Forschung zu Eselsmilch · Studie 24
Eselsmilch-Molkenprotein & Darmforschung
Eine Studie aus dem Jahr 2025 untersuchte Molkenproteine aus Eselsmilch in einem DSS-induzierten Colitis-Modell bei Mäusen. Im Fokus stand eine besondere Frage: Macht es einen Unterschied, wie diese Proteine vor der Verabreichung verarbeitet werden?
Die Forschungsfrage
Welche Rolle spielt die Verarbeitung von Molkenproteinen?
Die Forscher untersuchten eine Molkenproteinfraktion aus Eselsmilch. Vor der Verabreichung wurden die Proteinpräparate unterschiedlich behandelt – unter anderem durch Wärme sowie durch die nichtthermischen Verfahren Ultraschall und UV.
Anschließend wurden die Präparate in einem Mausmodell untersucht, bei dem mit Dextransulfat-Natrium (DSS) eine experimentelle Colitis ausgelöst wurde. Dadurch ließ sich vergleichen, ob unterschiedliche Vorbehandlungen der Proteine mit unterschiedlich starken biologischen Veränderungen verbunden waren.
Betrachtet wurden unter anderem Krankheitszeichen, Dickdarmgewebe, Entzündungsmarker, oxidativer Stress, Darmmikrobiom und Stoffwechselprodukte.
Beobachtungen im Mausmodell
Mehrere Ebenen des Darmgeschehens wurden untersucht
Gewicht & Symptome
In behandelten Gruppen wurden ein geringerer Gewichtsverlust und weniger ausgeprägte Colitis-Symptome beobachtet.
Strukturelle Befunde
Berichtet wurden eine geringere krankheitsbedingte Verkürzung des Dickdarms sowie Hinweise auf besser erhaltene Schleimhaut beziehungsweise geringere Gewebeschädigung.
TNF-α · IL-6 · IL-1β
Zu den beobachteten Veränderungen gehörten niedrigere Werte wichtiger proinflammatorischer Marker, darunter TNF-α, IL-6 und IL-1β.
Antioxidative Abwehr
Auch bei Parametern der antioxidativen Abwehr wurden Veränderungen beziehungsweise Verbesserungen im Versuchsmodell beschrieben.
Zusammensetzung & Diversität
Die Untersuchung berichtete Veränderungen der Zusammensetzung und Diversität der Darmflora in Verbindung mit den untersuchten Präparaten.
Stoffwechselprodukte
Zusätzlich wurden breite Veränderungen von Stoffwechselprodukten und verschiedenen metabolischen Signalwegen beobachtet.
Die nichtthermisch vorbehandelten Molkenproteinpräparate zeigten im Mausmodell insgesamt stärkere positive Effekte als die wärmebehandelte Variante.
Was besonders auffällt
Die Vorbehandlung der Proteine war mit unterschiedlich starken Effekten verbunden.
UV und Ultraschall wurden dabei nicht direkt an den Mäusen angewendet. Stattdessen wurden die Molkenproteine vor ihrer Verabreichung entsprechend behandelt.
Die wissenschaftlich saubere Aussage lautet daher nicht, dass „UV“ oder „Ultraschall“ eine Colitis beeinflusst hätten. Beobachtet wurde vielmehr, dass unterschiedlich vorbehandelte Molkenproteinpräparate im Modell unterschiedlich abschnitten.
Verarbeitung im Fokus
Wärme, Ultraschall und UV
Die Studie eröffnet damit eine weiterführende Frage: Welche empfindlichen Bestandteile der Molkenproteinfraktion werden durch verschiedene Verarbeitungsschritte unterschiedlich stark erhalten?
Wärmebehandlung
Die wärmebehandelte Variante zeigte in der Studie insgesamt schwächere positive Effekte als die nichtthermisch behandelten Proteinpräparate.
Ultraschall
Ultraschall gehörte zu den untersuchten nichtthermischen Vorbehandlungen. Die nicht erhitzten Präparate schnitten insgesamt besser ab als die erhitzte Variante.
UV-Behandlung
Auch UV wurde zur Vorbehandlung der Molkenproteine eingesetzt. Die Ergebnisse unterstreichen die mögliche Bedeutung schonenderer Verarbeitung.
Ergänzende Forschungsfrage
Welche Rolle könnte die erhaltene Proteinaktivität spielen?
Eine ergänzende Verarbeitungsstudie von Ma et al. (2024) untersuchte ebenfalls Wärme, Ultraschall und UV bei Eselsmilch-Molkenproteinen. Laut dem vorliegenden Dossier blieb nach intensiver Wärmebehandlung nur etwa 23 % der ursprünglichen enzymatischen Lysozymaktivität erhalten.
Auch Lactoferrin und Immunglobulin G wurden durch intensive Wärme deutlich beeinträchtigt, während Ultraschall und UV empfindliche Proteinbestandteile insgesamt besser erhielten.
Ein Protein kann analytisch noch vorhanden sein, obwohl seine funktionelle beziehungsweise enzymatische Aktivität durch Verarbeitung verändert wurde.
Die untersuchte Molkenfraktion enthält mehrere Proteinbestandteile. Deshalb darf der beobachtete Gesamteffekt nicht einem einzelnen Protein zugeschrieben werden.
Dass eine besser erhaltene Lysozymaktivität die stärkeren Effekte nichtthermisch behandelter Präparate erklärt, ist eine Forschungs-Hypothese und wurde durch Studie 24 nicht isoliert nachgewiesen.
Wissenschaftlich eingeordnet
Was die Studie zeigt – und was nicht
Beobachtet
Nicht bewiesen
Abgeleitete Forschungsfrage
Was passiert mit Lysozym bei der Gefriertrocknung?
Für DON DONKEY’S® ergibt sich aus dem Dossier eine konkrete Forschungsfrage: Frische Eselsmilch und daraus hergestelltes, anschließend rekonstituiertes Gefriertrocknungspulver könnten direkt miteinander verglichen werden. Dabei wären sowohl Lysozymmenge als auch enzymatische Lysozymaktivität zu bestimmen. Erst ein solcher Versuch könnte zeigen, wie gut die funktionelle Aktivität bei diesem Verarbeitungsschritt erhalten bleibt.
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Originalpublikation
Anti-inflammatory and gut modulating effects of donkey whey protein in dextran sodium sulfate-induced colitis mice: Insights from the various processing methods
Cai et al.
Journal of Dairy Science · 2025
PubMed: PMID 40645491
Die Untersuchung wurde in einem DSS-induzierten Colitis-Mausmodell durchgeführt und verwendete unterschiedlich vorbehandelte Eselsmilch-Molkenproteinpräparate. Sie stellt keinen Nachweis einer therapeutischen Wirkung von Eselsmilch beim Menschen dar.
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