histoire naturelle (1753): Was der Naturforscher über Eselsmilch schrieb

Im vierten Band seiner Naturgeschichte stellt Buffon 1753 fest, der Gebrauch von Eselsmilch reiche „von den Griechen bis zu uns“, und beschreibt, wie eine Milcheselin ausgewählt und gefüttert werden sollte.

Historische Darstellung: Die hier wiedergegebenen Angaben spiegeln den Wissensstand ihrer Zeit wider. Sie sind wissenschaftlich nicht belegt, keine Empfehlung und nicht auf heute übertragbar. Eselsmilch ist ein Lebensmittel, kein Heilmittel.
1753Frankreich (Paris)Naturgeschichte
Urheber
Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon (1707–1788)
Werk
Histoire naturelle, générale et particulière, Tome IV
Stelle
Kapitel „L’Asne“ (Der Esel), S. 402 (Paris, Imprimerie royale, 1753)
Zeit & Raum
1753 · Frankreich (Paris)
Quellenart
Naturgeschichte

Im Wortlaut

Was im Original steht

le lait d’ânesse au contraire est un remède éprouvé & spécifique pour certains maux, & l’usage de ce remède s’est conservé depuis les Grecs jusqu’à nous

Die Eselsmilch dagegen gilt [laut Buffon] als bewährtes und gezieltes Mittel bei bestimmten Leiden, und dieser Gebrauch hat sich von den Griechen bis in unsere Zeit erhalten.

FranzösischBuffon, HN IV, S. 402

il faut choisir une ânesse jeune, saine, bien en chair, qui ait mis bas depuis peu de temps

Man muss eine junge, gesunde, gut genährte Eselin wählen, die vor kurzem gefohlt hat.

FranzösischBuffon, HN IV, S. 402

Deutsche Wiedergabe: eigene, sinngemäße Übersetzung der DON DONKEY’S Redaktion.

Hintergrund

Wer, wann, welche Art Text

Buffon war Intendant des königlichen Botanischen Gartens in Paris. Seine „Histoire naturelle“ erschien ab 1749 in 36 Bänden und war im 18. Jahrhundert ein weit verbreitetes naturkundliches Werk in Europa. Band IV (1753) behandelt die Haustiere, darunter Pferd und Esel.

Buffon schrieb als Naturforscher, nicht als Arzt. Seine Angaben zu medizinischen Anwendungen geben die Lehrmeinung seiner Zeit wieder, die noch weitgehend auf antiken Autoren wie Galen beruhte.

Inhalt

Was die Quelle zu Eselsmilch berichtet

Am Ende des Esel-Kapitels behandelt Buffon den Nutzen des Tieres. Während er das Eselsfleisch als schlecht und – unter Berufung auf Galen – als ungesund beschreibt, stellt er die Eselsmilch dem gegenüber: Sie sei ein bewährtes Mittel „für bestimmte Leiden“, und ihr Gebrauch habe sich seit den Griechen erhalten.

Buffon nennt praktische Bedingungen: Die Eselin solle jung, gesund und gut genährt sein, kürzlich gefohlt haben und nicht erneut gedeckt sein. Das Fohlen werde abgesetzt und das Tier mit Heu, Hafer, Gerste und Kräutern gefüttert.

Unmittelbar danach grenzt Buffon sich kritisch ab: Die Alten hätten auch Blut, Urin und Organen des Esels besondere Kräfte zugeschrieben, doch die Erfahrung habe dies widerlegt oder zumindest nicht bestätigt.

Auf einen Blick

Zahlen & Fakten aus der Quelle

1753Erscheinungsjahr von Band IV
S. 402Stelle zur Eselsmilch im Kapitel „L’Asne“
4Futtermittel: Heu, Hafer, Gerste, Kräuter
36Bände umfasst die Histoire naturelle insgesamt
1777fast wörtliche Übernahme in Krünitz’ Encyclopädie, Bd. 11

Kritische Einordnung

Wie verlässlich ist diese Quelle?

Quellenwert

Erstausgabe der Königlichen Druckerei, als Digitalisat seitengenau prüfbar. Der Text wurde in ganz Europa übersetzt und abgeschrieben, unter anderem in Krünitz’ Oekonomischer Encyclopädie.

Kritischer Blick schon bei Buffon

Bemerkenswert ist, dass Buffon zwischen Eselsmilch und den übrigen „Esel-Arzneien“ der Antike unterscheidet und letztere ausdrücklich als durch Erfahrung nicht bestätigt bezeichnet.

Heutige Einordnung

Die Aussage zu „bestimmten Leiden“ gibt den Wissensstand des 18. Jahrhunderts wieder. Eine gesundheitliche Wirkung von Eselsmilch ist damit nicht belegt und auf heute nicht übertragbar.

Unsere Einordnung

Buffons Text wurde in der Aufklärung vielfach zitiert und übernommen. Spannend finden wir vor allem die praktischen Angaben zu Haltung und Fütterung der Milcheselin – und Buffons Skepsis gegenüber älteren Volksmitteln.

Nachweise

Quellen zum Nachprüfen

Weitere Quellen und Studien im Forschungsarchiv. Zusammengefasst von der DON DONKEY’S Redaktion, Stand: November 2026.